Zwei neue Apps für Luzern. Hier die Startseite der «App nach Luzern». (Bild: dog)
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Zwei neue Apps für Luzern. Hier die Startseite der «App nach Luzern». (Bild: dog)

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Die Stadt Luzern entdeckt die Welt der Apps. zentral+ hat zwei unterschiedliche mobile Applikationen getestet.

Dominic Graf

Ob Sportresultate, Fahrpläne, Spiele oder Wetterberichte – für all das und noch viel mehr gibt es mobile Apps (kurz für Applikationen). Längst sind sie nicht mehr von unseren Smartphones und Tablets wegzudenken. Sie informieren, unterhalten oder laden schlicht zum gemütlichen Zeitvertreib ein – bestenfalls erleichtern sie den Alltag.

Seit Kurzem gibt es zwei dieser mobilen «Helferlein» auch für die Stadt Luzern: Die «App nach Luzern» bietet verschiedene Entdeckungstouren durch und um Luzern herum und setzt dabei auf Verspieltheit und Kreativität. Die «Stadt Luzern»-App ist die offizielle mobile Applikation der Stadt und spiegelt nüchtern, aber sehr umfangreich das Angebot der amtlichen Webseite wieder. zentral+ hat die Apps genau unter die Lupe genommen und auf ihre Alltagstauglichkeit geprüft.

Die Magazin-App

Bereits das Startmenü der «App nach Luzern» macht neugierig: In Form eines Magazins sollen acht verschiedene Motto-Touren in und um Luzern herum Abenteurer, Romantiker, Tanzwütige oder Flirtwillige anregen, die Stadt zu entdecken.

Worum gehts? Die App ist ein Stadtführer fürs iPad – nur fürs iPad. Für alle anderen Geräte endet die Tour also bereits bevor sie angefangen hat. Wer aber solch ein Apple-Tablet besitzt, dem bietet das Ausflugsmagazin Ideen für einen Sonntagsausflug, für einen Wintertag oder für ein Treffen unter Freunden. So führt die Märchentour über die Hexenstiege zum Drachenlabyrinth, die Stadtrandtour auf unbekannte Aussichtspunkte oder die Sonntagstour über den Vierwaldstättersee zum Schloss Meggenhorn. Die Nachtschwärmer kommen auf der Studitour, der Freundeskreistour oder der Latinotour mit Tipps rund um den Ausgang auf ihre Kosten. Zudem informiert die Reusstour über Geheimtipps entlang des Flusses oder man erhält Anreize auf der Göttitour, was man mit dem Gottechind unternehmen könnte.

«Uns ging es vor allem darum, die neuen technischen Möglichkeiten kennenzulernen und das Know-how zu erwerben», erklärt Silvan Kaeser, Inhaber der Luzerner Werbefirma Planet GmbH, die die App in Eigenregie entwickelt hat. «Wir wollten ein neues, kreatives Produkt erstellen, dass die User neugierig macht und ihren Entdeckergeist weckt», so Kaeser.

Für wen ists? Die Magazin-App sei für all jene, die Luzern nicht über das 0815-Tourismusprogramm kennenlernen wollen, sagt Silvan Kaeser. «Wir wollen vor allem die Luzerner Bevölkerung damit ansprechen und zeigen, dass es auch für eingefleischte Luzernerinnen und Luzerner noch einiges zu entdecken gibt.» 

Was kann die App besonders gut? Die App kann gratis im App-Store heruntergeladen werden. Sie ist sehr verspielt und überrascht mit kleinen Besonderheiten. So verstecken sich beispielsweise hinter Bildmotiven wie dem Wagner Museum, dem Rütli-Schiff, einem Baum oder Berg Texte, die Hintergrundinformationen zum jeweiligen Standort der Tour liefern. Verschiedene Audio- und Videoextras sowie 360 Grad Panoramaansichten bringen zudem Abwechslung ins öde Scrollen. Dadurch lädt die App zum Entdecken ein, bevor man sich auf die eigentliche Tour begibt. Sehr kurzweilig und abwechslungsreich.

Was funktioniert nicht gut? Trotz oder gerade wegen der kreativen Verspieltheit müssen bei der «App nach Luzern» Abstriche in der Handhabung gemacht werden. Das Scrollen und virtuelle Blättern funktioniert nur bedingt: Eine falsche Fingerbewegung beim Auskundschaften einer Tour – und schon landet man mitten in einer anderen Tour. Nur müssig kommt man zurück zur eigentlichen Seite. Das verwirrt und nervt.

Der grösste Kritikpunkt der «App nach Luzern» ist aber, dass sie, wie bereits erwähnt, lediglich für das iPad konzipiert wurde. Das heisst, dass man sich nur mit dem Apple-Tablet auf die Touren begeben kann. Wäre das Smartphone nicht praktischer? Silvan Kaeser erklärt: «Uns ging es vor allem darum, die Technik kennenzulernen. Wir haben die App deshalb nur für das iPad entwickelt. Das Layout und die Technik lassen eine Benutzung auf einem Smartphone nicht zu. Ich persönlich finde das iPad jedoch sehr handlich und halte es für problemlos, damit ‹auf Tour› zu gehen.»

Ausbaufähig sind zudem die Touren selbst. Zwar liebevoll und sorgfältig ausgewählt, dürften jedoch die meisten «Geheimtipps» den Luzernerinnen und Luzernern bereits bekannt sein. Ein paar Touren mehr würden sicherlich nicht schaden. «Falls wir die App weiterentwickeln werden, stehen neue und originellere Touren ganz zu Oberst auf unserer To-Do-Liste», sagt Kaeser.

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