Der neue FCL-Stürmer Blessing Eleke steckt sich hohe Ziele. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
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Der neue FCL-Stürmer Blessing Eleke steckt sich hohe Ziele. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Wird Blessing Eleke für den FC Luzern zum Segen?

7min Lesezeit

Sein Vorname, seine Frisur und sein Spielstil: Am neuverpflichteten FCL-Stürmer Blessing Eleke ist einiges nicht ganz alltäglich. Der 22-jährige Nigerianer mit der Körpergrösse von 1,90 m hat in Luzern schon ziemlich Eindruck hinterlassen. Und auch seine Posts in den sozialen Medien sind aussergewöhnlich.

In den sozialen Medien teilt sich Blessing Eleke gerne mit. Erst recht für einen jungen Menschen ist das gewiss kein Alleinstellungsmerkmal. Doch bei ihm sind die Botschaften eher aussergewöhnlich. Sie drehen sich nicht selten um seinen Glauben an Gott. Im Bild ist darum gelegentlich zu sehen, wie Eleke vor einer Kirche in unserer Region steht. «Wenn es Gott nicht möglich gemacht hätte, wäre niemand von uns auf dieser Welt. Ich bin mir sicher, dass er mich durchs Leben leitet», sagt der gläubige Christ auf Englisch.

Am 5. März 1996 ist er im nigerianischen Aba in eine religiöse Familie hineingeboren worden. Und das verlief nicht reibungslos, wie Eleke erzählt: «Wegen der nicht leichten Geburt für meine Mutter verpasste mir mein Vater kurzerhand den Namen Blessing.» Blessing, der Segnende, also. Dabei hatte sich seine Mama zuvor schon für einen anderen Vornamen entschieden. Für Onyemaechi. «Und der bedeutet: Niemand weiss, was morgen kommt», sagt er lachend. Jetzt sei das halt sein zweiter Vorname.

FCL ist sein nächster Karriereschritt

Es ist Blessing Eleke quasi in die Wiege gelegt worden, um ein besseres Leben zu kämpfen. «Unsere Familie war nicht wohlhabend, das Leben in Nigeria hart», blickt er zurück. Aber seine Kindheit mit drei Brüdern und vier Schwestern bezeichnet er dennoch als eine glückliche. Mit 18 ist er ausgezogen, um sich den Traum von einem besseren Leben und einer schönen Fussball-Karriere zu erfüllen.

Blessing Eleke posiert vor der Hofkirche:

 
 
 
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Good morning to you all# The Lord is my shepherd🙏🏻❤️# psalm 23🙏🏻❤️

Ein Beitrag geteilt von Blessing Eleke (@blessing_eleke) amAug 21, 2018 um 10:58 PDT

Über Slowenien (92 Spiele und 28 Tore für ND Gorica und NK Olimpija Ljubljana) und Israel (19 Spiele und 5 Tore für den FC Ashdod) ist er in diesem Sommer in der Zentralschweiz gelandet. «Ein Freund, mit dem ich in Slowenien zusammengespielt habe, empfahl mir Land und Liga», sagt Eleke und ergänzt: «Die Schweiz ist für mich der nächste Tritt auf der Karriere-Leiter nach oben.» Und wo diese hinführen soll, weiss er ganz genau. «Hoffentlich zum FC Barcelona. Ich bin ein grosser Fan», sagt der 22-Jährige strahlend.

Die Frisur ist sein Markenzeichen

Sein Start im FC Luzern, bei dem er einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, liess sich schon mal gut an. In seinem ersten Einsatz gegen Lugano schoss Eleke einen sehenswerten Treffer zum 4:2-Schlussstand. Und es sollte noch besser kommen: Beim 2:1 im letzten Meisterschaftsspiel gegen GC war er bei der Wende in den letzten zehn Minuten eine treibende Kraft. Er erzielte den Ausgleich und bereitete Schürpfs Siegtreffer vor. «Ein grossartiges Erlebnis», erinnert er sich gerne. «Wir waren so glücklich, und mit uns all die tollen Fans aus dem Häuschen.»

Für den Sieg gegen GC bedankte sich Eleke an höchster Stelle:

Eleke bringt ein neues, wichtiges Element ins Spiel der Luzerner. Mit Körpereinsatz und Wucht kann sich der Afrikaner im gegnerischen Strafraum durchsetzen, und trotz seiner Körpergrösse ist er ziemlich flink. So markiert er Präsenz auf dem Platz. Mit diesen Eigenschaften hat er sich bei seinem Trainer René Weiler in den letzten drei Spielen zur Stammkraft aufgeschwungen. «In meinem Kopf dreht sich alles nur ums Toreschiessen. Am liebsten mindestens eines in jedem Spiel», macht er seine Ansprüche klar und fixiert sein Saisonziel bei mindestens 20 Toren. Die nächste Chance, seinen Torhunger zu stillen, bietet sich ihm am Samstag (17.30) im Cup gegen Servette in Genf.

Seine Frisur ist in Luzern bereits zu seinem Markenzeichen geworden. Eleke, der ein bisschen so aussieht, als trüge er Grossmutters Badekappe spazieren, sagt mit einem Schmunzeln: «Mir gefällt diese Frisur. Mir kommt es vor, als verbinde sich das Sonnenlicht mit meinen Haaren, und das verleiht mir zusätzliche Energie.» Wenn es so weiterläuft wie bisher, dann avanciert sein auffälliger Haarschnitt noch zum Glücksbringer.

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