«Radio 3FACH» startet ein Crowdfunding-Projekt für eine neue Antenne. Dazu gehört ein professioneller Werbefilm.
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«Radio 3FACH» startet ein Crowdfunding-Projekt für eine neue Antenne. Dazu gehört ein professioneller Werbefilm.

Fussmassage gefällig? Radio 3fach setzt auf neue Geldquelle

5min Lesezeit

Das Luzerner Jugendradio 3fach muss Geld in eine neue Antenne investieren, obwohl die Technologie veraltet ist. Nun setzt das Radio auf Crowdfunding. Und hat sich spezielle Geschenke für die Spender einfallen lassen.

Seit 2003 verbreitet «Radio 3fach» sein Programm mit der Frequenz 96.2 über den ehemaligen Hochkamin der Kehrrichtverbrennungsanlage (KVA) Ibach. Damit wird bald Schluss sein, denn die Anlage wird rückgebaut und das Luzerner Jugendradio muss umziehen – zumindest seine Antenne. Als geeigneter Ersatz wurde der Sendemast von Radio Pilatus auf dem Sonnenberg Kriens gefunden (zentralplus berichetete). Ab Herbst 2016 soll die neue Antenne in Betrieb sein – die Finanzierung für dieses Unterfangen steht allerdings noch an.

So funktioniert «Funders»

Das Thema Crowdfunding ist in aller Munde. Man sammelt im Internet Geld für die Umsetzung eines Projektes. Die Luzerner Kantonalbank LUKB betreibt seit Mitte Juni eine eigene Crowdfundingplattform. Ziel der Bank ist es, KMU-Betriebe, aber auch Künstler und Vereine zu unterstützen (zentralplus berichtete).

Der Umzug und Rückbau der alten Sende-Anlage kostet das Jugendradio rund 22’000 Franken. Um dieses Geld zusammenzukriegen, startet 3fach ein Crowdfundingprojekt. Über die Plattform «funders.ch» will das Unternehmen vom 19. Augsut bis zum 1. November 15’000 Franken generieren. Der Sender hat sich aber noch ein zweites Ziel gesetzt: «Wenn wir 18’000 Franken reinholen, haben wir einen Teil der Jahresmiete für den Sendemast finanziert – das wäre natürlich der Wahnsinn», sagt Geschäftsleiterin Kim Schelbert.

UKW wird Opfer der Technologie

«In Ibach hatten wir sehr gute Konditionen. Mit der neuen Antenne werden unsere laufenden Kosten höher», ergänzt Yanik Kloter, Leiter Marketing. Dabei sei Jugendradio finanziell nicht auf Rosen gebettet. «Wir mussten uns nach einer alternativen Finanzierungsmöglichkeit umsehen. Die Unterstützungsgelder von Stiftungen sowie der öffentlichen Hand reichen nicht aus, um den neuen Mast zu finanzieren.»

«Der Mast hat eine existentielle Bedeutung.»

Yanik Kloter, Leiter Marketing & Kommunikation

Kloter bezeichnet die anfallenden Kosten als unglücklich: «Heute noch in die UKW-Infrastruktur investieren zu müssen, ist ärgerlich.» 2024 wird UKW nämlich nicht mehr empfangbar sein. Dann wird alles digital gesendet. Nichtdestotrotz ist man beim Jugendradio bereit, diesen Schritt zu machen: «Der Mast hat eine existentielle Bedeutung für uns. Wir sind es unseren Hörern schuldig, dass sie uns auch weiterhin über die gewohnte Frequenz empfangen können», sagt Kloter. Das garantiere die neue Antenne ebenso wie eine lückenlose Netzabdeckung im bisherigen Empfangsgebiet. Die Testversuche dazu stehen kurz vor dem Abschluss (zentralplus berichtete).

Ein neuer Mast muss her.
Ein neuer Mast muss her.

Wer will eine Fussmassage?

Wie bei Crowdfundings üblich, bekommt der Spender etwas für seine Leistung. Kloter sagt: «3fach bedeutet immer auch Spass, deshalb gibt es bei uns spezielle Gegenleistungen wie das ‹Fühl-dich-wie-ein-Künstler-Interview›, eine Fussmassage von einem GL-Mitglied mit eigener Playlist am Radio oder ein Konzert unserer 3fach-Spass-Band Costa Pacifico.» Zudem macht das Radio mit einem Kurzfilm auf sein Anliegen aufmerksam und verfolgt dabei einen humoristischen Ansatz. Kloter: «Die Sache ist uns sehr ernst, wir achten aber sowohl bei den Geschenken wie auch beim Film darauf, unserem Stil treu zu bleiben.»

Dass man die Hörer zum Geldspenden animieren will, verneint Kloter nicht. Er sagt aber: «Es wäre schön, wenn es über die Hörerschaft hinausgehen würde.» Die Institution 3fach leiste einen wichtigen Beitrag für Luzern und die ganze Schweizer Kulturlandschaft. «Ich hoffe, dass uns Menschen aus ideologischen Gründen unterstützen, selbst wenn sie unser Programm nicht hören.»

Der Startschuss für die Crowdfunding-Aktion fällt am Funk am See von übernächstem Wochenende. «Das Funk am See ist die kleine Schwester von Radio 3fach. Ohne 3fach gäbe es das Festival nicht, deshalb haben wir beschlossen, den Aktionsstart auf die Openair-Eröffnung zu legen», so Kloter. Es wird wohl vor den Hauptacts Bühnenansagen geben, in denen man die Besucher auf die Crowdfunding-Aktion aufmerksam machen will. «Wir hoffen, das bleibt den Gästen in Erinnerung, und sie beginnen gleich tags darauf zu spenden», so Kloter.

Man sei sich auch beim Film treu geblieben, sagt Marketingleiter Yanik Kloter.
Man sei sich auch beim Film treu geblieben, sagt Marketingleiter Yanik Kloter. (Bild: zvg)

Hinweis: zentralplus ist Medienpartner der Crowdfunding-Plattform «Funders».

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