Schwierige Lage für den EVZ: Das einst komfortable Polster auf den Strich ist weggeschmolzen wie Eis im Hochsommer. (Bild: zvg)
Sport Analyse EVZ

Schwierige Lage für den EVZ: Das einst komfortable Polster auf den Strich ist weggeschmolzen wie Eis im Hochsommer. (Bild: zvg)

So kehrt der EVZ wieder auf die Siegerstrasse zurück

6min Lesezeit

Der EVZ erlebte das erste Wochenende seit geraumer Zeit ohne Niederlage – aber es war ja auch spielfrei. Nun stehen für die Zuger drei kapitale Begegnungen an: Sie spielen gegen die drei unmittelbar hinter ihnen klassierten Teams. zentralplus sagt, was es braucht, um wieder auf die Siegerstrasse zurückzufinden.

Vor einem Monat grüssten die Zuger von der Tabellenspitze. Nach sieben Niederlagen in Folge in der Meisterschaft und wettbewerbsübergreifend neun Niederlagen aus den letzten zehn Partien liegen sie momentan auf dem sechsten Platz klassiert. Das einst komfortable Polster auf den Strich ist weggeschmolzen wie Eis im Hochsommer.

Umso mehr Bedeutung kommt dem happigen Programm mit drei Begegnungen in den nächsten vier Tagen zu. Die Zuger treffen in Biel, Genf und gegen Ambri auf die in der Tabelle unmittelbar hinter ihnen klassierten Teams und erhalten somit die Gelegenheit, den Abwärtstrend zu stoppen und sich vom Strichkampf zu distanzieren.

Die wichtigsten Punkte, welche die Zuger beachten müssen, um den Tritt wieder zu fassen.

1. Mit Selbstvertrauen auftreten

Zugegeben ist dies nach einer solchen Niederlagenserie einfacher gesagt als getan. Doch es wäre falsch, die kommenden Partien mit der Einstellung «Hauptsache nicht verlieren» und schlotternden Knien zu bestreiten. Erstens liegen die Zuger in der Tabelle weiterhin vor den Gegnern. Zweitens haben sie in den letzten Partien nicht immer so schlecht gespielt, wie die Ergebnisse vermuten lassen. Gerade die Partien in Davos und Bern dürfen Anlass zur Hoffnung geben.

2. Die Initiative ergreifen

Seit Beginn der Saison verlässt sich der EVZ vorwiegend auf die Special Teams. Dabei vernachlässigt er die Spielsituationen bei ausgeglichenem Spielerbestand. Im Power- und Boxplay sind die Zuger in den letzten Partien nicht mehr so herausragend aufgetreten, weshalb die erwartete Regression der Ergebnisse – wenn auch in viel dramatischerem Ausmass – eingetreten ist.

Ein Schlüssel zum Erfolg liegt darin, dass die Special Teams wieder eine überragende Quote erreichen, was relativ unwahrscheinlich ist. Mehr Potenzial besteht im Spiel bei numerischem Gleichstand. Die Zuger müssen dort unbedingt mehr Torchancen kreieren und mehr Strafen des Gegners provozieren – kurz: mehr agieren statt reagieren.

Die aktuelle Tabelle: Das einstige Polster des EVZ ist weg.
Die aktuelle Tabelle: Das einstige Polster des EVZ ist weg. (Bild: Screenshot EVZ)

3. Weniger Strafen nehmen

Die Zuger nehmen immer noch zu viele unnötige Strafen. Resultatmässig hat das keine dramatischen Auswirkungen, weil das Unterzahlspiel weiterhin – trotz der Baisse in den letzten Spielen – das drittbeste der Liga ist. Doch wer so viele Strafen wie die Zuger neutralisieren muss, hat weniger Kraft und mehr Mühe, den Rhythmus im Spiel 5–5 zu finden. Deshalb sollten sich die Zuger einerseits disziplinierter im Spiel ohne Puck verhalten und anderseits aktiver auftreten (siehe Punkt 2). Denn: Wer den Puck besitzt, muss keine Strafen nehmen, um ihn zu erobern.

Wer den Puck besitzt, muss keine Strafen nehmen, um ihn zu erobern.

4. Ausgeglichene Linienkombinationen finden

Neben den Special Teams und Torhüter Stephan konnte sich der EVZ bisher auf sein Traumpaar Roe–Stålberg verlassen. Den beiden gelang es, die Formschwäche anderer Cracks zu übertünchen, doch langfristig kann kein Team Erfolg haben, das derart von den Leistungen einer einzelnen Linie abhängt. Zuletzt wurden selbst die beiden Stars von der Bürde erdrückt.

Roe erhielt in den letzten vier Meisterschaftspartien durchschnittlich über 24 Minuten Eiszeit, in Davos sogar unerhörte 27 Minuten (!). Deshalb ist Headcoach Kreis gefordert, eine zweite und dritte (am besten auch vierte) Linie zu finden, die verlässlich produziert. Helfen kann ihm, dass mit Lammer und Klingberg zwei torgefährliche Flügelstürmer zurückkehren.

5. Mehr Vertrauen in die jungen Spieler

Der EVZ hat es sich in den letzten Jahren zur Klubphilosophie gemacht, vermehrt auf eigene Junioren zu setzen. Angesichts der aktuellen Verletzungsmisere gäbe es genügend Platz im Team, um Junge einzusetzen. Doch damit diese eine reelle Chance erhalten, ihr Potenzial abzurufen, brauchen sie ein Mindestmass an Eiszeit und Vertrauen des Coaches.

Es hat nicht sein sollen: Der EVZ verliert mit 3:6 gegen den SC Bern. Die Mannschaft bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung.
Es hat nicht sein sollen: Der EVZ verliert mit 3:6 gegen den SC Bern. Die Mannschaft bedankt sich bei den Fans für die Unterstützung. (Bild: Fabrizio Vignali)

Dies würde dazu beitragen, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, die Schlüsselspieler für die entscheidenden Phasen frischer zu halten und die Jungen in ihrer Entwicklung weiterzubringen. Denn wer kann schon während drei Minuten Eiszeit pro Match etwas bewirken?

Das Zuger Lineup sollte auch ohne Grossmann, Helbling und Diem stark genug sein, um gegen Biel, Genf und Ambri bestehen zu können.

6. Gesund werden und bleiben

Die Verletzungshexe hat die Zuger diese Saison hart getroffen. Immerhin kehren diese Woche Lammer, Klingberg und Alatalo zurück. Dazu schafft der aus Fribourg verpflichtete Larri Leeger Abhilfe in der dezimierten Defensive. Hoffen sollten die Zuger, dass Captain Diaz nicht länger ausfällt. Ansonsten gibt es keine Ausreden.

Das Zuger Lineup sollte auch ohne Grossmann, Helbling und Diem stark genug sein, um gegen Biel, Genf und Ambri bestehen zu können. Zumal andere Teams – wie zum Beispiel Genf – ebenfalls von verschiedenen Blessuren geplagt wurden.

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