Die Flugzeugwerke Emmen sind Teil des Aviatik-Standorts Zentralschweiz. Die Aviatik ist einer der Bereiche, die im Rennen um den Standort Vorteile bringen sollen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)
Wirtschaft

Die Flugzeugwerke Emmen sind Teil des Aviatik-Standorts Zentralschweiz. Die Aviatik ist einer der Bereiche, die im Rennen um den Standort Vorteile bringen sollen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Zentralschweiz bewirbt sich für Standort

4min Lesezeit

Die Zentralschweiz will mit den Bereichen «intelligente Gebäude im System» und «Aviatik-Industrie» trumpfen und in das Netzwerk des Schweizer Innovationsparks einziehen. Die sechs Zentralschweizer Kantone bewerben sich für einen Netzwerkstandort des Nationalen Innovationsparks. Alle sechs Gesamtregierungen haben dem Dossier zugestimmt. Sechs Millionen würden sich die Kantone den Aufbau maximal kosten lassen.

«Mit dem Netzwerkstandort wollen die Zentralschweizer Kantone einen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Attraktivität der Schweiz und insbesondere der Zentralschweiz leisten», lautet es in der Medienmitteilung der Zentralschweizer Regierungskonferenz (ZRK). Deshalb bewerben sich die Kantone Luzern, Zug, Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden für einen Netzwerkstandort des Nationalen Innovationsparks Schweiz.

Die Bewerbung sei in enger Koordination mit Vertretern von Wissenschaft und Wirtschaft erstellt worden, teilt die ZRK mit. Dies bilde ein solides Fundament für den Aufbau des Netzwerkstandortes.

Die ZRK ist überzeugt, dass die Zentralschweiz international sowie national über anerkannte Kompetenzen in den Bereichen «intelligente Gebäude im System» und «Aviatik-Industrie» verfügt. Mit einem Netzwerkstandort Zentralschweiz will die ZRK diese Kompetenzen über die Zentralschweiz hinaus einbringen.

Zwei Bereiche sollen überzeugen

Dass gerade diese beide Themenbereiche die Schwerpunkte bilden, liege an deren hohen Gewichtung in der Forschung an der Fachhochschule Zentralschweiz und bei den Unternehmen. Zudem habe man in diesen Bereichen sehr hohe Kompetenzen auszuweisen.

Nationaler Innovationspark Schweiz

Der Nationale Innovationspark besteht aus den zwei «Hub-Standorten» in Zürich und Lausanne sowie einer noch unbestimmten Anzahl an Netzwerkstandorten. Das Bewerbungsverfahren für Netzwerkstandorte im Rahmen des Nationalen Innovationsparks Schweiz wurde von der Konferenz kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) lanciert. Per Ende März 2014 haben interessierte Kantone ihre Bewerbung einzureichen.

Die eingegangenen Bewerbungen aus den Kantonen werden von einer durch die VDK eingesetzten Jury beurteilt. Die VDK wird anschliessend dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung ein konsolidiertes Konzept einreichen. Der Bundesrat wird gestützt auf das Konzept eine Sonderbotschaft verabschieden, welche 2015 ins Parlament gelangt. Die Inkraftsetzung erfolgt voraussichtlich auf 2016. 

Das Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern sei führend im Bereich «intelligente Gebäude im System». Auf Firmenseite nennt die ZRK die Siemens Building Technologies, die V-Zug, die Landis+Gyr sowie Schindler und Dätwyler Cabling Solutions. Neben diesen Grossunternehmen seien aber auch zahlreiche kleine und mittlere Firmen in der Gebäudetechnik innovativ tätig.

Flugzeughersteller sind in der Zentralschweiz

Im Bereich Aviatik sieht die ZRK die Konzentration von wichtigen Unternehmen in der Zentralschweiz als wichtigen Faktor. Gerade die Aviatik werde zudem auch von den beteiligten Hochschulen und Unternehmen als sehr innovativ und zukunftsweisend beurteilt.

Als Beispiele gelten hier Aeroscout, die unbemannte autonom fliegende Helikopter entwickelt sowie Pilatus und Lightwing. Letztere sind die einzigen beiden in der Schweiz zugelassenen Flugzeughersteller. Zudem habe die RUAG die Aviatikbereiche in Emmen konzentriert.

Wo und was soll es kosten?

Bei ihrer Bewerbung will sich die Zentralschweiz nicht auf einen Standort konzentrieren. Sie stellt mehrere bereits vorhandene Entwicklungsprojekte von privater Seite in den Vordergrund. Der Vorsitzende der Projektleitung, Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel, erklärt: «Es wird kein zentraler Standort geben. Wir haben nicht ein Areal in Aussicht, welches für diesen Zweck überbaut werden soll.»

Vielmehr soll das vorhandene Raumpotential an den verschiedenen Standorten von Firmen und der Hochschule genutzt werden, so Michel. «Wir wissen beispielsweise, dass bei der Hochschule Luzern in Horw beim Departement Technik & Architektur Erweiterungspotential besteht.» Ausserdem hätten beispielsweise die V-Zug oder die RUAG zur Zeit bereits Bauprojekte an ihren Standorten. Das bedeutet, dass sowohl in Zug als auch in Emmen weiteres Raumpotential besteht. 

Als Trägerschaft nennt die ZRK die interessierten Forschungsstellen in Hochschulen und Unternehmen. Es sei wichtig, dass sich der Netzwerkstandort Zentralschweiz nach einer Start- und Aufbauphase weitgehend selbst finanzieren könne. Die von den Zentralschweizer Kantonen getragene Organisation «InnovationsTransfer Zentralschweiz» (ITZ) würde bei einer erfolgreichen Bewerbung den Auftrag erhalten, eine geeignete Organisation zu schaffen. Für die Aufbauphase stellen die Zentralschweizer Kantone während zehn Jahren gesamthaft maximal sechs Millionen Franken zur Verfügung.

Unterstützung für die Bewerbung haben bereits eine Institution und mehrere Unternehmen zugesprochen. Die Hochschule Luzern – Departement Technik & Architektur – hat eine entsprechende Absichtserklärung formuliert. Ebenfalls haben Siemens Building Technologies, Landis + Gyr, V-Zug, Dätwyler Cabling Solutions sowie Aeroscout bereits Absichtserklärungen unterzeichnet.

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Wirtschaft