Der Zuger Stürmer Reto Suri im letzten Spiel gegen die unaufhaltsamen Berner. (Bild: Fabrizio Vignali/ EVZ)
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Der Zuger Stürmer Reto Suri im letzten Spiel gegen die unaufhaltsamen Berner. (Bild: Fabrizio Vignali/ EVZ)

«Zug hat bewiesen, dass wir eine Hockeystadt sind»

4min Lesezeit

Der EV Zug schliesst seine beste Saison seit 1998 als Vizemeister ab. Kurz nach der Finalniederlage gegen Bern sind die Eindrücke bei den Zuger Akteuren gespalten.

Zum dritten Mal in der Serie handelte sich der EVZ am Montagabend einen frühen Rückstand ein. Die Berner bauten daraufhin schnell und stetig aus, weshalb sie bereits kurz nach Beginn des zweiten Drittels uneinholbar in Führung lagen. Nachdem sich die Zuger eindrücklich in der Serie zurückgemeldet und den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2 markiert hatten, schaltete der bisherige und neue Meister einige Gänge höher und liess seinem Gegner in den letzten beiden Partien keine Chance mehr.

Der EVZ-Verteidiger Santeri Alatalo verkündete am Montag gegenüber «Radio Sunshine» knapp: «Eine Riesenenttäuschung. Wir wollten mehr, wir wollten den ersten Platz.» Sein Lob geht stattdessen ans Publikum. «Unser Publikum war unglaublich.»

«Bern hat eine unglaubliche Qualität und sich den Erfolg durch seine Abgeklärtheit und Cleverness verdient.»

Reto Suri, Stürmer

Coach Harold Kreis hadert mit den Leistungen in jenen Partien: «Die Mannschaft ist besser, als sie sich in den letzten beiden Partien verkauft hat.» Ein enttäuschter Reto Suri erklärt sich die Niederlage wie folgt: «Die Berner hatten eine Spur mehr Qualität und begingen zudem weniger Fehler. Wir haben zwei Spiele lang überhaupt nicht unser Hockey gespielt.» Dass die Zuger ihr Rendement in den beiden entscheidenden Partien nicht mehr abrufen konnten, führt der Flügel auf die Stärke des Gegners zurück. «Bern hat eine unglaubliche Qualität und sich den Erfolg durch seine Abgeklärtheit und Cleverness verdient. Wir haben alles probiert, ich bin unglaublich stolz auf den Effort der Mannschaft.»

Diaz’ Erinnerungen an die Kindheit

Raphael Diaz, der mit seinem ungewohnten Lapsus vor dem 0:1 die Niederlage eingeleitet hat, beschreibt die Niederlage ebenfalls als «sehr bitter» und ist enttäuscht, dass es nicht zum Titel gereicht hat. Er betont, dass «wir uns regroupen müssen, um nächste Saison noch besser zu sein». Der NHL-Rückkehrer stellt die Finalteilnahme des EVZ in einen grösseren Zusammenhang und streicht Positives hervor. «Zug hat bewiesen, dass wir eine Hockeystadt sind. Die Stimmung war unglaublich. Die Leute sind trotz des Ergebnisses zwei Minuten vor Schluss aufgestanden und haben uns applaudiert. Auch das Public Viewing draussen war sensationell.»

«Ich kann mich noch erinnern, wie, als der EVZ den Meistertitel gewonnen hat, ganz Zug zusammengekommen ist und es zelebriert hat. So etwas zu erleben, motiviert.»

Raphael Diaz, Zuger Verteidiger

Diese Eindrücke wecken beim 31-jährigen Ur-Zuger gar Erinnerungen an seine Kindheit. «Ich kann mich noch erinnern, wie, als der EVZ den Meistertitel gewonnen hat, ganz Zug zusammengekommen ist und es zelebriert hat. So etwas zu erleben, motiviert.»

Nachwuchsprojekt soll Abwärtsspirale vermeiden

Derweil bilanziert EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel die Saison ebenso nüchtern wie sachlich. Er zieht eine positive Bilanz und gratuliert dem SC Bern, dem «verdienten Meister». Eine Frage drängt sich auf. Sowohl der EHC Kloten als auch der HC Fribourg-Gottéron standen 2014 respektive 2013 im Final. Seither jedoch drehen sie in einer Abwärtsspirale und landeten in der abgelaufenen Saison in den Playouts. Wie kann Zug ein solches Szenario vermeiden? Strebel betont daraufhin, dass die Zukunft durch die Idee seines Nachwuchsprojektes geprägt werden soll. «Damit wollen wir ein stabiles Fundament schaffen, das uns erlaubt, nachhaltig und langfristig vorne mitzuspielen.» Schliesslich soll 2017 nicht eine einmalige Erfolgsstory bleiben.

Suri ist vom möglichen Erfolg überzeugt

Dass bereits nächste Saison wieder mit dem EVZ zu rechnen sein wird, sieht auch Suri so. «Wir haben Erfahrungen gesammelt, welche uns stärker machen werden. Zunächst müssen wir alles verarbeiten. Dann werden wir zurückblicken und eines Tages stolz auf unsere Leistung sein können. Die Enttäuschung ist momentan sehr gross, da wir voll überzeugt waren, dass wir gewinnen können.»

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