Diese Zeiten sind bereits wieder vorbei: So sah der «Rudolf Braun 1899» in der Luzerner Altstadt aus. (Bild: zvg)
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Diese Zeiten sind bereits wieder vorbei: So sah der «Rudolf Braun 1899» in der Luzerner Altstadt aus. (Bild: zvg)

Aus für belgische Schokolade

3min Lesezeit

Mitten in der Luzerner Altstadt eröffnete Anfang März ein Geschäft mit nobler belgischer Schokolade. Nun ist es bereits wieder zu. Was ist passiert? «Uns ist das Geld ausgegangen», gibt der Geschäftsführer gegenüber zentralplus bekannt. 

Das ging schnell. An prominenter Lage, am Weinmarkt 11, öffnete am 7. März 2015 die Schokoladen-Boutique «Rudolf Braun 1899» seine Tore. Nun ist das Geschäft mitten in der Luzerner Altstadt schon wieder geschlossen. Am 7. August hat das Kantonsgericht Zug über die Betreiberin, die EWC Group Trade GmbH, den Konkurs eröffnet. Ein Zettel mit der Überschrift «Konkursamtlich geschlossen» hängt an der gläsernen Schiebetür. Die edlen Holzregale sind leer. Einzig die Registrierkasse steht noch da. 

 

Ein trostloser Anblick. Die Verkaufsregale sind komplett leergeräumt.
Ein trostloser Anblick. Die Verkaufsregale sind komplett leergeräumt. (Bild: bra)

Partnergeschäft in Belgien

Das Geschäft «Rudolf Braun 1899» hätte sich laut Handelsregister auf die «Herstellung, den Handel und Verkauf von Bäckerei- und Konditorwaren, insbesondere Schokoladenprodukten» spezialisiert. Es gab exklusive belgische Schokolade zu kaufen, aber auch Schweizer Produkte. An einem der Regale ist ein Preisschild noch gut ersichtlich. In goldener Schrift steht «Feinste Handgemachte Schokolade» für 17.90 Franken je 300 Gramm.

Zudem wurden auch Souvenierartikel angeboten. Das Interieur war hochwertig ausgestaltet und die Produkte wurden nach ansprechendem Konzept präsentiert (siehe Foto-Gallerie). So manch ein Passant staunte und war beeindruckt vom edlen Innenleben und der sorgfältig präsentierten Ware. Das Partnergeschäft «Chocolate Manneken Pis» in Belgien diente als Vorbild. Dort steht ein Traditionsgeschäft seit Jahrzehnten direkt neben dem berühmten Männeken Pis, einem Wahrzeichen von Brüssel.

 

Das Partnergeschäft in Brüssel.
Das Partnergeschäft in Brüssel. (Bild: zvg)

«Schokolade ist immer sehr beliebt»

Über die Gründe des Konkurses ist noch wenig bekannt. Auf der Facebook-Seite des Luzerner Geschäftes ist noch kein entsprechender Eintrag zu sehen. Dort wird noch auf Englisch und Chinesisch auf die Produkte hingewiesen. Auf Anfrage sagt der Geschäftsführer der EWC Group Trade GmbH mit Sitz in Zug, es sei ein Konkurs im «klassischen Sinne». «Uns ist schlicht das Geld ausgegangen. Es hat wirtschaftlich nicht funktioniert. Das ist sehr schade».

Warum es geschäftlich so schwierig war, darüber möchte er nichts sagen. Auch Informationen über das Geschäftsmodell und über weitere Partnerschaften gibt er nicht bekannt. Laut Marcel Perren, Tourismusdirektor Luzern, läuft das Thema Schweizer Schokolade eigentlich immer gut. Wie es sich mit belgischer Schokolade verhält, darüber könne er nur spekulieren. «Warum der Laden keinen Erfolg hatte, kann ich nicht sagen. Bei Touristen ist Schokolade immer sehr beliebt», sagt er.

Wie zentralplus erfahren hat, wurden andere Geschäftspartner der EWC Group Trade von Lieferanten gesucht, weil Sie offenbar Schulden hatten. Das Startkapital der Firma betrug laut Handelsregister 20'000 Franken. 

So sah das Geschäft noch vor ein paar Tagen aus. (Weitere Fotos sehen Sie in der angefügten Bildergallerie).

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