EVZ-Stürmer Sven Senteler (links) kehrt am Dienstag beim 4:1-Sieg in Rapperswil auf die Spielerbank zurück und bespricht sich mit Reto Suri. (Bild: EVZ)
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EVZ-Stürmer Sven Senteler (links) kehrt am Dienstag beim 4:1-Sieg in Rapperswil auf die Spielerbank zurück und bespricht sich mit Reto Suri. (Bild: EVZ)

Trifft Senteler auch im Cup-Final?

5min Lesezeit

Am Sonntag bestreitet der EV Zug mit dem Cup-Final gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers die bisher wichtigste Partie der Saison. Die Hoffnungen ruhen dabei auf einem starken Kollektiv und einem unerwarteten Torgaranten.

Wird der Cup seit seiner Wiedereinführung 2014 von den Spitzenteams eher stiefmütterlich behandelt, so hat sich dies beim EVZ und seinen Anhängern spätestens mit dem Finaleinzug geändert. Denn der diesjährige Final bietet den Zugern eine historische Chance. Erstmals seit dem Gewinn des Meistertitels 1998 bestreiten die Zuger am Sonntag eine Partie, an deren Ende sie den Pokal eines Pflichtspielwettbewerbs in die Höhe stemmen können.

Entsprechend gross ist die Bedeutung, welche die Spieler der Begegnung gegen den Titelverteidiger aus Rapperswil beimessen. «Es ist ein Spiel, bei dem es um alles geht», meint Sven Senteler, der es darum «mit einer siebten Partie einer Playoff-Serie» vergleicht.

Offensive Leistungsexplosion von Senteler

Entsprechend investieren die Zuger bei der Vorbereitung auf die Partie etwas mehr Zeit in die genaue Analyse des Gegners, als dies bei einer normalen Partie in der Qualifikation der Meisterschaft üblich ist. Auf diese Weise soll eine unangenehme Überraschung gegen das abgeschlagene Schlusslicht der Meisterschaft vermieden werden. Dabei kommt den beiden Teams entgegen, dass sie an diesem Dienstag in der Meisterschaft eine Hauptprobe gegeneinander absolvieren durften, welche die Zuger souverän mit 4:1 für sich entscheiden konnten.

«Viel hilft mir, dass ich als Center spielen darf.
Auf dieser Position fühle ich mich viel wohler.»

Sven Senteler, Stürmer des EV Zug

Wie in dieser Spielzeit üblich, überzeugten die Kolinstädter mit einer kompakten Teamleistung, welche die Ausfälle von Hochkarätern wie Goalie Tobias Stephan und den drei Ausländern Carl Klingberg, David McIntyre und Garrett Roe kompensieren konnte. Stattdessen spielen sich andere Spieler in den Vordergrund, von denen das in dieser Form nicht erwartet worden wäre. Die offensive Renaissance von Reto Suri, der dank viel offensivem Auslauf und Vertrauen der Coaches an seine produktivsten Jahre anknüpft, ist hinlänglich dokumentiert. Mehr erstaunen mag die Leistungsexplosion von Senteler, der mit bereits 15 Meisterschaftstoren seinen offensiven Bestwert von zehn Treffern pulverisiert und zuletzt mit dominanten Auftritten in der Offensive wie in der Defensive geglänzt hat.

Die Wichtigkeit der Centerposition

Wie erklärt sich der 26-Jährige, dass er in seiner vierten Spielzeit beim EVZ momentan das beste Hockey seiner Karriere zeigt? «Die offensivere und aggressivere Spielweise liegt auch mir», verweist der Zürcher auf die neue taktische Marschroute unter Coach Dan Tangnes, der auf ein dominanteres, kreativeres Auftreten setzt. Neben der taktischen Neuausrichtung hilft Senteler der Umgang der Coaches, welche mit ihren Schützlingen viel individuell kommunizieren würden. Der «etwas persönlichere Umgang» führe dazu, dass die Spieler auch während weniger erfolgreichen Phasen Zuspruch erhielten, wie der Stürmer, der seinen Vertrag Ende November bis 2020 verlängert hat, ausführt.

«Es wäre für uns als Organisation wichtig,
wieder einmal einen Titel zu holen.»

Sven Senteler

Das Aufblühen Sentelers hängt also wesentlich mit der Arbeit von Tangnes und dessen Assistenten Stefan Hedlund und Josh Holden zusammen. Eine der wichtigsten Aufgaben von Eishockeytrainern betrifft das Finden von geeigneten Rollen und Positionen für ihre Spieler. Auf just diese Entscheidung führt Senteler seine selbstbewussten und kompletten Auftritte in allen drei Zonen des Eisfeldes zurück. «Viel hilft mir, dass ich als Center spielen darf. Auf dieser Position fühle ich mich viel wohler», so der Stürmer, der unter Harold Kreis oft als Flügel aufgestellt wurde. Als Mittelstürmer würde es ihm, der bei den Junioren der ZSC Lions als Center ausgebildet wurde, viel einfacher fallen, beim Spielaufbau den Puck aus der eigenen Zone heraus- und in das gegnerische Drittel hineinzutragen.

 Cup-Sieg als Zwischenstation zum Playoff-Erfolg?

Die dadurch erhaltene Verantwortung zahlt Senteler mit starken Leistungen und einer aussergewöhnlichen Produktion zurück. Musste er letzte Saison über viereinhalb Monate auf seinen zweiten Saisontreffer warten, so scheinen seine Schüsse momentan nach Belieben den Weg in das gegnerische Tor zu finden. «Ich kann jetzt davon profitieren, dass ich einen guten Saisonstart hatte und dadurch viel Selbstvertrauen tanken konnte», so Senteler, der momentan mit über 21 Prozent aller Schüsse trifft. Langfristig wird er diese Quote kaum aufrechterhalten können (der Liga-Durchschnitt liegt bei weniger als 9 Prozent), doch scheint ein Ende seiner Erfolgssträhne kaum absehbar.

Gut möglich also, dass Senteler auch am Sonntag seinen Stock bei einer entscheidenden Aktion im Spiel haben und seine Farben zum langersehnten Titel führen wird. Die Bedeutung eines Sieges ist ihm bewusst: «Es wäre für uns als Organisation wichtig, wieder einmal einen Titel zu holen. Und dem Team gäbe es Selbstvertrauen im Hinblick auf die Playoffs», so Senteler, der 2014 mit den ZSC den Meistertitel gewonnen hat und weiss, wie zentral solche kapitalen Siege für ein Team sind, um eine Gewinnermentalität reifen zu lassen.

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