An der Fasnacht im letzten Jahr punkteten die FCL-Fans mit einer besonderen Choreo. (Bild: fcl.fan-fotos.ch/ Dominik Stegemann)
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An der Fasnacht im letzten Jahr punkteten die FCL-Fans mit einer besonderen Choreo. (Bild: fcl.fan-fotos.ch/ Dominik Stegemann)

Drei Ex-Profis verfolgen heisse Affiche Luzern gegen Basel gespannt

8min Lesezeit

Der FCL Luzern duelliert sich in den nächsten 5 Tagen zwei Mal mit dem FC Basel. Erst in der Meisterschaft, dann im Cup. Drei ehemalige Goalgetter, die in ihrer Karriere die Leibchen beider Clubs trugen, blicken auf die Partie der beiden Traditionsvereine. Mit unterschiedlichen Emotionen.

Der FC Luzern empfängt diesen Samstag den FC Basel in der Swissporarena. Die Statistik gegen den jahrelangen Ligakrösus sieht in jüngster Zeit düster aus. Denn aus den letzten neun Begegnungen resultierten für den FCL nur ein Sieg und gleich acht Niederlagen. Der letzte Sieg war ein 4:0-Heimerfolg der Luzerner im Mai 2016.

Doch nicht nur diesen Samstag geht es gegen den Serienmeister. Bereits am kommenden Mittwoch heisst es wieder Basel gegen Luzern. Im Rahmen des Cup-Viertelfinals stehen sich die beiden Teams im St. Jakob Park erneut gegenüber. Es ist eine spezielle Affiche zwischen den beiden Traditionsvereinen. Dies bestätigen auch zwei Ehemalige, die in ihrer Karriere die Dress’ beider Clubs getragen hatten. Ein Dritter hat eine andere Meinung.

Adi Knup sieht Basel als klaren Favorit

Adrian Knup (49) startete seine Karriere beim FC Basel. Zwischen 1988 und 1992 trug er das Trikot des FC Luzerns. Es war die sportlich erfolgreichste Zeit der Leuchten mit je einem Meistertitel und Cupsieg. Anschliessend wechselte Knup in die Bundesliga zu Stuttgart, später zu Karlsruhe. Nach einem Abstecher zu Galatasaray Istanbul kehrte er 1997 zum FC Basel zurück.

Die beiden Begegnungen sind für den ehemaligen Goalgetter sehr speziell. «Ich habe einen Grossteil meiner Karriere bei den beiden Clubs verbracht und gesamthaft sehr schöne Erinnerungen.» Beide Vereine seien in einer fussballbegeisterten Region zu Hause, wo der Stellenwert des Fussballs entsprechend hoch ist. Etliche Basler hätte in der Vergangenheit das Dress des FCL getragen. Knup nennt Patrick Rahmen, Markus Tanner und Peter Nadig. «Beide Städte sind darüber hinaus als ‹Fasnachtshochburgen› bekannt.» Er hütet sich jedoch davor, hier ein Ranking zu machen.

«Man kann die Clubs aufgrund der Entwicklung über die letzten 15 Jahre nur schwer miteinander vergleichen.» 

Adrian Knup

Seit dem 1. September arbeitet Adrian Knup bei der Schweizer Fussballliga. Zuvor war er als Funktionär beim FC Basel tätig. In Erinnerung an seine Zeit beim FCL ist ihm vor allem der Cupsieg 1992 geblieben, wo er gegen den FC Lugano zwei Tore schoss. Es war sein letztes Spiel im FCL-Dress.

Adrian Knup streckt die Cup-Trophäe in die Höhe.
Adrian Knup streckt die Cup-Trophäe in die Höhe. (Bild: Printscreen SRF)

Zu den kommenden Duellen sagt Knup: «Man kann die Clubs aufgrund der Entwicklung über die letzten 15 Jahre nur schwer miteinander vergleichen.» Die sportlichen Erfolge der letzten Jahre hätten dazu geführt, dass die finanzielle Schere auseinander gegangen ist. «Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind allerdings bei beiden Clubs auf einem sehr guten Niveau.» Luzern könne mit seinem begeisterungsfähigen Publikum vor allem zu Hause durchaus zu einer Überraschung fähig sein. «Dennoch geht der FC Basel als Favorit in beide Partien.»

«Beides sind absolute Traditionsvereine und Publikumsmagnete.»

André Muff

Einer, der ganz klar dem FCL die Daumen drückt, ist André Muff (36). «Beides sind absolute Traditionsvereine und Publikumsmagnete. Die Städte sind jedoch völlig gegensätzlich: Luzern ist das Bijou und Basel die Chemiestadt», so Muff. Auch ihm kommt spontan die Fasnacht als Gemeinsamkeit in den Sinn.

Der in Emmen geborene Stürmer startete seine Karriere 1999 bei den Grasshoppers, wechselte jedoch schon nach einem Jahr ans Rheinknie. Dort kam er nicht über die Reservistenrolle hinaus, weshalb er erst leihweise nach Lugano und später zum FC Luzern kam. Eine durchaus erfolgreiche Zeit, für das Talent, das immer wieder von Verletzungen geplagt war. In 20 Spielen erzielte er sieben Tore.

Seine Karriere fand beim FC Zürich und GC eine Fortsetzung, ehe er 2006 zu Concordia Basel wechselte. Muff galt Ende der 90er-Jahre als grösste Schweizer Sturmhoffnung. Sein Körper spielte jedoch nicht mit, weshalb er bereits im Alter von 28 Jahren seine Karriere beendete. Heute arbeitet Muff als Teamleiter Verkauf bei einer Auto-Firma.

Das Duell, bei dem 11 Tore fielen

Ihm fallen zwei Ereignisse zwischen den beiden Clubs ein. «Als Unterdog konnten wir einmal in Basel triumphieren.» Und da habe es noch dieses «verrückte, historische Spiel» gegeben, das wohl alle FCL-Fans noch irgendwie in Erinnerung haben. Im Sommer 2000 zerpflückte der FC Basel den FCL mit 7:4.

Hier das Telegramm von damals – auch Tchouga, Cantaluppi, Frei, Knez und Koumantarakis trugen in ihrer Karriere beide Shirts:

 

Auch 2009 gab es nochmals ein verrücktes Spiel zwischen den beiden Mannschaften. Der FC Basel gewann im Stadion Gersag dank zwei Toren in der Nachspielzeit von Alex Frei und Marco Streller mit 5:4.

Andre Muff verfolgt die beiden Clubs auch heute noch genau: «Die Luzerner tun mir im Moment richtig leid, da fehlt’s an allem.» Kein Geld bedeute nun mal auch keine Qualität. «Man muss in der aktuellen Situation mit allem rechnen. Ziel kann nur sein die Liga irgendwie halten.» Doch auch bei Basel sei nicht alles in Butter: «Das Team ist im Umbruch, das wird sie den Meistertitel kosten dieses Jahr.» Es sei nun entscheidend, wie die Entwicklung voranschreitet: «Die sportliche Führung ist gefordert, sonst zieht YB davon.»

Als die «Nummer 10» Luzern verzückte

Einer, der beide Vereine massgeblich geprägt hat, ist Mittelfeldregisseur Hakan Yakin. Der vielleicht schillerndste Schweizer Fussballer dieses Jahrtausends ist heute als Assistenztrainer seines Bruders Murat bei den Grasshoppers tätig. Für ihn hatte die Begegnung Basel gegen Luzern nie eine besondere Bedeutung. «Es ist ein Spiel wie jedes andere auch», sagt er.

Klar verfolge er die Spiele. Vor allem auch aus beruflichen Gründen: «Es ist für mich vor allem wichtig, vor einem Spiel die Analysen zu machen, damit wir uns bestmöglich auf die Teams als Gegner einstellen können.» Trotzdem hat Haken Yakin eine persönliche Anekdote aus dem Herbst 2010, als er bei einem 4:1-FCL-Triumph auswärts in Basel zwei Tore und zwei Assists beisteuerte.

Im Video sehen Sie die besten Szenen Hakan Yakins im FCL-Dress:

 

Babbel freut sich auf Atmosphäre

Diesen Freitag gab auch FCL-Trainer Markus Babbel Auskunft zur folgenden Partie. Der FCL hat seine Aussagen auf Twitter weiterverbreitet. «Ich freue mich auf das Spiel gegen die beste Mannschaft der Schweiz», sagt Babbel. Und dies obwohl BSC Young Boys momentan sieben Punkte vor dem FCB liegt. «Wir dürfen nicht zu viel über Basel nachdenken, sondern müssen auf unsere Stärken vertrauen», so die Taktik der Luzerner.

Der Bayer erwartet eine tolle Atmosphäre im Stadion und macht klar, dass bis zur Winterpause Punkte her müssen. «Jetzt müssen wir halt gegen die Grossen Punkte holen. So einfach ist das», sagt Babbel zur aktuellen Tabellensituation. Aber: «Die Liga hat gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann.» 

 

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