Beide sind gebürtige Krienser: Claudio Lustenberger (links) trifft im Derby auf seinen Konterpart Daniel Fanger. (Bild: Montage pze)
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Beide sind gebürtige Krienser: Claudio Lustenberger (links) trifft im Derby auf seinen Konterpart Daniel Fanger. (Bild: Montage pze)

Duell der Luzerner Fussball-Captains: Wer gewinnt das Derby?

6min Lesezeit

Am Samstag kommt es zum ersten Innerschweizer Derby seit 2006. Aufs Feld geführt werden beide Mannschaften von je einem Krienser: Der SCK von Ex-FCL-Profi Daniel Fanger, der FCL von Ex-Kriens-Junior Claudio Lustenberger. Was bedeutet das Derby für die zwei?

Pascal Zeder

Sie werden am ersten Innerschweizer Derby seit über zehn Jahren mit der Captain-Binde am Arm einlaufen: die beiden gebürtigen Krienser Daniel Fanger (SCK) und Claudio Lustenberger (FCL). Auch speziell: Beide spielten in ihrer Karriere sowohl für den SCK wie den FCL. Sie kennen die Derby-Kultur und wissen, was das Spiel für die Fans bedeutet. Schliesslich waren sie selber noch junge SCK-Spieler, als die grossen Derbys der 90er-Jahre stattfanden. «Ich erinnere mich vor allem daran, wie ich zum Bierverkaufen geschickt wurde und ich mit dem Karton hin- und hergeworfen wurde», lacht Lustenberger an der Pressekonferenz vor dem Spiel.

David gegen Goliath

Lustenberger (30) spielte für beide Mannschaften selber Derbys – Fanger, am Freitag 29 geworden, hingegen ist ein Neuling in Sachen Innerschweizer Fussballklassiker. Der SC Kriens zelebriert das Spiel auf seiner Webseite als Fussballfest, als Spiel von «David gegen Goliath». Die Underdog-Rolle scheint ihnen zu behagen. Für den FCL ist die Ausgangslage unlängst anders: Für Luzern gibt’s momentan nur im Cup die reale Möglichkeit auf einen nationalen Titel. Ein Sieg in der ersten Runde ist also ein Muss.

Wie haben den beiden Kapitänen der Mannschaften kurz vor dem Fussballfest den Puls gefühlt.

Noch immer Karten erhältlich

Das Spiel findet in der Swissporarena statt, dennoch ist der SC Kriens die Heimmannschaft. Grund dafür war, dass der nötige Umbau der provisorischen Kriens-Heimstätte im Emmer Gersag zu teuer gewesen wäre. Die Luzerner Fanvereinigung USL hatte deshalb zum Boykott des Spiels aufgerufen (zentralplus berichtete). Inzwischen sind rund 3’000 Karten verkauft. Karten für das Spiel kann man direkt an der Stadionkasse beziehen.

zentralplus: Claudio Lustenberger und Daniel Fanger, Sie führen Ihre Mannschaft als Captains aufs Feld im ersten Derby-Ernstkampf seit über zehn Jahren. Was überwiegt: die Vorfreude auf ein Fussballfest oder die Anspannung wegen dem Druck der K.o.-Runde?

Daniel Fanger: Das Cupspiel vom Samstag wird das erste Derby meiner Karriere sein. Davon träume ich schon sehr lange. Deshalb ist für mich die Antwort ganz einfach: Es herrscht pure Vorfreude.

Claudio Lustenberger: Auch die Freude, ganz klar. Ich find’s toll, gegen Leute spielen zu können, die ich von früher her kenne.

Die Krienser sind heiss auf's Derby:

 

zentralplus: Wie gross war die Überraschung beim Cup-Los? Hätten Sie gedacht, dass Sie in Ihrer Karriere noch ein Derby erleben dürfen, in dem es um was geht?

Fanger: Gehofft habe ich es immer. Ich habe gewusst: Es muss im Cup passieren. Letztes Jahr standen die Chancen sehr gut, da sowohl Luzern wie auch wir den Viertelfinal erreichten. Dort hoffte ich, dass wir einander zugelost werden. Doch das hat dann leider nicht geklappt. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass das Derby jetzt steigt.

«Bei mir gibt’s keinen Groll gegen Luzern.»

Daniel Fanger, SCK-Captain

Lustenberger: Ich habe mich ehrlich gesagt nie damit befasst. Es war sicher speziell, dass wir im Kickers-Stadion gegeneinander spielten, als wir vom Cup-Los erfuhren (Freundschaftsspiel zwischen dem FCL und dem SCK am 28. Juni, das 3:3 ausging, A.d.R.). Wir wissen natürlich, dass Kriens extrem motiviert sein wird – aber das sind wir auch, schliesslich wollen wir weiterkommen.

zentralplus: Sie spielten in Ihrer jeweiligen Karriere für beide Teams. Schlagen da zwei Herzen in der Brust oder herrscht eher ein Gefühl von: «Denen werd ich’s zeigen!»?

Fanger: Weder noch. Ich bin Krienser durch und durch, mein Herz ist grün-weiss. Doch ich bin dem FCL und dem damaligen Präsidenten Walter Stierli sehr dankbar für die Möglichkeit, als Profi Fussball spielen zu dürfen. Deshalb: Bei mir gibt’s keinen Groll gegen Luzern.

Lustenberger: Für mich gilt morgen ganz klar: blau-weiss. Aber nicht in einer Art Übermotivation, das ist eher vorbei nach 12 Jahren in Luzern. Da war ich 2006, beim Derby kurz nach meinem Wechsel, noch angespannter.

«Mir hätte es nichts ausgemacht, am Sonntag zu spielen.»

Claudio Lustenberger, FCL-Captain

zentralplus: Die Hauptprobe für den Cup ist beiden Mannschaften geglückt: Am Mittwoch gewann der FCL auswärts in St. Gallen 2:0, der SC Kriens auswärts in Cham 3:1. Gibt Ihnen das zusätzlich Kraft oder haben Sie müde Beine?

Fanger: Unser Saisonstart war sehr gut, das ist sicher positiv. Ein Sieg in der Liga vor einem so wichtigen Cup-Spiel gibt auf jeden Fall Mumm und ein gutes Gefühl.

Lustenberger: Wir sind Profis, da muss man sich innerhalb von drei Tagen regenerieren können. Sonntag, Mittwoch und gleich wieder Samstag ist sicher ein spezieller Rhythmus. Mir hätte es nichts ausgemacht, am Sonntag zu spielen. Aber wir werden fit sein.

Der FCL geht sachlicher an das Derby heran:

 

zentralplus: Daniel Fanger, wie hoch gewinnt der SC Kriens?

Fanger: Ich möchte mich nicht auf ein Resultat festlegen. Ich kann aber versprechen: Wir werden alles unternehmen, um als Sieger vom Platz zu gehen.

zentralplus: Claudio Lustenberger, wie hoch fällt der Sieg des FC Luzern aus?

Lustenberger: Das ist mir egal, wir wollen einfach gewinnen.

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