Hat ein lachendes und ein weinendes Auge: OK-Präsident Alceo Benedetti gibt das Ende des «Lozärner Altstadtfäscht» bekannt. (Bild: bic)
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Hat ein lachendes und ein weinendes Auge: OK-Präsident Alceo Benedetti gibt das Ende des «Lozärner Altstadtfäscht» bekannt. (Bild: bic)

Wieso das «Lozärner Altstadtfäscht» einen Schlussstrich zieht

7min Lesezeit

Nach drei erfolgreichen Ausgaben ziehen die Veranstalter des «Lozärner Altstadtfäscht» den Stecker. Weil das grosse Luzerner Fest ab 2020 in viel kleinerem Rahmen stattfinden wird, werde der Anlass überflüssig. Denn die Botschaft der Organisatoren sei angekommen.

Das Luzerner Fest gönnt sich nach zehn Jahren 2019 eine Pause, um sich auf das Jahr 2020 neu zu erfinden (zentralplus berichtete). Dies nehmen auch die Organisatoren des «Lozärner Altstadtfäscht» zum Anlass, ihren beliebten Event einzustellen. Dies gaben sie am Donnerstag bekannt.

«Wir wollten nichts anderes als beweisen, dass die Gemütlichkeit und der Charme des Altstadtfestes auch heute noch auf breite Zustimmung stösst, und dass man das mit vernünftigem Aufwand mehr als kostendeckend organisieren kann», sagt OK-Präsident Alceo Benedetti. Die Besucherzahlen, in diesem Jahr waren es rund 4'000, vor allem aber der Festgewinn, würde ihm recht geben.

Erfahrungen sollen ins grosse Fest einfliessen

Der ursprüngliche Zweck des Events sei also erfüllt. «Wir sind der Meinung, dass unsere Message in der Bevölkerung und auch bei den Veranstaltern unseres grossen Bruders angekommen ist.» Von Seiten des Luzerner Fests habe man jedenfalls Signale erhalten, dass sich dieses ab 2020 wieder einen kleineren Rahmen geben wird, so Benedetti. «Wir sind deshalb fast ein bisschen überflüssig geworden», sagt er lachend.

«Wir geben aber nicht etwa auf, sondern sind überzeugt davon, dass unsere Ideen und Vorstellungen nach dem Erfolg der letzten drei Jahre in das neue Konzept vom Luzerner Fest für 2020 einfliessen werden», so Benedetti. Die Diskussionen im Rahmen der Neuausrichtung des Luzerner Fests würden schon mal in die richtige Richtung gehen.

Denn die Unterstützung von Lieferanten, Musikern, Firmen, Privatpersonen und Helfern bei den letzten drei Ausführungen des «Lozärner Altstadtfäscht» hätte eines gezeigt: «Was als kleine und aus der Not geborene Facebook-Gruppe seinen Anfang nahm, ist zu dem ursprünglichen Benefizanlass geworden, den sich viele Luzerner sehnlichst zurückgewünscht haben», sagt der OK-Präsident.

Der Bruch ist wichtig

Trotz der positiven Erfahrungen werden die Organisatoren des kleinen Festes bei der Planung für das neue Luzerner Fest keinen Einfluss nehmen. «Man muss es jetzt einfach laufen lassen. Gespräche wird es voraussichtlich keine mehr geben», blickt Benedetti voraus.

«Es ist ein wichtiges Zeichen, dass es nun diesen Bruch gibt.»

Alceo Benedetti, OK-Präsident «Lozärner Altstadtfäscht»

«Wir haben gemerkt, dass in der Bevölkerung viele nicht zwischen den beiden Festen unterscheiden konnten», so Benedetti. Man müsse deshalb reinen Tisch machen. Mit dem Verzicht auf das kleine Fest könne das neue Luzerner Fest auf viel fruchtbareren Boden stossen. «Es ist ein wichtiges Zeichen, dass es nun diesen Bruch gibt.»

«Wir sind überzeugt, dass es auf diese Weise gelingen wird, das Luzerner Fest wieder näher an die Bevölkerung und vor allem zum ursprünglich gemeinnützigen Zweck zuzuführen», sagt Benedetti. 

Dass das «Lozärner Altstadtfäscht» nach nur drei Jahren die Segel streicht, kommt allerdings nicht völlig überraschend. «Wir planen überhaupt nicht langfristig», sagte Bendetti gegenüber zentralplus im Sommer 2017. Sollte man die genannten Ziele erreichen, werde man den Verein allenfalls auflösen, hiess es damals (zentralplus berichtete).

Keine Bewilligung für 2019

Doch wieso wird es bereits im nächsten Jahr kein «Altstadtfäscht» mehr geben? Jetzt wo keine Alternative geboten wird? «Da nächstes Jahr kein Luzerner Fest stattfinden wird, müsste mit sehr viel höheren Besucherzahlen gerechnet werden», führt Benedetti aus. Dieses Jahr konnte man rund 4'000 Menschen begrüssen. 2019 könnten es dann aber mehr als 10'000 sein.

Die Vergrösserung um zwei oder mehr Plätze in der Altstadt wäre also zwingend nötig, sei jedoch keine Option, so Benedetti. Denn gemäss ersten Abklärungen würde die Bewilligung dafür vom Stadtrat nicht erteilt werden. «Ohne den zusätzlichen Platz aber wäre das Risiko einer Überlastung des Hirschenplatzes und des Süsswinkels sehr hoch. Zu hoch aus unserer Sicht», erklärt der OK-Präsident.

Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Gute Stimmung auf dem Hirschenplatz am diesjährigen Altstadtfest.
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Gute Stimmung auf dem Hirschenplatz am diesjährigen Altstadtfest. (Bild: Roberto Conciatori )

63'800 Franken für guten Zweck

Das «Lozärner Altstadtfäscht» stand auch 2018 unter dem Zeichen der Solidarität und Gemütlichkeit und setzte auf Lokalkolorit. So spielten vornehmlich Musikformationen aus Luzern und Umgebung.

Wie schon im letzten Jahr wurde draussen im Süsswinkel und auf dem Hirschenplatz gefeiert, und auch der Ländlerchäller in der Kegelbahn vom Haus der Maskenliebhaber-Gesellschaft der Stadt Luzern wurde wieder betrieben.

So lasse sich auch der Gewinn sehen: Stolze 63'800 Franken hat das 9-köpfige OK mit 120 ehrenamtlichen Helfern gemäss Aussage von Kassier Guido Huber erwirtschaftet. Der gesamte Festgewinn wurde am Donnerstag an die Stiftung «Luzern hilft» übergeben. Diese wird das Geld an verschiedene Institutionen verteilen.

Diese sechs Luzerner Institutionen bekommen Geld

  • Insieme Luzern: Beitrag für das Ferienlager für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer geistigen Behinderung.
  • Novizonte – Sozialwerk: Finanzielle Unterstützung zur Erweiterung von Betreuungsplätzen für schwerbehinderte junge Menschen.
  • Frauenhaus Luzern: Beitrag zur Erarbeitung eines Arbeitsbuches für gewaltbetroffene Kinder im Frauenhaus.
  • Regionalgruppe Luzern der Schweizerischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft: Unterstützung zur Durchführung von Anlässen für MS-Betroffene.
  • Stiftung Dreipunkt: Beitrag zum Jugendförderungsprojekt zur Unterstützung von Jugendlichen zum Weg in den Arbeitsmarkt
  • Sentitreff: Finanzielle Unterstützung des Weltmusikfestivals im Sentitreff
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