Brian Flynn spielt künftig für den EV Zug. (Bild: zvg)
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Brian Flynn spielt künftig für den EV Zug. (Bild: zvg)

Sportchef Kläy hadert mit ausgetrocknetem Spielermarkt

6min Lesezeit

Am Freitag wird, wenn alles klappt, Brian Flynn im Zürcher Hallenstadion zum ersten Mal für den Qualifikationsersten der National League auflaufen. Es wird auch für die sportliche Leitung des EVZ eine Premiere sein. Den 30-jährigen US-Stürmer hat Sportchef Reto Kläy erst in TV-Übertragungen spielen sehen.

Der EV Zug hat in dieser Meisterschaft schon einiges erdulden müssen, wenn es um die Verfügbarkeit seiner Söldner ging. Oft war mindestens einer von ihnen verletzt ausgefallen. In diesen Tagen und Wochen waren es mit Carl Klingberg und David McIntyre wieder mal zwei. Und was machte der EVZ? Er liess sich nicht beirren, schlug die Gegner in schöner Regelmässigkeit und dominiert als Spitzenreiter mit aktuell drei Punkten Vorsprung vor dem SC Bern die Qualifikation fürs Playoff. Darum lässt sich hinter Qualität, Charakter und Breite im EVZ-Kader ein Ausrufezeichen setzen.

Was ist in dieser Situation also der passende Ausländer für eine so gut geölte Maschine, die surrt und brummt wie der EV Zug? «Sicher kein Selbstdarsteller», war für Kläy klar.

Ein Nebendarsteller in der besten Liga der Welt

Sondern? «Ein Stürmer, der als Mittelstürmer und Flügel eingesetzt werden kann, mannschaftsdienlich spielt und weiss, wo das gegnerische Tor steht», skizziert der Sportchef das Anforderungsprofil, mit dem er sich auf die Suche nach dem siebten Ausländer in dieser Saison begab. Acht Lizenzen stehen jedem Mitstreiter in der National League maximal zur Verfügung.

Seinen Zuschlag erhielt Brian Flynn. Man tut ihm kaum Unrecht, wenn man ihn mit 275 NHL-Spielen und 61 Punkten (27 Tore) für Buffalo und Montreal als Nebendarsteller in der besten Liga der Welt bezeichnet. Die beiden letzten Saisons verbrachte er in der American Hockey League (AHL). Der EV Zug ist sein erster Arbeitgeber ausserhalb von Nordamerika. «Man kann zu diesem Zeitpunkt nicht die volle Dröhnung haben», sagt Kläy mit Blick auf den ziemlich ausgetrockneten Spielermarkt fast schon entschuldigend.

Brian Flynns Vertrag in Übersee wurde kürzlich aufgelöst:

 

Ein Vorteil beim Bully und Powerplay

Aber es gibt genügend Ansatzpunkte, die Flynns Engagement bis zum Saisonende nachvollziehbar machen. Zum einen erfüllt der US-Stürmer Kläys Anforderungsprofil. Zum anderen ist er mit dem Stock ein Rechtsausleger, was ein Vorteil beim Bully und Überzahlspiel sein kann. «Zudem wurde er regelmässig im Über- und Unterzahlspiel eingesetzt», sagt Kläy. Flynn ist zusammen mit Lino Martschini, Carl Klingberg, Dario Simion und Sven Leuenberger der fünfte Rechtsausleger im EVZ-Sturm.

84 kg Körpergewicht, verteilt auf 185 cm Körpergrösse, lassen darauf schliessen, dass der neu verpflichtete Söldner mehr mit der Technik als der Brechstange zum Erfolg kommen will. «Das kann man sicher so sagen», bestätigt Kläy und ergänzt, dass er am Donnerstag in Zug eintreffen werde. «Fürs Mannschaftstraining wird es aber kaum reichen. Und nach all den Reisestrapazen wird Flynn wohl auch noch nicht die schnellsten Beine haben.»

Kläy hörte sich bei letzten Arbeitgebern um

Bis jetzt hat ihn aber noch keiner von der sportlichen Führung der Zuger live spielen sehen. «Nur am TV», gibt Kläy offen zu. Aber er führt aus, dass er sich bei Buffalo und Montreal als auch bei seinen letzten Arbeitgebern in der AHL umgehört habe. Bei Trainern und Mitspielern. «Die Aussagen waren in überwiegender Mehrzahl deckungsgleich. Deshalb erachte ich die Chance, dass Flynn unsere Erwartungen erfüllen wird, als gross.»

Und wenn nicht, ist man versucht zu sagen, wird der EVZ kaum einbrechen. Zumindest in der Qualifikation nicht.

Stocktechnisch hat Flynn einiges zu bieten:

 
 
 
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Brian Flynn, shootout specialist. 🚨

Ein Beitrag geteilt von #1 Montreal Canadiens Fan Page (@allcanadiens) amDez 5, 2016 um 4:51 PST

 

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