Beim ersten Training in Luzern vermittelt Thomas Haeberli keinen sehr zufriedenen Eindruck. (Bild: Martin Meienberger)
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Beim ersten Training in Luzern vermittelt Thomas Haeberli keinen sehr zufriedenen Eindruck. (Bild: Martin Meienberger)

Häberli arbeitet mit Weilers Assistenten weiter

4min Lesezeit

Erst hat er seinen neuen Schützlingen zugeschaut, um nach rund der Hälfte des Trainings das Kommando zu übernehmen: Mit Mütze auf dem Kopf und dick eingepackt hatte Thomas Häberli diesen Freitagmorgen seinen ersten Auftritt als neuer Cheftrainer auf der Allmend. Der 44-Jährige muss beim FCL dringend das Steuer herumreissen.

Die Kameras surrten, die Fotoapparate klickten. Als seine beiden Assistenten Thomas Binggeli und Manuel Klökler und sämtliche Spieler schon auf dem Trainingsplatz standen, erschienen Thomas Häberli und Teammanager Dante Carecci um kurz nach 10 Uhr als Letzte. Der Ballwiler hatte am Vorabend einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben und folgt damit auf den am letzten Sonntag entlassenen René Weiler (zentralplus berichtete).

Eine halbe Stunde zuvor hat er sich, seine Erwartungen und Ziele der Mannschaft vorgestellt. Was Häberli genau sagte, war nicht in Erfahrung zu bringen. Er wird sich erst an der Medienkonferenz heute Nachmittag in der Swissporarena öffentlich äussern. Doch vom FC Luzern gab es die Bestätigung, dass Häberli dazu bereit ist, mit den von Weiler angeheuerten Assistenten weiterzuarbeiten. Nach der kostspieligen Entlassung seines Vorgängers spart das dem Klub etwas Geld.

Häberlis Vorteil: Er ist nicht René Weiler

Vielleicht hat der eine oder andere der rund 40 Schaulustigen am Trainingsplatz neben der Leichtathletik-Anlage insgeheim gehofft, dass «The Häberlis» zum ersten Auftritt des neuen FCL-Cheftrainers aufspielten. Doch dem war nicht so. Die Berner Band Züri West bezeichnete sich so, als sie 2009 zum 110. Geburtstag der Young Boys im Stade de Suisse musizierten. Da war Thomas Häberli im neunten und gleichsam letzten Jahr noch ein YB-Stürmer.

«Thomas Häberli ist ein grundanständiger Kerl.»

Reto Burri, früherer Teamkollege bei den Young Boys

Und Häberli war während ein paar Saisons ein Teamkollege von Reto Burri. Der Zaungast, der bis vor anderthalb Jahren noch den FC Hergiswil trainierte, sagte zu zentralplus: «Thomas Häberli ist ein grundanständiger Kerl. Ich glaube, es kommt gut für ihn und den FCL.» Nach drei Niederlagen in Folge zum Rückrunden-Start ist der Vorsprung der Luzerner auf einen möglichen Abstiegsplatz auf sechs Punkt geschrumpft. Und nun folgen die Auswärtsspiele gegen den FC Zürich (Sonntag, 16 Uhr) und den Tabellenletzten GC.

Der FCL muss dringend zum Erfolg zurückfinden. Frei nach dem Motto: Elf Häberlis müsst ihr auf dem Platz sein! Der grösste Vorteil von Thomas Häberli bei seiner ersten Anstellung als Cheftrainer einer Profi-Equipe? Er ist nicht René Weiler. Mit seiner direkten Art hat sich sein Vorgänger in der Mannschaft offensichtlich mächtige Feinde geschaffen.

Juric fehlte im Training

Gegen Ende des rund eine Stunde dauernden Trainings liess Häberli seine Truppe Offensivaktionen in einem 4-2-3-1-System üben. Es ist eines, das die Spieler nicht erst seit Weilers Zeiten kennen. Es verleiht der Mannschaft, die in diesem Jahr bereits acht Gegentore kassiert hat, defensive Stabilität.

Nicht mittrainiert hat Tomi Juric. Der letzte Woche ausgemusterte FCL-Mittelstürmer, den Sportchef Remo Meyer vergeblich zu einem Wechsel vor dem Schliessen des Transferfensters vor genau einer Woche drängen wollte, hat laut Auskunft des FCL die ganze Woche mit der Mannschaft trainiert. Doch ausgerechnet beim ersten Training mit Häberli plagte Juric eine Fussveletzung.

Sein Einsatz beim ersten Ernstkampf unter dem neuen Coach im Zürcher Letzigrund ist fraglich. Genauso wie der von Filip Ugrinic und Francisco Rodriguez. Nicht zur Verfügung stehen der gesperrte Blessing Eleke und die rekonvaleszenten Otar Kakabadze und Stefan Knezevic.

Kommt es tatsächlich gut mit dem FCL, werden sich «The Häberlis» zu Ehren ihres Idols vielleicht dazu überwinden können, im Sommer in der Swissporarena aufzuspielen. 

Trainer Thomas Haeberli und Team-Manager Dante Carecci beim Verlassen der FCL-Geschäftsstelle.
Trainer Thomas Haeberli und Team-Manager Dante Carecci beim Verlassen der FCL-Geschäftsstelle. (Bild: Martin Meienberger)

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