Nur nicht runterfallen: Kind übt an einer Kletterwand. (Bild: zvg)
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Nur nicht runterfallen: Kind übt an einer Kletterwand. (Bild: zvg)

Kletter-Boom erreicht Kriens: «City Boulder» baut massiv aus

6min Lesezeit

Aufgepasst, Klettermaxe: Die «City Boulder»-Halle im Krienser Nidfeld wird vergrössert. Die Kletterfläche wird bis im Herbst verdoppelt, die Boulderer bekommen mehr Platz und sogar eine Kinderecke soll entstehen. Doch auch in der Kletterhalle in Root kommt es zu Veränderungen.

Pascal Zeder

Die Kletterhalle «City Boulder» in Kriens erfährt einen Wandel: Der Betreiber verdoppelt bis im Herbst die Boulderfläche von 500 auf 1'000 Quadratmeter. Es sollen neue Formen beziehungsweise neue Wandprofile entstehen, die man so in der bestehenden Halle noch nicht hatte.

«Wir wären bereits beim Start der Anlage gerne grösser gefahren», sagt Andrea Lerch, Mitgründer City Boulder AG. Dies sei zu Beginn nicht möglich gewesen, da der Raum noch besetzt gewesen sei. Jetzt habe sich die Gelegenheit ergeben, diesen Raum noch mitzunutzen. Damit stockt man auf, geht aber auch finanzielle Risiken ein.

Ausbaukosten im sechsstelligen Bereich

Das Risiko gehöre zum Unternehmerdasein, so Lerch. Dafür müsse man manchmal selber zurückstecken: «Wir sind alles grosse Idealisten», sagt er, «dafür arbeiten wir mit sehr überschaubarer Bezahlung.» Es brauche Leidenschaft für den Betrieb einer Kletterhalle: «Es ist eine Utopie, wenn man glaubt, dass man hier sehr viel verdient.» Und bleibt unter dem Strich etwas übrig, so landet dies auf einem Sparkonto, denn: Die Ausbaukosten für die Halle in Kriens liegen im sechsstelligen Bereich.

«Die Hallen sind bei Weitem nicht immer ausgelastet, bezahlen müssen wir sie trotzdem.»

Andrea Lerch, Mitgründer City Boulder AG

Ob sich die Erweiterung in den Kassen des Unternehmens niederschlägt, sei unwahrscheinlich. «Wir können und würden den Ausbau nicht aufgrund eines Renditedenkens machen», so Lerch. Man wolle den Markt «gesund bedienen». Trotzdem, die Nachfrage sei in den letzten Jahren sicher gestiegen.

Was heisst «Bouldern»?

Beim Bouldern klettert man ohne Seil und Sicherungsgurt bis auf «Absprunghöhe» – also so hoch, dass man sich bei einem Sprung zu Boden nicht verletzt. Zur Sicherheit wird am Boden eine Matte ausgelegt. Beim Bouldern werden kurze (oft überhängende) Abschnitte geklettert, die Sportler nutzen dafür einen dynamischeren Stil als beim herkömmlichen Sportklettern.

Betreiber hofft auf schlechtes Wetter

Auch wenn immer mehr Leute in die Hallen kommen: Ob die Kletterhallen überfüllt sind, ist für Lerch Ansichtssache: «Wer das Gefühl hat, unsere Hallen seien zu den Stosszeiten voll, dem rate ich, einmal nach Zürich in eine Halle zu gehen. Das gibt den Umständen eine andere Perspektive.» Dabei kämen die Kunden vor allem zu bestimmten Zeiten: «Bei schlechtem Wetter haben wir sehr volle Hallen – an schönen Tagen haben wir weniger Kundschaft.» Dadurch seien die Leute immer dann vor Ort, wenn die Hallen voll seien, das verzerre die Wahrnehmung etwas. «Die Hallen sind bei Weitem nicht immer ausgelastet, bezahlen müssen wir sie trotzdem», sagt Lerch mit einem Lächeln.

«Durch die grössere Fläche hat jeder Besucher mehr Platz – auch wenn sich die Gesamtzahl der Kunden vergrössert.»

Andrea Lerch, Mitgründer City Boulder AG

Die Witterungsverhältnisse seien es auch, die seinen Kletterhallen das Leben schwer machen, erklärt Lerch: «Schlechtes Wetter ist für uns matchentscheidend. Die grösste Konkurrenz ist das Freizeitangebot an der frischen Luft.» Dazu gehöre jeder Wanderweg oder jede Joggingstrecke im Freien – das gute Wetter ziehe die Leute aus den Indoor-Hallen. In Luzern könne man aber, vor allem im Winter, einigermassen gut arbeiten.

Kaum Einschränkungen für Boulderer

In Kriens wird also ausgebaut, scheinbar stimmt also die Auslastung – oder das Wetter. Durch die Erweiterung soll aber nicht nur die Kapazität erhöht, sondern auch der Komfort für die Kletterer verbessert werden: «Durch die grössere Fläche hat jeder Besucher mehr Platz – auch wenn sich die Gesamtzahl der Kunden vergrössert», so Lerch. Ausserdem wolle man den Raum zielgruppengerichtet einteilen. «Wir werden für die Kinder einen Boulderbereich einrichten können, während die erwachsenen Kletterer an anderen Orten ihre Routen finden», so Lerch. 

Vielleicht hätte Richi eine Bouldermatte geholfen:

 

Einschränkungen für die Boulderer soll es laut Lerch kaum geben: «Die Umbauarbeiten geschehen in einem abgetrennten Raum.» Das heisst, so Lerch, es gebe nur eine kurze Phase von ein bis zwei Tagen, an welchen ein Teil der Boulderhalle nur beschränkt benutzbar ist. «Es geht darum, den Durchgang zu öffnen, dann werden Teile der Anlage für kurze Zeit gesperrt sein», so der Kletterer.

Andrea Lerch ist selber leidenschaftlicher Kletterer.
Andrea Lerch ist selber leidenschaftlicher Kletterer. (Bild: zvg)

Auch Kletterhalle in Root wird ausgebaut

Lerch betreibt mit seinen Partnern neben dem City Boulder auch die Kletterhalle Pilatus Indoor in Root. Im Gegensatz zur Boulderhalle wird dort mit Seil, Klettergurt und Karabiner geklettert. Auch die Halle in Root befindet sich stetig im Wandel. Lerch: «Wir planen eine Erweiterung im Pilatus Indoor, wir möchten auch hier langfristig die Kapazität für die Kletterer in einem gesunden Masse erhöhen.» Dort sei erst die Planung im Gange.

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