Die Zukunft der Milchsüdi steht momentan in den Sternen. (Bild: sib)
Regionales Leben Gastgewerbe

Die Zukunft der Milchsüdi steht momentan in den Sternen. (Bild: sib)

Zieht in die Chamer Milchsüdi bald eine Kita ein?

5min Lesezeit 1 Kommentare

25 Jahre lang war die «Wirtschaft zur Milchsüdi» fester Bestandteil der Chamer Gastro-Welt. Seit diesem Februar allerdings ist das Lokal aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen. Ob das Restaurant überhaupt noch einmal seine Türen öffnen wird, erscheint derzeit mehr als ungewiss.

Einst die erste Kondensmilchfabrik Europas und Grundstein für Nestlé, dann Wohn- und Gewerbehaus mit Restaurant – und nun? Um die «Wirtschaft zur Milchsüdi» an der Zugerstrasse gibt es derzeit mehr Fragen als Antworten.

Dies schon seit Februar, denn wer sich für Trüffelravioli oder ein Rehschnitzel auf die Terrasse an der Lorze setzen möchte, steht vor verschlossener Tür. «Milchsüdi geschlossen» prangt dort. Es ist ein tristes Bild, welches das Restaurant abgibt. Die Farbe grau dominiert. Linst man durch die schräggestellten Storen, gibt es nicht viel zu sehen. Kein Mobiliar, nichts. Dieses stand unmittelbar nach der Schliessung draussen.

Das bisherige Pächter-Paar Jeta und Pino Reshani war nur rund zwei Jahre für die Bewirtung der Gäste zuständig, setzte auf traditionelle Schweizer Gerichte. Wobei die Gäste am Schluss mehrheitlich ausblieben, wie Eveline Käppeli sagt. Eine Erklärung dafür hat sie nicht. Käppeli ist Mitglied der Geschäftsleitung des Haustechnik-Unternehmens, welchem das Gebäude gehört, wo die «Wirtschaft zur Milchsüdi» einquartiert ist. Die Firma hat ihren Sitz gleich nebenan.

Vom Restaurant zur Kita?

Mancher Chamer vermutet, das Ende des Restaurants sei besiegelt. Die Zukunft in diesen Räumlichkeiten würde Büros oder einer Kita gehören.

Eveline Käppeli lässt durchblicken, dass es noch völlig offen ist, wie die Räumlichkeiten künftig genutzt werden. Indirekt bestätigt sie, dass Büros und eine Kita zur Debatte stehen. Auch die Möglichkeit, dass die Milchsüdi ein Restaurant bleibe, bestehe. Wenn, dann jedoch mit neuem Pächter.

Der Zettel macht unmissverständlich deutlich, wie es um die Milchsüdi aktuell steht.
Der Zettel macht unmissverständlich deutlich, wie es um die Milchsüdi aktuell steht. (Bild: sib)

Weshalb die Zusammenarbeit mit Jeta und Pino Reshani beendet wurde, will Käppeli nicht sagen. Man habe sich als Vermieter bei Pächterwechseln jeweils rausgehalten. Hat ein Pächter einen Nachfolger gesucht, hat er dies selbst geregelt. Nun wollen Eveline und ihr Mann Edwin Käppeli die Zügel also wieder selbst in die Hand nehmen. Edwin Käppeli ist der Geschäftsinhaber von Käppeli Haustechnik.

1991 erfolgte der grosse Umbau

In die ehemaligen Fabrikationsräume der Milchsüdi kam ursprünglich die Firma Abnox 1943. 1991 zog sie in den Langacker und verabschiedete sich damit vom Chamer Zentrum. Das Gebäude wurde zu einem Wohn- und Gewerbehaus inklusive Restaurant umgebaut. 1994 wurde dann die «Wirtschaft zur Milchsüdi» eröffnet. Seither gab es einige Pächterwechsel.

Ursula Gisler machte den Anfang als Wirtin der Milchsüdi.
Ursula Gisler machte den Anfang als Wirtin der Milchsüdi. (Bild: Chamapedia)

Den Anfang machte Ursula Gisler. Sie setzte auf die Karte «währschafte Küche». Nach acht Jahren übernahm 2002 Marco Scherini das Zepter, bis er 2013 den Kochlöffel an die Bayerin Sabine Reutter weiterreichte. Reutter bot sowohl schweizerische als auch bayerische Spezialitäten an.

Zuletzt viel Kritik auf Bewertungsplattformen

2017 dann der nächste Wechsel: Jeta und Pino Reshani übernahmen von Reutter. Ein Blick auf die Tripadvisor-Einträge zur Milchsüdi mögen einen Hinweis darauf geben, weshalb sich zuletzt kaum mehr Gäste dorthin verirrt haben und warum Jeta und Pino Reshani bereits Geschichte sind als Wirtepaar.

Es ist von «unverschämter Abzocke», «lustlosem und unfreundlichem Personal» und «von Gastfreundschaft weit und breit keine Spur» die Rede. Es finden sich auch positive Voten auf der Bewertungsplattform. Diese sind, was die Ära Reshani anbelangt, jedoch in der Minderzahl.

Die um die Milchsüdi kreisenden Fragezeichen werden vorerst wohl nicht weniger werden. Wann ist mit Neuigkeiten zu rechnen? Der Tenor von Seiten Käppelis ist, dass zuerst die Sanierungsarbeiten zu Ende gebracht werden sollen. Dies dauert seine Zeit, auch der Zuger Heimatschutz ist involviert. Mit neuen Nachrichten von der Lorze sei in rund zwei Monaten zu rechnen, wie von Seiten Eveline Käppelis zu vernehmen ist.

Die Milchsüdi gibt momentan ein recht tristes Bild ab.
Die Milchsüdi gibt momentan ein recht tristes Bild ab. (Bild: sib)

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Regionales Leben