Tsiy William Ndenge, hier noch im Dress von Borussia Mönchengladbach hat noch kein Spiel für den FCL bestritten. (Bild: Madeleine Duquenne/meienberger-photo)
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Tsiy William Ndenge, hier noch im Dress von Borussia Mönchengladbach hat noch kein Spiel für den FCL bestritten. (Bild: Madeleine Duquenne/meienberger-photo)

Das Phantom der Luzerner Allmend

2min Lesezeit

Die Geschichte beginnt schon kurios: Kurz vor Ende des internationalen Transferfensters Ende August verpflichtet der FC Luzern den am Knie verletzten Tsiy William Ndenge (21) von Borussia Mönchengladbach. Der zentrale Mittelfeldspieler sei schnell einsetzbar und werde den Fans noch viel Freude bereiten, verbreitet der FCL. Bis heute war davon nichts zu sehen.

Was ist denn hier los? Ndenge hätte FCL-Trainer René Weiler in der Vorrunde eine neue Option im Mittelfeld bieten sollen. Das war der Plan. Doch bis heute hat der deutsch-kamerunische Doppelbürger nicht ein einziges Training mit seinen neuen Teamkollegen bestreiten können. Geschweige denn einen Ernstkampf. 

Die unfreiwillige FCL-Schmonzette beginnt in den letzten schönen Sommertagen, als die sportliche Leitung nach der Vertragsunterschrift mit Ndenge die Medien wissen liess: «Ende der Natipause wird er uns helfen können.» Mitte September hätte es also soweit sein sollen. Stattdessen ist der Mann, der am 13. Mai mit Roda JC Kerkrade in der obersten holländischen Spielklasse seinen letzten Einsatz bestritt, zu einem Phantom auf der Luzerner Allmend geworden.

Premiere vor Beginn der Winterpause?

Warum diese Fehleinschätzung? Die Knieverletzung stellte sich als gravierender oder als zumindest in der Regeneration hartnäckiger heraus, als man es sich beim FCL vorstellte. Hat also die medizinische Abteilung der Luzerner nicht genau hingeschaut? «Nein», sagt Medienchef Markus Krienbühl. «Borussia Mönchengladbach hat die Verletzung unterschätzt.» Man möchte anmerken: Es ist wohl kein Alleinstellungsmerkmal des Deutschen Bundesligisten auf dem Planeten Fussball, dass er als abgebender Verein die Dinge vielleicht ein bisschen schöner darstellt, als sie in Wirklichkeit sein mögen.

Aber was ist denn Stand heute? «Ndenge ist nach wie vor für sich alleine am Joggen», sagt Krienbühl. Und wagt dennoch eine neue, kühne Prognose: «Bis zum Beginn der Winterpause werden wir ihn noch im Einsatz sehen.» Kühn deshalb, weil der FCL am 16. Dezember mit einem Heimspiel gegen St. Gallen seine Vorrunde abschliesst. Echt ambitioniert, einen verletzten Spieler, der noch nie mit seinen neuen Teamkollegen trainiert hat und weder System noch Automatismen kennt, so schnell im Aufgebot zu erwarten. Selbst wenn es bloss um einen Teileinsatz ginge.

Denn was lehrt uns gerade diese Geschichte? Im Fall von Ndenge sollte man sich zeitlich nicht versteifen. Schliesslich gilt bei ihm wie überall sonst im Leben: Vorfreude ist die schönste Freude.

 

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