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Italienisch Schweizerisch Fusion Modern

Der schön gestaltete Innenbereich (Bild: restaurant-kuonimatt.ch)

Bewertung:
Preiskategorie:

Das Angebot könnte kaum vielfältiger sein im Kuonimatt, stylish eingerichtet in einem Krienser Gewerbegebäude zwischen Erotik- und Mediamarkt. Der Mix aus Steakhouse und Pizzeria bietet für alle etwas und kommt bei den Gästen an. Dennoch schwankt das Gebotene bei unserem Besuch zwischen Begeisterung und leiser Enttäuschung.

Adresse:
Industriestrasse 9
6010 Kriens

Webseite: www.restaurant-kuonimatt.ch/

E-Mail: info@restaurant-kuonimatt.ch

Telefon: 041 340 47 60

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag von 10.00 bis 00.30 Uhr
Sonntag 10.00 bis 23.00 Uhr

Steakhouse und Pizzeria – diese Kombination trifft man beileibe nicht alle Tage, und schon gar nicht in guter Qualität. Wir sind neugierig, ob dieses «ein bisschen von allem» überzeugen kann, und machen uns auf ins renovierte Kuonimatt im Krienser Industriegebiet. Alle Parkplätze vor dem Haus sind besetzt. Ein gutes Zeichen! Wie sich zeigt, jedoch vor allem von Kunden des benachbarten Elektronik-Grossmarktes, die im Abendverkauf auf Schnäppchensuche sind. Das Gebäude selbst ist schmucklos, ein riesiges Plakat eines Erotikgeschäftes oberhalb des Restaurants wirbt für besondere Erlebnisse.

Fleisch als optischer Mittelpunkt

Wir wollen uns an diesem Abend aber anderen fleischlichen Genüssen hingeben und bestaunen von unserem Tisch aus die Vitrine mit Dry Aged Beef. Wenn das keine Einladung ist! Ich entscheide mich für ein 300 Gramm schweres Kalbskotelett, das während drei bis acht Wochen im ausgestellten Kühlschrank reifte. Hungrige Gäste können auch 400 oder 500 Gramm schwere Stücke ordern.

Die Wahl fiel gar nicht leicht, unter den klassischen Schweizer Gerichten wie Leberli oder Züri Geschnetzeltem (das hier Züri Rösti heisst) figurieren auch das obligate Cordon Bleu oder Piccata auf der Karte. Dazu kommen Holzofen-Pizzas und eine breite Auswahl hausgemachter Pasta. Deutlich kreativer geht es auf der wunderbar saisonal inspirierten Winterkarte zu und her, wo eine Kaninchen Consommé, Steckrübensuppe mit Weichkäse-Nussstrudel, Apfel-Ravioli mit Wirsing oder Schwarzwurzel-Trüffel-Ravioli viel mehr versprechen, als man in einem Industriegebiet gemeinhin erwarten würde.

Reiche Brotauswahl und unerwünschte Beigabe

Bei der Vorspeise, einem Nüsslisalat mit reichlich Ei und leider kaltem Speck, lässt sich das Interieur des im Jahr 2014 renovierten Lokals taxieren. Viel dunkles Holz, rohe Steine und visuell abgegrenzte Bereiche lassen das Lokal kleiner und gemütlicher wirken, als es ist. Zweifellos, der Innenarchitekt hat seine Arbeit gut gemacht, der von aussen trostlos wirkende Industriebau ist innen schnell vergessen.

Nicht ganz so gut gelungen ist die Vorarbeit in der Küche; zwischen den Zähnen knirschender Sand lässt darauf schliessen, dass der Salat zumindest nicht fertig gewaschen gekauft wurde. Dafür begeistert die angebotene Brotauswahl, von Tomaten- über Kürbis- zu Currybrot ist einiges dabei, selbst ein schmackhaftes Pizzabrot wird gereicht. 

Beilagen überzeugen mehr als Fleisch

Und der Hauptgang? Das Fleisch ist aromatisch und intensiv. Schade nur, blieb es zu lange auf dem Holzkohlegrill, sodass es statt rosa durchgebraten eher trocken serviert wird – gerade Letzteres sollte durch die lange Reifung ja gerade vermieden werden. Auch bei den drei zum Fleisch gereichten Saucen überzeugt uns nur gerade die Trüffelbutter, diese aber umso mehr. Der schön garnierte Parmesanrisotto – der Gast kann aus acht Beilagen wählen – schmeckt und fällt grosszügig aus, auch das zusätzlich georderte Marktgemüse reicht vollauf für zwei Personen.

Doch danach: nichts. Einerseits sind wir satt. Andererseits kommt nach dem Abräumen während mindestens zwanzig Minuten keine Bedienung mehr an unserem Tisch vorbei, sodass wir statt nach einem Espresso nach der Rechnung verlangen.

Preis/Leistung
Die Preise sind durchschnittlich. Die Auswahl begeistert, die Produkte sind frisch und hausgemacht. Teures Dry-Aged-Fleisch sollte jedoch perfekt zubereitet werden. Das nächste Mal werden wir uns stattdessen aus der Saisonkarte bedienen, die von Kreativität nur so sprüht. Weinangebot ist umfassend mit Fokus auf Italien, dazu einige spannende Tessiner Merlots.
*** von *****

Service
Die Karaffe mit dem Hahnenwasser wird auf den Tisch gestellt, dafür ist das Wasser zum Wein kostenlos. Bedienung ist freundlich, gegen Ende jedoch lange Wartezeit.
** von *****

Ambiente
Sehr gelungen. Moderne und gemütliche Steakhouse-Atmosphäre mit unterschiedlich gestalteten Bereichen.
**** von *****

Online-Faktor
Die Reservation hat funktioniert, die Webseite ist aufgeräumt und enthält alle wichtigen Infos einschliesslich Speise- und Getränkekarte sowie Bildergalerie. Informationen zum Restaurant sind eher spärlich.
**** von *****

Autor: Christian Hug, 30.12.2016

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