Ein Bild aus besseren Tagen: Zwei Mountainbiker spulen Meter ab an der Zugerberg Classic. (Bild: Michael Peter)
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Ein Bild aus besseren Tagen: Zwei Mountainbiker spulen Meter ab an der Zugerberg Classic. (Bild: Michael Peter)

Trotz Aus für Zugerberg Classic: Es gibt einen Silberstreifen am Horizont

4min Lesezeit

Die kollektive Hast auf den Zugerberg für Mountainbiker und Bergläufer ist nicht mehr. Denn die 23. Austragung der Zugerberg Classic vergangenen Mai war die letzte. Die Gründe für das Aus sind vielschichtig. Doch: Für alle radsportbegeisterten Zuger gibt es Hoffnung.

Die Muskeln brennen, der Hals ist trocken und die Puste droht langsam, aber sicher auszugehen. So mag sich schon so mancher Läufer und Mountainbiker gefühlt haben, der sich an der Zugerberg Classic auf den Zuger Hausberg gequält hat.

Jeweils hunderte Läufer nahmen den beschwerlichen Weg vom Burgbachkeller über die Schlittelpiste auf den Zugerberg in Angriff: 6,2 Kilometer und 500 Höhenmeter waren zu bewältigen. Für die Mountainbiker waren es 25 Kilometer und 1000 Höhenmeter auf ihrem Weg über Oberwil und den Walchwilerberg.

Doch damit ist nun Schluss. Wie das zuständige OK am Dienstag mitteilte, war die 23. Austragung der Zugerberg Classic vergangenen Mai die letzte (zentralplus berichtete).

Wo bleiben die guten Seelen?

Es sei eine Summe von Gründen, die zu diesem Entscheid geführt habe. Unter anderem sei der RMV Cham-Hagendorn per 2020 als Organisationsverein ausgestiegen. Dieser teilte sich das Amt in den vergangenen Jahren mit dem Veloclub Baar-Zug und dem Skiklub Oberwil-Zug. Letzterer hatte die Zugerberg Classic einst ins Leben gerufen.

«Manche Helfer gehen auf die 70 zu und wollten deswegen gerne etwas kürzertreten.»

Werner Gämperli, Kommunikationsverantwortlicher Zugerberg Classic

Der RMV Cham-Hagendorn begründet seinen Ausstieg damit, dass es immer schwieriger geworden sei, genügend Helfer zu finden. Werner Gämperli, Kommunikationsverantwortlicher der Zugerberg Classic, bestätigt dies: «Viele der freiwilligen Helfer sind schon seit vielen Jahren dabei. Manche von ihnen gehen auf die 70 zu und wollten deswegen gerne etwas kürzertreten.»

Junge zieren sich

Sie seien der Meinung, nun sei es an der jüngeren Generation, bei den Helferdiensten den Lead zu übernehmen. «Doch es gestaltete sich sehr schwierig, die Jungen dafür zu motivieren», sagt Gämperli. Er begründet dies unter anderem mit dem heutigen Zeitgeist, dass die Jungen weniger erpicht darauf seien, sich für etwas fest verpflichten zu lassen.

«Wir hatten die Idee, uns auf den Berglauf zu konzentrieren.»

Werner Gämperli

Erschwerend kam für die Zugerberg Classic die Unstetigkeit im zehnköpfigen OK hinzu. Bereits 2016 habe es einige Wechsel gegeben, sagt Werner Gämperli. Dieses Jahr verabschiedete sich dann auch noch OK-Präsident Reto Bühler – und zwar so richtig: Er wanderte nach Australien aus. Sein Amt hatte interimsmässig Elyne Hager übernommen.

Hauptsponsor verabschiedet sich

Was jedoch schwerer wog, war der Abgang des Sponsoring-Verantwortlichen im OK. Dies just in der Zeit, als der Vertrag mit dem Hauptsponsor V-Zug auslief. Eine Verlängerung des Kontrakts werde es nicht geben. «Schwierig zu sagen», entgegnet Gämperli auf die Frage, ob ohne Nachfolger des Haushaltsgeräte-Herstellers eine Weiterführung des Events in abgespeckter Form möglich gewesen wäre.

«Der Veloclub Baar-Zug arbeitet daran, sich endlich den Wunsch eines Jugendrennens zu erfüllen.»

Werner Gämperli

Gämperli sagt, das OK habe verschiedene Szenarien geprüft, um die Zugerberg Classic weiterzuführen. «Wir hatten unter anderem die Idee, auf den Mountainbike-Teil zu verzichten und uns auf den Berglauf zu konzentrieren, da bei diesem der Aufwand weniger hoch ausfällt», so Gämperli. Doch hätte sich einzig die Organisation des Berglaufs nicht gelohnt – nur schon in Bezug auf den Unterhalt einer Festwirtschaft.

Der Nachwuchs darf hoffen

Trotz Abgängen im OK: Werner Gämperli wäre nach eigener Aussage geblieben. Obwohl er selbst erst seit letztem Jahr dabei sei, verbinde er sehr schöne Erinnerungen mit der Veranstaltung. «Wir hatten viele Hobbyläufer in unseren Reihen, weswegen es sehr herzlich zu- und herging.» 

Und Gämperli macht all jenen Mut, die auf einen Nachfolge-Event hoffen: «Der Skiklub Oberwil-Zug plant für 2020 einen Wettkampf für den Nachwuchs. Und auch der Veloclub Baar-Zug arbeitet daran, sich endlich den Wunsch eines Jugendrennens zu erfüllen.» Ein direkter Nachfolger für die Zugerberg Classic wäre dies jedoch nicht. Einerseits wäre der Ort ein anderer. Zudem soll im Gegensatz zur Classic beim künftigen Anlass der Nachwuchscharakter im Zentrum stehen, so Werner Gämperli.

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