Timothy Kast in Aktion gegen den HC Lugano. (Bild: EVZ Facebook)
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Timothy Kast in Aktion gegen den HC Lugano. (Bild: EVZ Facebook)

Tritt Kast aus dem Schatten von Roe und Stålberg?

4min Lesezeit

Die Eishockey-Schweiz schwärmt momentan von Viktor Stålberg, der sich mit seinem Partner Garrett Roe den Ruf als einer der Top-Transfers erspielt hat. Dabei geht fast vergessen, dass einige EVZ-Akteure offensiv noch hinter den Erwartungen zurückbleiben. Unter ihnen auch ein weiterer Neuzugang.

Der erfolgreiche Saisonstart des EV Zug hängt eng mit der Frühform der Linie Lammer-Roe-Stålberg zusammen, die mit ihren 17 Treffern für beinahe die Hälfte der Zuger Tore (35) verantwortlich sind. So erfreulich die Brillanz dieser Linie ist, sticht sie umso mehr ins Auge, da andere Spieler ihr offensives Rendement bisher noch nicht erreicht haben. Potential für offensive Exploits gibt es beispielsweise bei Lino Martschini, der aufgrund von Abschlusspech erst zwei Treffer auf seinem Konto verbuchen konnte, oder der Linie um Carl Klingberg, Timothy Kast und Sven Senteler.

Neue Herausforderung für Kast

Kast, der im Sommer aus Genf gekommen ist, agierte bisher eher unauffällig und im Schatten der überragenden anderen Neuzugänge Roe und Stålberg. Für den Center bedeutet der Wechsel nach Zug eine doppelte Herausforderung – auf privater und sportlicher Ebene. Einerseits lebt er erstmals seit einem kurzen Abstecher nach Basel vor sieben Jahren wieder in der Deutschschweiz. «Es war keine einfache Entscheidung, Genf zu verlassen. Aber Zug hat die beste Situation dargestellt, sowohl privat als auch sportlich», so der Romand, der letzten Monat Vater wurde und es als willkommene Umstellung betrachtet, in einem anderen Umfeld zu spielen.

«Der Wechsel gibt mir die Chance, für ein Team zu spielen, dessen Stil mir immer gefallen hat.»

Timothy Kast, neuer EVZ-Center

Andererseits kann der 29-Jährige, der sich erst vor drei Jahren definitiv in der höchsten Spielklasse durchgesetzt hat, nach seinem Dasein als Viert-Linien-Center nun eine grössere Rolle in einem neuen Team übernehmen. Diese Herausforderung hat ihn besonders gereizt. «Der Wechsel gibt mir die Chance, für ein Team zu spielen, dessen Stil mir immer gefallen hat und das eine offensivere Hockey-Philosophie mit mehr Scheibenbesitz verfolgt als Genf», so der Center, der sich davon erhofft, sein kreatives Potential besser abrufen zu können. Senteler streicht eben dieses kreative Element als Stärke im Spiel seines neuen Linienkollegen hervor. «Er spielt sehr gute Pässe, hat eine gute Spielübersicht und verfügt über kreative Ideen», so der Zürcher.

Frisches Blut fürs Team (v. l.): Headcoach Harold Kreis, Timothy Kast, Livio Stadler, Viktor Stålberg, Tobias Fohrler, Tobias Geisser, Garrett Roe, Sportchef Reto Kläy.
Frisches Blut fürs Team (v. l.): Headcoach Harold Kreis, Timothy Kast, Livio Stadler, Viktor Stålberg, Tobias Fohrler, Tobias Geisser, Garrett Roe, Sportchef Reto Kläy.

Dürftige Bilanz bei numerischem Gleichstand

Bisher konnte Kast seine Kreativität vor allem in der ausserordentlich erfolgreichen Powerplay-Formation mit Roe, Stålberg, Lammer und Robin Grossmann entfalten, wo er als Linksschütze auf der für ihn ungewohnten linken Seite agiert. Weniger berauschend fällt die Bilanz bei personellem Gleichstand aus, wo seine Linie mit Senteler und Klingberg die schlechteste Plus-Minus-Bilanz aufweist, also mehr Gegentore erhält, als sie Tore erzielt.

«Wir reden viel miteinander – auf und neben dem Eis.»

Sven Senteler, EVZ-Stürmer

Ist diese Statistik durchaus mit Vorsicht zu analysieren, so wissen die drei dennoch, dass sie ihre besten Leistungen noch nicht abgerufen haben. «Wir müssen uns auf dem Eis besser finden und haben nicht immer eine gute Position zueinander. Ausserdem müssen wir das System besser umsetzen», ortet Kast Verbesserungspotential. Wie versuchen sie, dies zu erreichen? «Wir reden viel miteinander – auf und neben dem Eis», so Senteler.

Kreis setzt weiter auf Trio

Immerhin kann sich das Trio auf die Geduld des Trainers verlassen. Harold Kreis, der schon letzte Saison auf das Flügel-Paar Klingberg und Senteler gesetzt hat, konstatiert nach den Anfangsschwierigkeiten, dass die Linie «besser läuft. Sie finden langsam zueinander.» Wer weiss, vielleicht wird bald nicht mehr nur über die beiden ausländischen Neuzugänge geschwärmt, sondern auch über den neuen Schweizer Mittelstürmer.

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