Zugs Torhüter Tobias Stephan. (Bild: Melanie Duchene/EQ Images)
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Zugs Torhüter Tobias Stephan. (Bild: Melanie Duchene/EQ Images)

Tobias Stephan gehört nun zu einem exklusiven Klub

4min Lesezeit

Mit dem souveränen und hochverdienten 2:0 gegen den HC Davos holte der EV Zug am Samstag den dritten Erfolg en suite und den fünften aus den letzten sechs Meisterschaftspartien. Damit konnte sich Torhüter Tobias Stephan eine besondere Partie versüssen.

Während der Davoser Schlussmann Gilles Senn trotz einer hervorragenden Leistung auch in seinem erst vierten Saisoneinsatz als Verlierer vom Eis musste und sein Team in der Ära nach del Curto weiterhin sieglos bleibt, durfte der kaum beschäftigte Tobias Stephan seinen dritten Shutout in der laufenden Spielzeit feiern. Dies in einer für den Zürcher speziellen Partie – seiner 750. in der höchsten Spielklasse, wofür der 34-Jährige vor dem Anspiel geehrt wurde.

Eine mentale Herausforderung

Entsprechend zufrieden zeigte sich Stephan nach der Partie vor der versammelten Journaille. Nach einer Würdigung der Leistung seines Antipoden Senn sprach er von einem «guten Abend», die Lorbeeren leitete er prompt an seine Vorderleute weiter, die sehr gut gespielt und ihm den Job «einfach gemacht» hätten.

Trotz des Understatements des sich wie üblich bescheiden und zurückhaltend äussernden Schlussmanns stellte die Partie eine besondere Herausforderung für ihn dar. Denn die Bündner konnten bloss 15 Mal auf sein Tor schiessen und kaum Torgefahr erzeugen. Mehrmals musste Stephan deshalb längere Phasen ohne Beschäftigung durchstehen, was aus mentaler Sicht eine Herausforderung darstellen kann.

«Die Konzentration zu behalten, stellt weniger ein Problem dar, sondern eher den Rhythmus aufrechtzuerhalten, sodass man bereit ist, wenn der Gegner wieder angreift», so der 192 Centimeter grosse Hüne. Entscheidend sei, sich mental zu fordern. Zudem könne bei solchen Spielen «ein negativer Druck» entstehen, dass man ja keinen Fehler mache und so nicht ungewollt ins Rampenlicht trete. Trotzdem «habe ich es lieber so, wenn die Mannschaft gut spielt und ich weniger zu tun habe», so der ehemalige NHL- und Nati-Goalie.

Statistische Werte wie gewohnt hervorragend

Nachdem er das Rencontre gegen die SCL Tigers wegen einer Entzündung an der Hüfte verpasst hatte, kehrte Stephan in die Mannschaft zurück und knüpfte dort an, wo er zuvor aufgehört hatte. Auch in seiner fünften – und letzten – Saison bei den Zugern trägt er mit konstanten Leistungen dazu bei, dass seine Farben eine resultatmässig sorgenfreie Qualifikation absolvieren können.

«Ich habe das erst heute morgen erfahren. Es ist schön, wenn man ein solches Jubiläum erleben darf»

Tobias Stephan

Von allen Stammtorhütern kassiert er nach Leonardo Genoni, seinem Nachfolger im Zuger Tor, am zweitwenigsten Gegentreffer und weist er die dritthöchste Quote an gefangenen Schüssen – hinter Genoni und dem Lausanner Keeper Luca Boltshauser – auf. In beiden Kategorien glänzt er momentan mit den besten Werten seiner Karriere.

In einem exklusiven Klub

Vor 17 Jahren hat der ehemalige Klotener Junior beim EHC Chur in der obersten Spielklasse debütiert, bevor er bei seinem Stammklub, Genève-Servette und dem EVZ – zumindest während der Qualifikation – konstant überzeugende Leistungen abgerufen hat, weshalb er zu den besten Schweizer Torhütern seiner Generation gehört.

Dass er nun am Samstagabend als erst vierter Torhüter nach Reto Pavoni, Marco Bührer und Ronnie Rüeger seine 750. Partie in der National League bestritten hat, war ihm selber nicht bekannt. «Ich habe das erst heute morgen erfahren. Es ist schön, wenn der Körper so lange mitmacht und man ein solches Jubiläum erleben darf», so Stephan, der sich seinen Abschied aus Zug vor seiner Rückkehr an den Genfersee im kommenden Frühjahr mit einer anderen Feier versüssen möchte.

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