Luca Hollenstein wurde zum besten Mann des Spiels gegen Schweden gewählt. (Bild: SRF)
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Luca Hollenstein wurde zum besten Mann des Spiels gegen Schweden gewählt. (Bild: SRF)

Die zukünftige Nummer 2 profitiert von Leonardo Genoni

4min Lesezeit

Die Schweizer U20 kämpft an der Eishockey-WM in Kanada gegen Finnland um den Finaleinzug (in der Nacht auf Samstag) – vor allem auch dank den starken Leistungen von EVZ-Goalie Luca Hollenstein. Bei seinem Arbeitgeber ist der 18-Jährige in der nächsten Saison als neue Nummer 2 hinter Leonardo Genoni vorgesehen. Hollenstein ersetzt Sandro Aeschlimann, der sich dem HC Davos anschliesst. 

Das aktuelle Goalie-Duo Tobias Stephan (34) mit seinem Ersatz Sandro Aeschlimann (24) wird schon in wenigen Monaten EVZ-Geschichte sein. Stephan wechselt bekanntlich nach Lausanne, Aeschlimann nach Davos. Das hat er die Vereinsverantwortlichen kürzlich wissen lassen.

Auch wenn Aeschlimann in bislang sechs Meisterschaftsspielen für Zug zu überzeugen wusste (Abwehrquote von 93,21 Prozent), so stellt sein Abgang für Sportchef Reto Kläy nicht das geringste Problem dar. Weil die nächste Begabung in der Zuger «Goaliefabrik» auf ihre Bewährungschance in der höchsten Schweizer Spielklasse wartet. Nach Noel Bader (vor dieser Saison zu Aufsteiger Rapperswil-Jona Lakers) und Aeschlimann ist die Reihe bald an Luca Hollenstein, die Nummer 2 im National-League-Team zu mimen. Der gebürtige Churer wird ab nächster Saison vom neu verpflichteten SCB-Meistergoalie Leonardo Genoni (31) lernen dürfen.

Kläy: «Er kann mit Druck umgehen»

Was er drauf hat, zeigt Hollenstein in diesen Tagen an der U20-WM in Übersee. In der Nacht auf diesen Donnerstag hatte er mit 41 gehaltenen Schüssen massgeblichen Anteil am grossen Schweizer Viertelfinalsieg gegen Turnierfavorit Schweden (2:0). Seine Abwehrquote an diesem Turnier liegt bei sagenhaften 97,75 Prozent. Damit ist Hollenstein aktuell der beste WM-Goalie.

Luca Hollenstein ist momentan der beste Goalie an der U20-WM.
Luca Hollenstein ist momentan der beste Goalie an der U20-WM. (Bild: EVZ/ Philipp Hegglin)

Reto Kläy sagt zwar, dass er schon immer gewusst habe, welches Potenzial Hollenstein habe. Aber eine solch überragende Performance zeichnete sich nicht unbedingt ab. Denn bei seinen elf Einsätzen für die EVZ Academy in der Swiss League kam Hollenstein auf eine knapp genügende Abwehrquote von 89,54 Prozent. «Die Erfahrung in der zweithöchsten Spielklasse hat ihm für die WM geholfen. Diese ist kompetitiver als Einsätze auf höchster Nachwuchsstufe», hält Kläy fest.

Hollenstein ist nicht unbedingt ein Torhüter mit Gardemassen. Dafür fehlen ihm mit seinen 1,78 Metern ein paar Zentimeter. Aber er macht das mit einer sehr guten Technik wett. Seine grösste Stärke ist aber die Ruhe, die er ausstrahlt. «Er kann mit Druck umgehen, das ist sehr wichtig», urteilt Kläy.

Das optimale EVZ-Szenario

Dank den überragenden WM-Leistungen plant der EVZ-Sportchef nun den nächsten Entwicklungsschritt mit Hollenstein. Der Mann, der noch eine weitere Saison bis zum Lehrabschluss in der EVZ Hockey Academy verpflichtet ist, soll Ersatzgoalie von Genoni im Profi-Team werden. «Hollenstein hat das Potenzial, in ein paar Jahren eine Nummer 1 in der National League zu werden», glaubt Kläy.

«Auch eine klare Nummer 1 braucht während einer langen Saison Entlastung.»

Reto Kläy, EVZ-Sportchef

Doch die Frage ist: Wird sich eine Begabung wie Hollenstein hinter einem Übergoalie wie Genoni (Vertrag bis 2024) überhaupt weiterentwickeln können?

Die höhere Präzision und das schnellere Spiel in der höchsten Schweizer Spielklasse kann Hollenstein nur adaptieren, wenn er in Ernstkämpfen zum Einsatz gelangt. Kläy betont: «Auch eine klare Nummer 1 braucht während einer langen Saison Entlastung. Gerade Doppeleinsätze an einem Wochenende verbrauchen viel Energie. Deshalb werden wir so weiterfahren wie in dieser Saison mit Stephan. Dieser ist noch besser geworden, seit er von Zeit zu Zeit durch Aeschlimann entlastet wurde.»

Das optimale EVZ-Szenario wäre, den nächsten Goalie nach der Ära Genoni aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. Hollenstein hat sich in diesem Zusammenhang zu einer interessanten Option gemacht – auch wenn der Weg noch ein langer ist und das Timing passen muss.

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