Zugs Torschütze Dominic Lammer (links) und Sven Senteler jubeln nach dem 0:2. Enttäuschung bei Genfs Daniel Vukovic und Torhüter Robert Mayer (Bild: Pascal Muller / EQ images)
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Zugs Torschütze Dominic Lammer (links) und Sven Senteler jubeln nach dem 0:2. Enttäuschung bei Genfs Daniel Vukovic und Torhüter Robert Mayer (Bild: Pascal Muller / EQ images)

Strafenorgie in Genf: EVZ geht 2:0 in Führung

4min Lesezeit

Mit einem verdienten und letztlich souveränen 2:5 holt sich der EVZ den ersten Auswärtssieg in der Serie gegen Genève-Servette und führt mit 2:0-Siegen. Erneut spielte das Powerplay eine entscheidende Rolle. Weshalb Coach Kreis ein goldenes Händchen bewies und woran die Zuger noch arbeiten können.

Und dann kam doch noch einmal so etwas wie Spannung auf: Nachdem Topscorer Spaling innert 25 Sekunden zwei Tore in Überzahl erzielt hatte und sein Team nach einer Strafe gegen Diaz noch einmal während zwei Minuten mit zwei Spielern mehr spielen durfte, erhielt Genève-Servette unverhofft eine Möglichkeit, in dieses längst verloren geglaubte Spiel zurückzukehren. Doch weil die Zuger auch die dritte Situation in doppelter Unterzahl (darunter zweimal während zwei vollen Minuten!) schadlos überstanden, konnten sie den wichtigen Auswärtserfolg realisieren.

Erneut entscheidendes Powerplay

Wie bereits am Samstag legten die Kolinstädter auch in Genf mit dem Powerplay das Fundament zu ihrem Sieg. Vier Treffer erzielten sie in Überzahl. Zwar gelangen auch den Genfern zwei Powerplay-Treffer, doch war das Spiel zu jenem Zeitpunkt bereits entschieden. Eng mit dem Erfolg in den Powerplays hängt die Disziplin zusammen. Die Servettiens nahmen viel zu viele unnötige Strafen – alleine Traber wanderte dreimal auf die Strafbank.

Die Zuger können froh sein, dass sie ihr Powerplay dermassen effizient ausnutzen konnten, denn auch sie erhielten zu viele Strafen, darunter einige überflüssige, wie die gleichzeitig ausgesprochenen Strafen für unsportliches Verhalten gegen Helbling und Morant sowie die Fünfminuten-Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Grossmann wegen eines Kniechecks. Obwohl der EVZ deutlich führte, zeigen die beiden Treffer während Grossmanns Zwangspause, wie schnell ein Powerplay dem Gegner das Momentum zurückbringen kann.

Schnelle Starts

Allgemein war erwartet worden, dass die Genfer wie die Feuerwehr starten und eine sofortige Reaktion auf die Niederlage vom Samstag zeigen würden, doch es waren die Zuger, die besser aus der Kabine kamen und gleich eine Strafe provozieren konnten. Im ersten Powerplay markierte Zangger den Führungstreffer. Dasselbe wiederholte sich in den anderen beiden Dritteln, als die Zuger jeweils innerhalb der ersten beiden Minuten im Powerplay die Führung auf 0:4 respektive 0:5 ausbauen konnten.

Coaching als Basis zum Sieg

Coach Kreis legte mit drei Personalentscheiden die Basis zum Zuger Sieg. Zum einen zahlte es sich nun aus, dass er Alatalo – nach Diaz der zweitbeste Torschütze unter den Verteidigern – in den letzten Spielen anstelle von Grossmann im zweiten Powerplay-Block einsetzte. Diese Formation trug mit ihren beiden Treffern im ersten Drittel und ihrem beweglichen Spiel wesentlich zum Erfolg bei.

Zum anderen brillierte Kreis, indem er im vierten Powerplay diese zweite Powerplay-Formation zuerst aufs Eis schickte und diese sein Vertrauen sogleich mit dem 0:2 – durch einen Weitschuss von Alatalo – zurückzahlte. Drittens schickte er kurz vor Drittelsende Schnyder statt Zangger mit McIntyre und Lammer für ein Bully in der offensiven Zone auf das Eis. Wenige Sekunden später stand es 0:3 – weil Schnyder den Puck nach dem gewonnenen Bully McIntyres übernahm und einen Abpraller provozieren konnte, den Lammer eiskalt verwertete.

Mann des Abends war jedoch David McIntyre. Bereits im ersten Drittel liess sich sich der Kanadier einen zweiten Assist gutschreiben, im Mitteldrittel kombinierte er sich zusammen mit Diaz herrlich zum 4:0 und das 5:0 erledigte er mit einem sauberen Distanzschuss.

Ausblick

Der komfortable Sieg beschert dem EVZ eine hervorragende Ausgangslage in dieser Serie, entkräftet die nach dem schwachen Ende der Qualifikation aufgekommenen Zweifel und stärkt das Zuger Selbstvertrauen. Die Strafe gegen Grossmann und die zwei Tore Spalings im dritten Drittel haben allerdings auch gezeigt, dass die Adler noch lange nicht geschlagen sind und es wenig braucht, um einer Partie eine neue Wendung zu geben. Deshalb tun die Zuger gut daran, am Donnerstag zuhause ähnlich effizient und kontrolliert zu spielen wie in den ersten beiden Dritteln heute sowie ihre Strafminuten deutlich zu reduzieren.

Genève-Servette - Zug 2:5 (0:3, 0:1, 2:1). - 6606 Zuschauer. - SR Fischer/Stricker, Borga/Küng. - Tore: 2. Sandro Zangger (Immonen, Alatalo/Ausschluss Almond) 0:1. 19. Alatalo (Sandro Zangger, Immonen/Ausschluss Simek) 0:2. 20. Lammer (Fabian Schnyder, McIntyre) 0:3. 22. McIntyre (Diaz/Ausschluss Traber) 0:4. 41. McIntyre (Klingberg, Martschini/Ausschluss Bezina) 0:5. 46. Spaling (Fransson/Ausschluss Grossmann) 1:5. 46. Spaling (Almond, Fransson/Ausschluss Grossmann) 2:5. - Strafen: 13mal 2 plus 5 Minuten (Vukovic) plus 10 Minuten (Rubin) plus Spieldauer (Vukovic) gegen Genève-Servette, 9mal 2 plus 5 Minuten (Grossmann) plus Matchstrafe (Grossmann) gegen Zug.

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