Ein letztes Mal leiden, bevor es nach Hause geht. (Bild: ens)
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Ein letztes Mal leiden, bevor es nach Hause geht. (Bild: ens)

Talente des FC Luzern litten in Spanien für die Rückrunde

5min Lesezeit

Zahlreiche Fussballer reisen im Januar und Februar in wärmere Länder. Sie schwitzen, rennen, sprinten, stemmen Gewichte und trimmen sich fit für die Rückrunde. So auch die Nachwuchsteams des FC Luzern Spitzenfussball Frauen. Sandro Waser, der 35-jährige Trainer der U17, erzählt von den Eindrücken im fünftägigen Trainingslager.

Die Fussballplätze wechseln in den Wintermonaten von grün zu weiss, manchmal sogar von grün zu braun – keine guten Voraussetzungen für eine optimale Vorbereitung auf die Rückrunde. Grund genug für Fussballmannschaften, den Weg in wärmere Länder anzutreten.

Auch der FC Luzern Spitzenfussball Frauen mit den Nachwuchsteams U16 und U17 flüchteten nach Valencia. In Spanien trafen die 34 Spielerinnen und vier Trainer auf milde Temperaturen und bessere Platzverhältnisse.

Sandro Waser, U-17-Trainer der FC Luzern Spitzensport Frauen.
Sandro Waser, U-17-Trainer der FC Luzern Spitzensport Frauen. (Bild: Erwin von Moos)

Fünf Tage verbrachten die Teams in der gleichen Unterkunft. Sie teilten das Badezimmer, das Bett, absolvierten sieben Trainingseinheiten und waren in dieser Zeit völlig von der Aussenwelt abgeschnitten. Sandro Waser, Trainer der U17 des FC Luzern Spitzenfussball Frauen, sieht in dieser Isoliertheit einen wichtigen Vorteil: «Als Spielerin ist man in dieser Zeit stärker gefordert, intern auftretende Konflikte schnell zu lösen. Das stärkt den Zusammenhalt des Teams.» Er habe aber auch beobachten können, wie Spielerinnen plötzlich einen Draht zueinander fanden, die normalerweise eher wenig miteinander zu tun haben.

«Im Trainingslager ist es möglich, das Team zu splitten und einzelne Mannschaftsteile besser zu fördern.»

Sandro Waser, Trainer der U17 FC Luzern Spitzenfussball Frauen

Ein Trainingslager biete aber auch für Trainer Vorteile: Man habe mehr Zeit für Einzel- oder Gruppengespräche. So sei es einfacher, auf die Befindlichkeiten einer Spielerin zu reagieren. «Wenn wir sie besser kennen, können wir auf andere Lösungsansätze im Umgang mit ihnen zurückgreifen.» Die Akzeptanz und der Respekt auch dem Trainerstab gegenüber, ist nach der Zeit in Spanien gewachsen. «Die Grösse der Plätze im Trainingslager ermöglichen auch, das Team zu splitten und einzelne Mannschaftsteile besser zu fördern.» So seien Verbesserungen im Spiel in kürzerer Zeit realisierbar.

Gemeinsame Erlebnisse fördern die Motivation

Als vergangene Woche Valencia im heimischen Mestalla-Stadion den FC Barcelona empfing, waren die Nachwuchs-Spielerinnen live vor Ort. «Das sind Erlebnisse, die verschmelzen das Team zu einer verschworenen Einheit», sagt Waser. Andererseits sind diese Erfahrungen für Spielerinnen massgeblich, damit sie einordnen können, an welchem Punkt ihrer Entwicklung sie stehen.» Wege in ein prall gefülltes Stadion mit 50’000 Zuschauern seien aber nicht nur motivierend, sondern vor allem eins: lehrreich. Während die Spielerinnen den Stars zuschauten, lernten sie gleichzeitig, welche Aufgaben sie auf ihren Spielpositionen zu erfüllen haben.

Am ersten Tag zeigt sich die Sonne noch nicht.
Am ersten Tag zeigt sich die Sonne noch nicht. (Bild: ens)

Danach gefragt, was ihn während dem Trainigslager am meisten überrascht hat, antwortet Waser: «die Solidarität». Das habe er vor allem gegen Ende des Lagers immer stärker gespürt. «Die Teams essen drei Mahlzeiten am Tag gemeinsam, laufen gemeinsam zum Fussballplatz, trainieren zwei bis drei Mal täglich miteinander und solidarisieren sich insbesondere dann, wenn der Trainer eine anstrengende Trainingseinheit ansetzt.» Nur schon deshalb lohne es sich, ein Trainingslager zu absolvieren, sagt Sandro Waser mit einem verschmitzten Lächeln. Diesen Eindruck hinterliessen auch die Spielerinnen der U16.

Am letzten Morgen vor dem Rückflug in die Schweiz mussten sie ein abschliessendes kräftezehrendes Training im Sand absolvieren.

Musik verbessert die Leistung

Während die einen sich also bei Sprintübungen in den Sand warfen, motivierten sich die anderen zu aufputschender Musik bei Kraftübungen. «Besonders das Trainieren mit Musik wirkt leistungssteigernd. Gelangen mehrere Spielerinnen gemeinsam an ihre Grenzen, verschieben sie sich nach oben.»

«Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.»

Silja Ulrich, Spielerin der U16 FC Luzern Spitzenfussball Frauen

Silja Ulrich, eine U-16-Spielerin, schafft es dank der Unterstützung des Teams bei einer Kraftübung, bei der sie normalerweise nicht länger als eine Minute durchhält, eine weitere Minute anzuhängen. Nach der Übung zitterten ihr zwar die Beine, aber sie lächelte und sagte: «Ohne euch hätte ich das nicht geschafft.»

Mehr Eindrücke finden Sie in der Bildergalerie:

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