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Schweizerisch
Bewertung:
Preiskategorie:

Alpeneier und Kalbskopf, Speckstein und Ochsenmaulsalat: Die Schmied-Stube in Littau präsentiert eine wahrhaft währschafte Küche. Ob uns der Besuch am Luzerner Stadtrand, wo der Deziliter Wein noch für 2.20 Franken zu haben, auch überzeugt hat? Sicher ist: die halbe Portion hätte es trotz gesegnetem Appetit auch getan.

Adresse:
Luzernerstrasse 42
6014 Luzern/Littau

Telefon: +41 250 24 01

Öffnungszeiten:

Dem Gast sei die Anreise mit dem 12er-Bus – Haltestelle Rönnimoosrain – empfohlen, da die raren Parkplätze in diagonal gestaffelter Manier meist belegt sind. Das Gasthaus Schmied-Stube wird von der Familie Bürkli-Buholzer mit Team geführt. Dem eintretenden Gast wird handschriftlich weiss auf schwarz die hauseigenen Spezialitäten wie Tages-Menu, Kutteln, Siedfleischsalat annonciert.

Die Eintretenden haben nun die Wahl, ob sie links im Raucherstübli oder rechts im alten Restaurantteil oder direkt weiter im Sääli mit dem grossen Wandbild Platz nehmen wollen. Das Lokal ist gut besetzt und der Duft der Fleisch-Spezialitäten, die auf dem heissen Speckstein weiter brutzeln und beachtlich sind, ist Programm: Wir sind in einer währschaften Quartier-Beiz.

Währschaftes zu moderaten Preisen

Die vorgelegte Speisekarte ist bereits durch viele Hände gewandert und präsentiert viel und Vielfältiges: Kalbsleberli mit Rösti, Kutteln mit Salzkartoffeln, diverse Salate, Pasta oder die bereits erwähnten heissen Speckstein-Variationen. Die Preise sind sehr moderat und nur noch in den Vorstadt-Regionen möglich.

Auch wer sehr hungrig und mit gutem Appetit gesegnet ist, erkundige sich bei der Frau Wirtin oder den guten Geistern des Services, nach halben Portionen. Heute fällt der Entscheid schnell und entschieden: Zur Vorspeise Ochsenmaulsalat und dann paniertes Pferdeschnitzel mit Gemüsebeilage sowie eine Flasche Lager-Bier.

Der Blick schweift nun immer wieder zum dunkeltonig gemalten Wandbild. Im Zentrum der Amboss auf dem wuchtigen Holzblock mit Schmiedehammer, in der linken Bildhälfte beschlagen zwei Männer vor einem roten Lastwagen ein Pferd und rechter Hand werken zwei an einem Pferdefuhrwerk. Zwei Wappen, wohl diejenigen der Gründerfamilie Künzli, schliessen die gut gemalte Vergangenheit ein und ab.

Nun wird die Vorspeise serviert und bereits die erste Gabel mundet und macht Freude: Eine dezente Vinaigrette mit Petersilie und viel gehackter Zwiebel begleitet das Maulfleisch vom Rind samt 2 Tomatenschnitzen. Die dazugestellte Ménage, wie auch das geschnittene Brot im Frischhaltebeutel, kommen nicht zum Einsatz und werden wieder etwas bei Seite geschoben.

Am Nebentisch werden einmal die fleischige Hausspezialität und einmal paniertes Schweinskottelet mit Tomatenspaghetti aufgetragen. Die Gespräche verstummen, denn die Gaumenfreuden verlangen volle Konzentration.

«Haben Sie genug gehabt?»

Und behände wird meine Bestellung angeliefert: Drei robust panierte Schnitzel, samt obligatem Zitronenschnitz, werden von Karotten, Spinat, Bohnen, einer halben Tomate mit Käse, Pfälzerkarotten und Blumenkohl begleitet. Das deftige und bodenständige Essen schmeckt mir, und ich bin froh, nicht auch noch eine Sättigungsbeilage bestellt zu haben.

Die freundliche Bedienung verblüfft mich mit der Nachfrage: «Haben Sie genug gehabt?» Ja, das habe ich und verzichte auf eine Nachspeise. Ich wende mich erneut dem Wandbild zu, drei Tische vor mir werden die Jass-Utensilien bereitgestellt und die Neuankommenden grüssen in die Runde.

Auf dem Weg zum Ausgang hängt ein von Hand geschriebenes Plakätchen, auf dem der geneigte Gast zu nächsten Tafelfreuden eingeladen wird: Alpeneier- und Kalbskopfessen im Oktober und zu Metzgeten an zwei Wochenenden im November samt musikalischer Unterhaltung.

Preis und Leistung
Die Produkte sind frisch zubereitet und die Preise sehr moderat: Kottelet paniert 19.50 Franken, Ochsenmaulsalat 12.50 Franken, Pferdeschnitzel mit Gemüse 20.50 Franken, Kutteln mit Salzkartoffeln 13.50 Franken, Kalbsleberli mit Rösti 24.50 Franken. Die Weinkarte ist eher bescheiden, 1 dl Merlot 2.20 Franken.
**** von *****

Service
Freundlich und aufmerksam.
*** von *****

Ambiente
Etwas viel und heterogene Dekoration. Von den zwei lokalen Radiostationen Luzerns ist eine unüberhörbar und dauerpräsent. Durchaus positiv finde ich die separierte Raucherstation.
** von *****

Online-Faktor
Keine eigene Website, leider, was ebenfalls eine gediegene Eigenständigkeit ausweist und möglicherweise zu einem Besuch animieren kann.

Autor: Niklaus Lenherr, 2.9.2014

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