Shkelqim Demhasaj umringt von drei YB-Spielern. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)
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Shkelqim Demhasaj umringt von drei YB-Spielern. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Luzern kann YB die Meistersause vermasseln – mal wieder

4min Lesezeit

YB hat den Champagner kühl gestellt. Gegen den FCL könnte am Samstag der letzte Schritt zur Meisterschaft gemacht werden. Doch die Geschichte lehrt, dass YB genau damit Mühe hat. Auch Luzern war einst Spielverderber – und möchte dies am Wochenende erneut sein.

Die Berner Young Boys haben diesen Samstag im Heimspiel gegen den FC Luzern den ersten von fünf Matchbällen. Ein Sieg und die Berner beenden ihre 32-jährige Durststrecke und können den Meisterkübel in die Höhe stemmen. Sie warten also noch länger als der FCL. Doch dieses Jahr klappt's: Dass YB Meister wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ob es schon diesen Samstag so weit ist? Der FC Luzern würde dies gerne verhindern. Und darin haben die Blau-Weissen durchaus Erfahrung.

Rückblick: Zweitletzter Spieltag der Saison 2009/10. Zwei Runden vor Schluss führt YB drei Punkte vor Basel und kann im Spiel gegen Luzern Meister werden. Die Affiche im Emmer Gersag verspricht Spannung, denn der FCL kann mit einem Sieg den Einzug in die Euro-League-Quali klar machen. Und die Mannen des damaligen Trainers Rolf Fringer spielen gross auf. Dave Zibung, Roland Schwegler, Michel Renggli, Davide Chiumiento, Hakan Yakin, Christian Ianu und wie sie alle hiessen, demontieren YB gleich mit 5:1.

Sehen Sie die Zusammenfassung im Video:

 

Übrigens: der YB-Coach nahm die Niederlage damals voll und ganz auf seine Kappe. Vladimir Petkovic (ja genau, der heutige Nati-Trainer) sagte am Tag darauf: «Ich habe das Pokerspiel verloren.» Wie die «Berner Zeitung» diese Woche zurückblickte, zeigte er sich aber kämpferisch und übertrieben selbstsicher. «Ich bin überzeugt, dass wir am Sonntagabend Meister sein werden.» An jenem Sonntagabend unterlag YB jedoch in der Finalissima dem FC Basel und hatte den Titel erneut «veryoungboyst».

Torspektakel darf erwartet werden

Weniger Kopfschmerzen als die Erinnerung an das Jahr 2010 dürften den Bernern die jüngsten Begegnungen machen. 4 Mal in Serie fegten sie den FCL vom Feld. Zuletzt zum Abschluss der Rückrunde mit 4:2. Es war bekanntlich das letzte FCL-Spiel unter Markus Babbel. Apropos Ära Babbel: Die Begegnungen zwischen Luzern und YB waren in der letzten Zeit wahre Schützenfeste. 45 Tore gab es in den letzten zehn Spielen. 

Den 31'120 Fussballfans im ausverkauften Stade de Suisse käme ein tolles Spiel am Samstag bestimmt recht. Dass es historisch werden wird, davon sind die Berner sowieso überzeugt. Die Freinacht ist geplant, die Bars haben sich mit Bier ausgerüstet und diverse Amateurclubs ihre Spiele verschoben.

Die Luzerner haben übrigens Erfahrung, dem neuen Meister Spalier zu stehen. Bereits in der letzten Saison durfte der FC Basel vor den Luzerner Augen den Titel feiern. Da muss doch bei allen FCL-Fans und Spielern Wehmut aufkommen und das grosse Verlangen, einst selbst die Gratulationen in Empfang nehmen zu dürfen.

 

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