Ultra-Runner oder Ultra-Spinner? Silvan Burkhalter trainiert gerne in der Natur. (Bild: zvg)
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Ultra-Runner oder Ultra-Spinner? Silvan Burkhalter trainiert gerne in der Natur. (Bild: zvg)

150 Kilometer um den See rennen – ist dieser Läufer wahnsinnig?

4min Lesezeit

150’000 Schritte, 6’500 Höhenmeter, ein Gehetze über den «Weg der Schweiz»: Der Luzerner Silvan Burkhalter rennt am Samstag in 24 Stunden rund um den Vierwaldstättersee. Er nennt sich Ultra-Runner. Sein Bruder sagt zu ihm: «Ultra-Spinner».

Mathias Haehl

«Nicht ganz 100» nennt Silvan Burkhalter sein Projekt, und es ist ja schon ein bisschen wahnsinnig. Wer schon Marathon gelaufen ist (wie der Autor deren fünf), weiss, wie Läufer bereits auf der 42-Kilometer-Strecke an ihre körperlichen und psychischen Grenzen kommen.

«Ein wenig verrückt muss ich für dieses Vorhaben schon sein.»

Extremsportler Silvan Burkhalter

Und jetzt will der 1,68 Meter grosse und 65 Kilo schwere Athlet fast einen vierfachen Marathon am Stück absolvieren. Ist dieser Mann lebensmüde? Silvan Burkhalter lacht und sagt: «Ein wenig verrückt muss ich für dieses Vorhaben schon sein.»

Burkhalter ist schon lange als ehrgeiziger Sportler unterwegs: Als Ringer erkämpfte er sich zwei Schweizermeister-Titel im Einzelwettbewerb. Derzeit trainiert er rund 100 Kilometer pro Woche, nebenbei arbeitet der 32-Jährige als Projektleiter bei der V-Zug Immobilien AG. Er stammt aus Wolhusen und wohnt heute in Luzern.

Start am Luzerner Inseli

Seinen Lauf rund um den See startet er am Samstag um 10 Uhr beim Luzerner Inseli, dann geht es Richtung Horw und Hergiswil. Am Inseli will Burkhalter am Sonntag um die gleiche Zeit wieder eintreffen. Auf dem Weg sind zwölf Stopps zur Verpflegung eingeplant, Bruder Flurin wird auf Facebook die Ankunftszeiten bei den Stopps stetig aktualisieren, auch wenn er Silvan «Ultra-Spinner» nennt. «Fans dürfen mich auf dem Weg gerne anfeuern. Und mir auch Wasser reichen», sagt der Läufer.

Für Fans: Hier kann man Silvan Burkhalter anfeuern. Und ihm Wasser reichen.
Für Fans: Hier kann man Silvan Burkhalter anfeuern. Und ihm Wasser reichen. (Bild: zvg)

Silvan Burkhalter wird sich hauptsächlich von Wasser, Kohlenhydraten und Zucker ernähren, zweimal wird er Pasta futtern. Ein achtköpfiges Helferteam wird ihn unterstützen und fährt im Kleinbus mit. «Am meisten Bammel habe ich vor der Zusatzschlaufe nach Bauen, wo ich ins Isenthal hochrenne. Das wird kurz vor Halbzeit gegen Abend sein, die Motivation ist dann vielleicht noch gut. Aber wie es da um die Kondition stehen wird …?»

«Ich will meinen Körper bis ans Limit pushen.»

Sein Antrieb: «Ich will meinen Körper bis ans Limit pushen und mentale Grenzen überschreiten: Das ist für mich der Inbegriff von Luxus. Das ist ein unglaubliches Gefühl der grenzenlosen Freiheit!»

Doch Burkhalter wird auch den sogenannten «Hammermann» und Bleibeine erleben, denn so weit ist er noch nie in seinem Leben am Stück gelaufen. Letzte Generalprobe war im Februar: Auf Gran Canaria rannte er am «Transgrancanaria» 125 Kilometer und 7’500 Höhenmeter in 21 Stunden.

32-jährig, 1.68 Meter gross und 65 Kilos schwer: Extremsportler Silvan Burkhalter.
32-jährig, 1,68 Meter gross und 65 Kilo schwer: Extremsportler Silvan Burkhalter. (Bild: zvg)

Und wenn er scheitert? «Das ist nicht eingeplant», sagt er selbstbewusst. Aber falls doch, dann wird er nochmals antreten. Auch, wenn er die Strecke in 25 Stunden schafft. Ist der Mann wirklich nicht ganz 100? Nochmals zum doppeldeutigen Namen des Projekts: «Nicht ganz 100» heisst es, weil sein Weg den offiziellen Wanderrouten 98 («Waldstätterweg») und 99 («Weg der Schweiz») folgt.

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