Der FCL hat das wichtigste Spiel dieser Saison verbockt: Ruben Vargas (vorne), Blessing Eleke (links) und Claudio Lustenberger (rechts). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
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Der FCL hat das wichtigste Spiel dieser Saison verbockt: Ruben Vargas (vorne), Blessing Eleke (links) und Claudio Lustenberger (rechts). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

FCL-Unvermögen verlängert das Job-Playoff für Meyer und Häberli

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Der FC Luzern hat das wichtigste Spiel dieser Saison verloren. Dabei hätte er es gegen einen so bescheidenen Gegner wie den FC Thun unbedingt gewinnen müssen. So bedeutete das 0:1 einen argen Nackenschlag. Vor allem für Sportchef Remo Meyer und Trainer Thomas Häberli.

Um zehn nach zehn war der Luzerner Traum von der ersten Cupfinal-Teilnahme seit 2012 geplatzt. Einige FCL-Spieler kauerten aus lauter Enttäuschung auf dem Rasen der Swissporarena. Sie hatten das nicht geschafft, wovon sie alle geträumt hatten: endlich mal wieder die Chance zu kriegen, einen Pokal zu gewinnen. Darüber definiert sich der FC Luzern in seiner «Vision 2021» explizit.

«Es tut grausam weh», fasste FCL-Mittelfeldspieler Christian Schneuwly seine Gefühlslage ein paar Minuten später in Worte. Sie hatten es selber verbockt. Es war Unvermögen, wie die Luzerner mit ihren Torchancen umgingen. In einem Spiel auf tiefem Niveau entsprangen diese zumeist zufälligen Aktionen, darum hätten sie wenigstens gut und präzise zu Ende gespielt werden müssen. Aber dazu war Thomas Häberlis Team am Dienstagabend in mehreren Szenen nicht in der Lage.

Das Wehklagen von FCL-Exponenten

Und so kam es, wie es kommen musste: Das Goalieproblem der Luzerner feierte abermals ein unerfreuliches Comeback (zentralplus berichtete). David Zibung irrte nach einem langen Ball der Berner Oberländer im Strafraum umher, und Roy Gelmy schloss die Aktion mit dem goldenen Tor ab. Aus gefühlt zwei Chancen hatten die Gäste praktisch das Optimum herausgeholt. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

«Ungerechtigkeiten gehören zum Sport. Wir hatten genug Zeit und Chancen, um den Sieg einzufahren.»

Thomas Häberli, Trainer des FC Luzern

Nach Spielende machte die Kunde die Runde, dass dem 0:1 ein klares Offside vorausgegangen ist. Doch Zibungs Fehlgriff entschuldigt das nicht. Zusammen mit der Auffassung, dass den Luzernern in der 10. Minute bei einem Handspiel von Nicola Sutter im Berner Strafraum ein klarer Penalty unterschlagen wurde, setzte bei ein paar FCL-Exponenten ein Wehklagen ein.

FCL-Aufbruch in bessere Zeiten bleibt aus

Obwohl Thomas Häberli, der mittlerweile entzauberte Zauberlehrling auf dem Trainerstuhl der Luzerner, mit einem Vorstoss in den Cupfinal Werbung für eine Verlängerung seines bloss bis zum Saisonende dauernden Vertrages hätte machen können, war es ihm nicht ums Jammern. Der Ballwiler erkannte zu Recht: «Ungerechtigkeiten gehören zum Sport. Wir hatten genug Zeit und Chancen, um den Sieg einzufahren. Das müssen wir jetzt runterschlucken.»

Er sagte es nicht zuletzt im Wissen darum, dass der Fokus seiner Mannschaft nach dem selbst verschuldeten Ausscheiden im wichtigsten Spiel dieser Saison ab sofort wieder der Fortsetzung der Meisterschaft gelten muss. Und damit der Sicherung des Ligaerhalts. Mit dem Sieg von Neuchâtel Xamax über Meister YB droht dem FCL noch immer der Barrage-Platz. Und am Samstag sind wieder die Thuner zu Gast, die den Luzernern schon vor dem Einzug in den Cupfinal bloss einen Punkt in bislang drei Meisterschaftsspielen zugestanden haben.

Der vorzeitige Ligaerhalt ist der Mindestanspruch an eine FCL-Saison, die seit dem Verpassen des Cupfinals als Enttäuschung abgehakt werden muss. Nur wenn das gelingt, dürfen sich vielleicht Häberli und FCL-Sportchef Remo Meyer leise Hoffnung darauf machen, in ihrem Job bestätigt zu werden. Denn Meyer verband sein Schicksal nach der anderthalb Millionen Franken teuren Entlassung von René Weiler mit seinem Jasskumpel Häberli (zentralplus berichtete).

Trotz Meyers Überzeugung, dass das aktuelle Kader noch besser sei als jenes vor einem Jahr, war bis dato nichts von einem Aufbruch in bessere Zeiten zu sehen. Im Gegenteil.

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