Die Fans wollen die Mannschaft in den Cupfinal pushen. (Bild: zvg)
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Die Fans wollen die Mannschaft in den Cupfinal pushen. (Bild: zvg)

FCL-Fans wollen die Hütte gegen Thun zum Kochen bringen

6min Lesezeit

Eine neue Fanvereinigung plant am Cup-Halbfinal nächsten Dienstag eine Ballon-Choreographie, um das Stadion in eine blau-weisse Landschaft zu verwandeln. Auch die Thuner Fans sollen bei der Aktion miteinbezogen werden.

Daniel Krucker ist sichtlich aufgeregt, als er von der geplanten Ballon-Choreo erzählt. Am Dienstag nach Ostern, wenn der FC Luzern auf den FC Thun trifft, sollen gegen 25'000 blau-weisse Ballons das Stadion vor dem Anpfiff zieren.

Inspiriert ist die Idee von der FCL-Meisterfeier von 1989. Die Fanvereinigung FCL Lions Voice hat kürzlich einmal mehr ein Video des damaligen Triumphs angeschaut. Bereits damals hatten tausende Ballone den FC Luzern zum Meistertitel begleitet. «Das ist inzwischen 30 Jahre her», sagt Krucker. Höchste Zeit also, dass der FCL mit dem «Cup-Chübel» wieder mal einen Titel nach Luzern holt.

Der 49-Jährige ist einer der Köpfe hinter FCL Lions Voice, einer Gruppe von Anhängern, die demnächst einen offiziellen Fanclub gründen wollen. Die Ballon-Choreographie ist ihre erste grosse Aktion. Über hundert Facebook-Gruppen hat er angeschrieben, um sie dafür zu begeistern. Anfänglich war das Echo gering, doch die Ankündigung zog seine Kreise – und plötzlich stellte Krucker fest, dass die Idee tatsächlich umgesetzt werden könnte.

Über 5'000 Ballone zwischengelagert

Seither machen Daniel Krucker und sein Team an Fan-Partys nach den FCL-Heimspielen oder im Schützenhaus, im neuen Fan-Stübli, Werbung für die Ballon-Choreographie. Zahlreiche Menschen senden Krucker riesige Mengen an blauen und weissen Ballons, fast täglich treffen neue Kisten ein.

«Ich brauche bald eine neue Wohnung für die Ballos.»

Daniel Krucker, Mitglied der FCL Lions Voice

Gelagert werden die Ballone bei Krucker zu Hause. Und das sind inzwischen ganz schön viele. Zurzeit beherbergt Krucker über 5‘000 Ballone in seiner Wohnung. Alle gesponsert von fussballfanatischen Fans. «Ich brauche bald eine neue Wohnung», gibt Krucker mit einem Lächeln zu.

Daniel Krucker will Helfe zur Selbsthilfe bieten.
Daniel Krucker fiebert seit über 40 Jahren mit dem FCL mit. (Bild: Natalie Ehrenzweig)

«Die Hütte soll brennen. Damit die Ballon-Choreo aber einschlägt, muss das Stadion nahezu ausverkauft und alle Sektoren miteinbezogen werden», sagt Krucker. Sonst gäbe es Lücken. Zuletzt musste der FCL sich in der Meisterschaft mit eher durchzogenen Zuschauerzahlen zufriedengeben. Der Cup, soviel ist klar, dürfte nach dem vorzeitigen Meistergewinn der Berner Young Boys am Samstag mehr Spannung bieten. Ob es reicht, um die FCL-Fans in Scharen auf die Allmend zu locken, bleibt offen. Denn: Wie viele Tickets für das Spiel aktuell bereits weg sind, gibt der FCL nicht bekannt. 

FCL freut sich über Unterstützung

Nicht in die Aktion involviert ist die Dachorganisation der FCL-Anhänger USL, die United Supporters Luzern. «Sie planen ihre Choreographien teilweise bis zu zwei Jahren vorher und haben selber etwas organisiert.»

«Uns gefällt die Idee, dass die Fans das Team auf kreative Weise im Cup unterstützen.»

Markus Krienbühl, FCL

Damit die Ballon-Aktion stattfinden kann, muss sie beim FCL genehmigt werden. Krucker ist deshalb seit Tagen im Gespräch mit dem Verein – und es sieht gut aus. «Uns gefällt die Idee, dass die Fans das Team auf kreative Weise im Cup unterstützen», sagt Medienchef Markus Krienbühl. Wie bei jeder Choreo müssten die üblichen Vorgaben erfüllt werden, damit dem Spielbetrieb und der Sicherheit auf dem Spielfeld nichts im Wege steht.

Die Kisten mit den Ballonen für die Choreo stapeln sich bereits.
Die Kisten mit den Ballonen für die Choreo stapeln sich bereits. (Bild: zvg)

Dass das zum Problem werden könnte, zeichnet sich aber nicht ab. «Wir gehen zurzeit davon aus, dass die Choreo stattfinden kann», sagt Krienbühl. Ob am Cup-Halbfinal noch andere Aktionen, etwa von der USL, genehmigt wurden, will der FCL noch nicht verraten. «Das wird man am Spiel sehen», sagt der Medienchef vielsagend.

Einmalige Sache – auch mit Thun-Fans

Daniel Krucker ist sich bewusst, dass die Aktion nicht nachhaltig ist. Anders bei den USL: Viele der Choreographien der USL werden wieder zusammengepackt, abgeändert und später wieder aufgenommen. Wohingegen die Ballon-Choreo eher eine einmalige Aktion sein wird. «Bei einem Spiel wie diesem, muss das aber egal sein», sagt Krucker, der seit 1977 mit dem FC Luzern mitleidet.

Trotzdem ist Krucker überzeugt, dass die zahlreichen Flyer, die sie in Restaurants, Bäckereien und Einkaufsläden in der ganzen Stadt verteilt haben, weitere FCL-Supporter zum Mitmachen bewegen und allenfalls weitere Ballonspender hervorbringen.

Übrigens: Miteinbezogen werden auch die Thuner Fans. Wie genau das aussehen wird, verrät Daniel Krucker aber noch nicht.

Blau-weiss schlägt das FCL-Herz – und das soll am Cuphalbfinal mit Ballonen zum Ausdruck gebracht werden.
Blau-weiss schlägt das FCL-Herz – und das soll am Cuphalbfinal mit Ballonen zum Ausdruck gebracht werden. (Bild: zvg)

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