Der junge Zuger Verteidiger Thomas Thiry hütet die Bank. (Bild: EVZ/ Felix Klaus)
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Der junge Zuger Verteidiger Thomas Thiry hütet die Bank. (Bild: EVZ/ Felix Klaus)

EVZ-Sprössling: «Ich nehme jede Minute, die ich bekomme»

4min Lesezeit

Der EVZ hat am Wochenende mit den ansprechenden Auftritten gegen Lugano und Davos die geforderte Reaktion auf das peinliche Cup-Out gegen das unterklassige Rapperswil gezeigt. Die Formkurve in der Meisterschaft weist also nach oben, das Verletzungspech hält jedoch an. Doch es gibt auch Profiteure der langen Absenzenliste.

Die Zuger haben in den letzten Jahren bekanntlich angekündigt, dass sie den eigenen Junioren künftig öfters eine Chance in der ersten Mannschaft geben möchten. Aufgrund der zahlreichen Verletzungen sind seit Saisonbeginn tatsächlich etliche Junge zu Einsätzen in der ersten Mannschaft gelangt. Die Liste umfasst einige Namen: Tobias Geisser, Tobias Fohrler, Livio Stadler, Thomas Thiry, Victor Oejdemark in der Verteidigung – Fabio Arnold, Fabio Kläy, Sandro Forrer, Fabian Haberstich, Yannick Zehnder im Angriff.

Dennoch gab es – auch aus diesen Reihen – Kritik, da die Jungen zwar viele Partien bestritten, in diesen in der Regel jedoch – mit Ausnahme Geissers, der sich an der Seite von Captain Diaz als fixer Bestandteil der Defensive etabliert hat – kaum genügend Eiszeit erhalten haben, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

Allzeit bereit, doch kaum im Einsatz

Machen sich die Jungen Gedanken, wenn sie über weite Strecken einer Partie auf der Spielerbank zuschauen müssen? «Ja, schon. Aber man weiss, dass man noch ein junger Spieler ist und alles geben muss, um mehr Einsatzzeit zu erhalten», so Yannick Zehnder, der in 13 Spielen durchschnittlich knapp mehr als sechs Minuten Eiszeit erhalten hat. Es sei schwieriger, den Spielrhythmus zu finden, wenn man unregelmässig zum Einsatz komme. Man müsse schauen, «dass man nicht zu frieren beginnt», fügt der 19-Jährige mit einem schelmischen Lächeln an, bevor er ernsthaft weiterfährt: «Nein, es gibt keine Ausreden. Man feuert die anderen an und bleibt konzentriert, um jederzeit für den nächsten Einsatz bereit zu sein.»

Erst am Morgen von der Beförderung erfahren

Victor Oejdemark versucht auf der Bank ebenfalls, «immer bereit zu sein und positiv zu bleiben». Allerdings sieht seine Lage wesentlich anders aus als diejenige Zehnders. Bisher konnte er erst drei Partien in der ersten Mannschaft bestreiten, erhielt dafür mit durchschnittlich über elf Minuten vergleichsweise viel Eiszeit – auch am Samstag gegen Davos, als Geisser während der Partie verletzt ausschied und der 19-Jährige dessen Rolle an der Seite von Diaz, der «mir defensiv sehr gut geholfen hat», übernahm.

Als wäre dies gegen einen schnellen und physisch starken Gegner wie Davos nicht schon Herausforderung genug, erfuhr Oejdemark, der am Freitagabend mit der Academy gegen Olten gespielt hatte und am Sonntag den nächsten Einsatz gehabt hätte, erst am Samstagmorgen durch einen Anruf des Coaches von seiner Beförderung. Trotz der kurzfristigen Anfrage hat der ehemalige GCK-Junior, der nach einem einjährigen Aufenthalt in Schweden auf diese Saison zum EVZ gestossen ist, seine Routine nicht geändert. «Früh schlafen gehen, gut essen, immer bereit sein», laute jeweils seine Vorbereitung – unabhängig davon, in welcher Liga er antrete.

«Es macht viel Spass, mit den Jungs zu spielen. Ich nehme jede Minute, die ich bekomme.»

Yannick Zehnder, Stürmer

Der physisch imposante Verteidiger, der auf ein Aufgebot für die U20-WM Ende des Jahres hofft, beeindruckt nicht nur auf, sondern auch neben dem Eis mit seiner Ruhe und überlegten Art. Denn trotz der Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu spielen, hegt er zwiespältige Gefühle. Noch bevor er erwähnt, dass er jetzt eine Chance habe, um sich zu zeigen, betont Oejdemark, dass es «schade ist, dass wir so viele Verletzte haben».

Zehnder fordert Kast heraus

Dass einige Junge auch nach der verletzungsbedingten Rückkehr von arrivierten Spielern ihren Platz im Team behaupten können, beweist Zehnder, der trotz der Rückkehr von Nolan Diem zuletzt öfters in seiner angestammten Position als Center antreten durfte. Momentan fordert er den Neuzugang Timothy Kast, der die Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte, im Kampf um die Rolle als Center der vierten Linie heraus.

Offensichtlich hat der letztjährige Topscorer des Academy-Teams, der bereits zwei Saisontreffer gebucht hat, die Pausen auf der Spielerbank genutzt, um die richtige Reaktion zu zeigen. Entsprechend freut er sich auf die Chance, regelmässig auf dem Eis zu stehen. «Es macht viel Spass, mit den Jungs zu spielen. Ich nehme jede Minute, die ich bekomme», sagt Zehnder.

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