Bürgenstock Resort: touristischer Leuchtturm in dunklen Zeiten. (Bild: zvg)
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Bürgenstock Resort: touristischer Leuchtturm in dunklen Zeiten. (Bild: zvg)

Der Bürgenstock entfacht das Feuer der Luzerner Touristiker

5min Lesezeit

«Eine neues Resort und ein neues Schiff auf dem See geben uns immer einen Entwicklungsschub», sagt der Luzerner Tourismus-Direktor Marcel Perren  zum neuen Vierwaldstätterseeschiff «Diamant» und dem ausgebauten Bürgenstock Resort. Dieses öffnet im August seine Tore. Damit sich der Schub im Fremdenverkehr voll entfalten kann, haben die Kantone Luzern, Nidwalden und Luzern Tourismus eine Entwicklungsplattform für die Region installiert.

Markus Mathis

Gut zwei Prozent mehr Logiernächte erwartet Luzern Tourismus im laufenden Jahr für die Innerschweiz – und dies obwohl das Jahr für die ganze Region mit einem Rückschlag begonnen hat (siehe Box). «Die Eröffnung des Bürgenstock Resorts im August wird mit zur Steigerung beitragen», sagt der Luzerner Tourismus-Direktor Marcel Perren. Die gut 380 zusätzlichen Hotelzimmer auf dem Bürgenstock kann die Destination Luzern gut gebrauchen, denn ab November schliesst das Hotel Palace in der Stadt während eineinhalb Jahren für eine gründlichen Renovation.

Stadt Luzern hat weiterhin knapp 1,3 Millionen Übernachtungen

Im Jahr 2016 wurden in der Stadt Luzern 1’270’000 Übernachtungen gezählt, was eine geringe Abnahme von 10’000 Nächten im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. «Trotz der schwierigen Situation für den Tourismus mussten somit im Vergleich zum herausragenden Rekordjahr 2015 nur wenige Rückgänge verzeichnet werden», rekapituliert man bei Luzern Tourismus. Die ganze Tourismusregion Luzern-Vierwaldstättersee verzeichnete ein Minus von 2,4 Prozent an Logiernächten. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahrs zeigt sich in der Stadt Luzern mit plus 2,7 Prozent eine leicht positive Entwicklung und mit minus 1,5 Prozent ein leichter Rückgang in der Gesamtregion.

 

Allerdings ist es nicht allein die Hotellerie auf dem Bürgenstock, welche für die Tourismusregion von Bedeutung ist. Der Bürgenstock verzeichnete schon vor dem Ausbau des Hoteldorfs 80’000 Tagesgäste pro Jahr. Künftig will man 100’000 bis 150’000 Ausflügler auf den Bürgenstock bringen, wie Raphael Amrein, Mediensprecher des Resorts, kürzlich gegenüber zentralplus sagte.

Wie viele Luzerner pilgern in den Wellnesstempel?

Das Angebot im Resort – Spa, Kino, Golfplatz und ein Dutzend Gaststätten – ist grundsätzlich für Auswärtige offen. Insbesondere der riesige Wellnessbereich von 10’000 Quadratmetern dürfte viele Locals aus Luzern anziehen. «Wie dann die Hotelgäste an den Tagesgästen vorbeikommen und wie öffentlich das Ganze wirklich sein wird, wird sich weisen. Es braucht Erfahrungswerte, die man erst erzeugen muss», sagt Perren. Grundsätzlich stellten die Pläne des Bürgenstock Resorts «eine Herausforderung» für die Betreiber dar.

Riesig: Alpine Spa auf dem Bürgenstock, hier in einer Visualisierung.
Gross: Alpine Spa auf dem Bürgenstock, hier in einer Visualisierung. (Bild: zvg)

Das Bürgenstock Resort hat mit dem Dreisternhotel Taverne auch günstigere Zimmer im Angebot. Der grösste Teil ist indes eindeutig im Luxusbereich angesiedelt. Der Vermarktungsorganisation Luzern Tourismus passt das in den Kram, da man das Premium-Segment im Innerschweizer Tourismus sowieso fördern will. Aber die Anstrengungen, über 100’000 Ausflügler auf den Bürgenstock zu bringen, wird nicht nur Millionarios anziehen, sondern auch viele ganz normale Durchschnittsmenschen.

Katzensprung auf den Bürgenstock

Insgesamt sind viele Bemühungen, die mit dem Ausbau des Bürgenstock Resorts gemacht wurden, darauf ausgelegt, den Bürgenberg als Naherholungsgebiet aufzuwerten und dieses näher an Luzern zu rücken. Ab 1. Juli fährt das Postauto von Stansstad zwanzig- statt zehnmal auf den Bürgenstock. In Stansstad besteht Anschluss und an die S-Bahn. Ab 1. August startet die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees mit einem Shuttle-Service zwischen Luzern und Kehrsiten. Die Bürgenstock-Bahn, welche die katarischen Investoren für über 15 Millionen Franken auf Vordermann gebracht haben, nimmt dann ihren Betrieb wieder auf.

Die MS Bürgenstock, ein schneller Katamaran für 300 Passagiere, kommt ab 2018 als Shuttle zum Einsatz.
Die MS Bürgenstock, ein schneller Katamaran für 300 Passagiere, kommt ab 2018 als Shuttle zum Einsatz. (Bild: zvg)

Diese Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr funktionieren auch zu nachtschlafener Zeit und zwar von 5.30 Uhr (Bus) bis nach Mitternacht. Ab nächsten Mai setzt die SGV zudem einen schnellen Katamaran auf der Strecke ein, der nur 25 Minuten braucht und so eine stündliche Verbindung ab Luzern garantieren kann.

Das Gewerbe im Raum Luzern hat mächtig profitiert

Die 550 Millionen Franken, die für den Ausbau des Resorts investiert wurden, seien zu grossen Teilen in die regionale Wirtschaft geflossen, sagt Ferdinand A. Zehnder, Verwaltungsratspräsident von Luzern Tourismus. Ist das Resort erst einmal offen, so rechnet eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Basel Economics mit einer jährlichen Wertschöpfung von 78 Millionen Franken durch das Bürgenstock Resort und mit 15 Millionen Franken Steuereinnahmen. Über 800 Angestellte sollen 47 Millionen Franken Einkommen erzielen.

«550 Millionen Franken sind zu grossen Teilen in die regionale Wirtschaft geflossen.»

Ferdinand A. Zehnder, Luzern Tourismus

Die Wertschöpfung anzukurbeln und dafür besorgt zu sein, dass sie bei verschiedenen Leistungserbringern ankommt, will zudem der neu gegründete Verein Entwicklungsplattform Luzern-Vierwaldstättersee. Beteiligt sind die Kantone Luzern und Nidwalden und die Luzern Tourismus AG.

Sicherheitskonzept für Gipfeltreffen

Luzern Tourismus soll als «Befähiger» die geistige Arbeit beisteuern. Geführt wird die Plattform von René Kamer, dem Chef des SBB-Ablegers Railaway und Vizepräsident bei Luzern Tourismus. 790’000 Franken stehen der Plattform in den nächsten drei Jahren für die touristische Weiterentwicklung der Destination Luzern-Vierwaldstättersee zur Verfügung.

Es sollen Kräfte gebündelt und Interessen koordiniert – also strategische Hintergrundarbeiten erledigt – werden. Konkret nennt Kamer das Projekt einer «Bike-Arena», die man fürs Vierwaldstätterseegebiet lancieren will. Oder auf den Bürgenstock bezogene Grundlagenarbeiten: «Wir sind daran, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten, damit Grossveranstaltungen auf dem Bürgenstock stattfinden können», so Kamer. Sicherheitsfragen nähmen einen immer wichtigeren Platz beim Kongresstourismus ein.

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