Die FCL-Fans sorgten auf der Auswärtstribüne im letztjährigen Viertelfinal für grandiose Stimmung. (Bild: freshfocus/Martin Meienberger)
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Die FCL-Fans sorgten auf der Auswärtstribüne im letztjährigen Viertelfinal für grandiose Stimmung. (Bild: freshfocus/Martin Meienberger)

Cup-Vorverkauf: Diesmal soll alles besser werden

6min Lesezeit

Am 1. März steigt der Schweizer «Clasico». Naja – auf alle Fälle trifft der FC Luzern im Cup-Viertelfinal auswärts im Brügglifeld auf den FC Aarau. Nach dem Knatsch um den Ticketverkauf in der letzten Saison will man es dieses Jahr besser machen – und lässt nun die Luzerner ran.

Noch drei Siege braucht der FC Luzern, damit er endlich wieder einen Kübel in die Höhe stemmen kann. Im Cup ist der Weg bekanntlich viel kürzer als in der Meisterschaft. Letztes Jahr wären es nur noch zwei gewesen, doch man scheiterte auf peinliche Weise im Halbfinal-Heimspiel gegen den FC Lugano (1:2-Niederlage). Die Worte David Zibungs damals vor dem Halbfinale – «Ich will einfach diesen Kübel» – lassen sich wohl eins zu eins in die neue Saison übertragen. Und mit dem Traum ist Zibung in der Innerschweiz nicht alleine.

FCL wird Ladenhüter (endlich) los

Diesen Donnerstag hat der FC Luzern zwei News von der Transferfront bekanntgegeben. Kaja Rogulj wird bis Ende Saison an den Challenge-League-Club Le Mont ausgeliehen, Haxhi Neziraj an den albanischen Club KS Flamaturi Vlora. In der Mitteilung dankt der FCL den beiden für «ihren tollen Einsatz». In Tat und Wahrheit ist man wohl eher gottenfroh, die beiden endlich los zu sein. Sportlich spielten sie keine Rolle mehr und Kaja Rogulj verdiente «Blick»-Gerüchten zu Folge rund 35’000 Franken pro Monat – der FCL bezeichnete diese Zahl jedoch als zu hoch.

Den Dritten im Bunde dieser Ladenhüter, Ferid Matri, hat der FCL in dieser Transferperiode ebenfalls abgeben können. Noch unklar ist, ob Jahmir Hyka die Saison beim FCL zu Ende spielt. Das Interesse der San Jose Earthquakes aus den USA ist bestätigt, das dortige Transferfenster noch geöffnet. Mit Innenverteidiger Lucas Alves hat der FCL einen neuen Spieler verpflichtet (zentralplus berichtete).

Damit der nächste Schritt gelingt, braucht’s einen Sieg im Viertelfinal auswärts beim FC Aarau. Im letzten Jahr gelang genau dieses Unterfangen – man konnte mit 4:3 gewinnen. Ein wichtiger Puzzlestein für eine erfolgreiche Cup-Kampagne sind auch die Fans. Besonders im baufälligen Stadion Brügglifeld herrscht stets eine besondere Atmosphäre. Rund 1000 FCL-Fans werden im Gästesektor Platz finden.

Vorkaufsrecht für eingefleischte Fans

Zusammen mit der Fanarbeit Luzern hat die Fanvereinigung USL den Vorverkauf organisiert. Dieser beginnt am Sonntag, 12. Februar, vor dem YB-Heimspiel. Von 10 bis 13 Uhr profitieren USL-Mitglieder exklusiv von einem Vorkaufsrecht im Fanlokal der Zone 5, wie die Vereinigung in ihrem Newsletter schreibt. Pro Mitglied kann maximal ein Billett (ausschliesslich für den Gästesektor) zum Einheitspreis von 21 Franken gekauft werden. Für Nichtmitglieder besteht die Möglichkeit, vor Ort eine Mitgliedschaft abzuschliessen. Vor dem Thun-Heimspiel am Samstag, 18. Februar, gehen die restlichen Billette von 11 bis 14 Uhr in der Zone 5 in den freien Verkauf.

So schön kann Feiern sein, besonders wenn man den Erzrivalen bewzingt.
So schön kann Feiern sein, besonders wenn man den Erzrivalen bewzingt. (Bild: Martin Meienberger)

Letztes Jahr drohten Fans mit «handgreiflichen Auseinandersetzungen»

Was nun alles sehr geordnet tönt, sorgte im vergangenen Jahr für einen grösseren Knatsch. Zur Erinnerung: Der FC Aarau wollte bloss 700 Tickets der FCL-Fanarbeit für den Vorverkauf überlassen. Aus Sicherheitsgründen wurde die Kapazität damals zuerst auf 800 begrenzt – 100 Tickets wurden für die Abendkasse zurückgehalten. Das brachte die FCL-Fans auf die Palme. Sie erklärten, dass sich aufgrund der Passivität des FC Aaraus die Fans einfach Plätze im Heimsektor sichern würden (zentralplus berichtete).

Mit Folgen: «Bei einer Vermischung der Fanlager drohen je nach Spielverlauf verbale oder gar handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen sich im selben Sektor befindenden Luzerner und Aarauer Fans», hiess es damals. Die unterschwellige Drohung: Ohne strikte Trennung kracht’s. Die Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht. In Gesprächen zwischen den beiden Clubs, der Kantonspolizei Aargau und der Fanarbeit beider Clubs wurde die Kapazität erhöht und die restlichen Tickets der Luzerner Fanarabeit übergeben (zentralplus berichtete). Zu Scharmützeln kam es übrigens nicht, höchstens zu Beinahe-Nervenzusammenbrüchen, weil der FCA in der 93. Minute noch den Anschlusstreffer schoss.

Dieses Bild zeigt die Schnelllebigkeit des Fussballbusiness: Jahmir Hyka, Dario Lezcano, Remo Freuler, Migjen Basha, Sebastian Schachten, Marco Schneuwly und Clemens Fandrich feierten einen Treffer. 5 dieser 7 sind nicht mehr beim FCL – Hyka steht vor dem Absprung.
Dieses Bild zeigt die Schnelllebigkeit des Fussballbusiness: Jahmir Hyka, Dario Lezcano, Remo Freuler, Migjen Basha, Sebastian Schachten, Marco Schneuwly und Clemens Fandrich feierten einen Treffer. 5 dieser 7 sind nicht mehr beim FCL – Hyka steht vor dem Absprung. (Bild: freshfocs/ Martin Meienberger)

Beteiligte sind über Lösung froh

Nun klappt’s also mit dem Vorverkauf auf Anhieb. Das freut Thomas Buchmann, Leiter der Luzerner Fanarbeit: «Wir sind zufrieden, dass sich diese Lösung ergeben hat, und zuversichtlich, dass der Vorverkauf reibungslos durchgeführt werden kann.» Er schätzt, dass alle Tickets des Gästesektors verkauft werden können. «Die Nachfrage für den Gastsektor ist gross, wir empfehlen Familien Plätze in angrenzenden Sektoren zu kaufen.» Allgemein sei die Vorfreude auf den Cup-Viertelfinal bereits heute spürbar. «Es ist ein Derby mit Cup-Affiche – zudem trifft der FCL in der Liga nicht auf den FC Aarau, was es zusätzlich speziell macht», sagt Buchmann.

«Wir haben etwas gelernt aus dem letzten Jahr und den Vorverkauf deshalb von Beginn weg der Luzerner Fanarbeit überlassen», sagt Remo Conoci, Medienchef des FC Aaraus. Das Duell mit dem FC Luzern sei selbstverständlich ein besonderes. Und auch ein friedliches. «Die Rivalität zwischen den Fans, die ein solches Spiel mit Derby-Charakter mit sich bringt, ist zwar gross, aber wirkliche Gehässigkeiten sind eher selten.» Mag wohl auch daran liegen, dass die sportliche Brisanz mittlerweile etwas abgenommen hat und der FCL doch als klarer Favorit ins Rüebliland reist.

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