FCL-Trainer René Weiler ist mit den Leistungen seiner Spieler zufrieden. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
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FCL-Trainer René Weiler ist mit den Leistungen seiner Spieler zufrieden. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

FCL-Trainer Weiler verlangt mehr Qualität im Kader

6min Lesezeit

Die erste Saisonhälfte unter Trainer René Weiler ist Geschichte. Die Verantwortlichen zeigen sich zufrieden. Dennoch gibt es für Sportchef Remo Meyer im Winter einiges zu tun – das Transferfenster bietet Möglichkeiten, den Kader zu verbessern. Für einige Spieler sind Abnehmer gesucht.

Francisco Rodriguez ist bereits in Dubai – Lazar Cirkovic in Belgrad: Die FCL-Spieler grüssen auf Instagram aus den Ferien. Erholung ist angesagt, nach einer fordernden Vorrunde. Mit 25 Punkten in 18 Spielen steht der FC Luzern auf dem fünften Platz. Die sportliche Leitung um Sportchef Remo Meyer und Trainer René Weiler wirkt zufrieden, als sie diesen Montag Bilanz zieht.

Nach dem Umbruch im Sommer: Goalie Jonas Omlin und Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu verliessen den Club – mit René Weiler kam ein neuer Trainer, hat die Mannschaft im zweiten Viertel viel stabiler gespielt. «Man sieht eine Entwicklung», sagt Remo Meyer. Mit den beiden Siegen zum Abschluss konnte man sich belohnen, die beiden Spiele davor in Sion (0:2) und gegen Basel (1:1) hätte man auch schon gewinnen können. «Die Effizienz hat teilweise gefehlt», gibt sich Meyer auch selbstkritisch.

Weiler fordert mehr Qualität

In der Winterpause ist es immer auch Zeit, über Veränderungen im Kader nachzudenken. Das wissen Meyer und Weiler, die sich in diesen Fragen sehr entspannt zeigen. «Grosse Veränderungen sind nicht angestrebt», erklärt Meyer. Man habe immer Spieler im Auge und es könne auch sein, dass der eine oder andere Spieler den Club verlässt.

«Ich werde keine Spieler öffentlich schlechtreden.»

René Weiler

Dies entspricht auch dem Wunsch von René Weiler. «Wir wollen die drei, vier Spieler, denen es nicht reicht, mit solchen ersetzen, die besser sind», sagt er unverhohlen. Namen nennt er keine. «Ich werde keine Spieler öffentlich schlechtreden.» In seiner gewohnt offenen Art sagt der Zürcher aber auch ohne konkrete Namensnennung viel. «Letztendlich geht es immer um Qualität. Wer zum Einsatz kommt, hat sich gegenüber den Ersatzspielern durchgesetzt.» 

Feka und Rodriguez können wohl gehen

Zu Beginn der Saison war der FCL noch von Verletzungssorgen geplagt. Spieler wie Rodriguez, Feka, Schmid oder Ugrinic kamen zum Einsatz. «Gegen Ende haben einfach die besten gespielt», so Weiler.

Der Trainer war mit vielen Vorschusslorbeeren nach Luzern gekommen. Jetzt setzt er das Leistungsprinzip knallhart durch. «Ich kenne im Spitzensport nichts anderes», sagt er. Und er erklärt auch, dass er sich voll auf die Spieler verlassen können müsse. «Spieler, wo du nie weisst, ob sie genial sind oder ein Totalausfall, sind für jeden Trainer ein Horror», so Weiler.

Nach dem Spiel gegen den FC St. Gallen bedankten sich die FCL-Spieler mit einem Transparent.
Nach dem Spiel gegen den FC St. Gallen bedankten sich die FCL-Spieler mit einem Transparent. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sportchef Remo Meyer geht in seinen Ausführungen viel stärker auf die einzelnen Spieler ein. In seinen Ausführungen wird doch einiges über die FCL-Pläne in der Winterpause klar. Ganz deutlich wird er bei Dren Feka (21). «Wir streben in der Winterpause eine Veränderung an», sagt Meyer. Der Vertrag des Deutschen würde im Sommer auslaufen.

Auch bei Francisco Rodriguez (23) scheint eine Luftveränderung möglich. «Ich würde es nicht ausschliessen, dass er den Verein verlässt», erklärt Meyer. Anders beurteilt er die Personalie Valeriane Gvilia: «Wir planen mit ihm.»

Juric wird gehen – spätestens im Sommer

Bei Tomi Juric (27), der im Sommer bei Basel im Gespräch war und aktuell beim FC Sion ein Thema ist, geht Meyer von einem Verbleib aus. Aufgrund der zahlreichen Verletzungen habe er sich nicht in die Notizblöcke anderer Vereine spielen können.

Im Sommer kann Juric den FCL dann ablösefrei verlassen. Meyer sagt, man strebe keine Vertragsverlängerung an. «Aus welchem Grund auch? Die Statistik spricht wegen den Verletzungen nicht für ihn.» In der Rückrunde könne Juric aber doch noch zur Option werden. «Er ist ein aufsässiger Spieler, der durchaus Qualität hat.» 

Ferner ist unklar, wer die mittel- und langfristige Nummer 1 des Clubs ist. Mit Mirko Salvi (24), Dave Zibung (34) und Loic Jacot (19) stehen aktuell drei Goalies unter Vertrag. Zurzeit geht man davon aus, mit diesen dreien die Saison zu beenden. Meyer kann noch nicht sagen, wie es darüberhinaus weitergeht.

Was passiert mit den Oldies?

Die Personalie Dave Zibung ist insofern interessant, als dass man dem verdienten Spieler ein würdiges Karriereende wünscht. Genauso ist es auch bei den beiden Aussenverteidigern Christian Schwegler (34) und Claudio Lustenberger (31). Bei allen dreien laufen die Verträge aus. «Das Ziel ist, alle drei im Verein zu behalten», sagt Meyer. Ob auf dem Spielfeld oder in einer anderen Funktion sei aktuell noch offen. «Wir werden in der Winterpause Gespräche führen.»

Für Meyer spielt die Leistung eine Rolle und die Besetzung der Positionen. «Am Ende entscheide ich, ob es weitergeht oder nicht.» Meyer lässt durchblicken, dass es nicht sinnvoll wäre, wenn bei allen dreien Ende Saison Schluss ist. Schliesslich würde der Verein auf einen Schlag fast hundert Jahre Lebenserfahrung in der Garderobe verlieren.

Claudio Lustenberger ist in der Vorrunde aufgrund Verletzungen noch überhaupt nicht zum Einsatz gekommen. Dasselbe gilt für Tsiy William Ndenge (21), der im Sommer von Borussia Mönchengladbach zum FCL stiess. Remo Meyer zeigt sich jedoch zuversichtlich. «Wir sind von ihm überzeugt. Er hat Qualität und wird dem Trainer mehr Optionen im Zentrum geben.» Meyer erklärt, man habe von seiner Verletzung gewusst. «Für uns war es unwichtig, ob er in der Vorrunde noch einsteigt.»

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