Ein neuer Waldparcours in Oberwil bei Zug soll Nutzern sowohl Möglichkeiten zum «Beschleunigen» als auch zum «Entschleunigen» bieten. Dabei steht Kunst zum Teil mitten im Wald. (Bild: zvg)
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Ein neuer Waldparcours in Oberwil bei Zug soll Nutzern sowohl Möglichkeiten zum «Beschleunigen» als auch zum «Entschleunigen» bieten. Dabei steht Kunst zum Teil mitten im Wald. (Bild: zvg)

Auf diesem Zuger Vitaparcours soll nicht nur geschwitzt werden

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Wer auf einen Vitaparcours geht, will sich anstrengen, den Puls in die Höhe jagen, sich dehnen und strecken. In Zug plant der Verein Zugsports nun einen Parcours, auf dem man auch die Seele baumeln lassen kann. Details wirken allerdings gewöhnungsbedürftig. Ja, fragwürdig.  

Wolfgang Holz

Liegestützen. Klimmzüge. Sprints. Steps. Situps. Das sind nur einige Übungen, die man auf einem herkömmlichen Vitaparcours im Wald erwartet. Man will seine Fitness steigern und die Kondition verbessern. Schwitzen ist angesagt. Ja, geradezu erwünscht.

Doch nun soll in Oberwil bei Zug eine neue Form von Vitaparcours aus der Taufe gehoben werden. Und zwar ein Waldparcours, auf dem man neben «beschleunigen» auch «entschleunigen» kann.

Körperliche und kreative Fitness fördern

«Der Weg des Parcours teilt sich zu Beginn nach rechts und nach links», erklärt Daniel Schärer von Zugsports. Rechts kann man rennen und schwitzen. Links gelangt man auf einen Erlebnistrail, der «alle Sinne aktiviert, entschleunigt, zum Nachdenken bewegt und berührt», so Schärer. Unterm Strich sollen sowohl die körperliche als auch die geistig-kreative Fitness gefördert werden.

Der Parcours kann auf zwei Arten genossen werden: «Als Sportparcours mit Beschleunigung, hohem Puls und Training oder als Erlebnisparcours mit Entschleunigung, Kunst, Staunen und Reflexion», wie es in der Projektbeschreibung heisst. Es handele sich um ein schweizweit einzigartiges Projekt.

Blechdreieck mitten im Bach

Für die Entschleunigung wollen vor allem Kunstinstallationen sorgen. Wie etwa jene goldene Pyramide – ein rund ein Meter grosses Messingblechdreieck mit dem Titel «I say O, everybody say O» – die durch drei Dornen verankert am Start eines Wasserfalls mitten in der Landschaft steht.

Oder etwa die drei Rohre aus verzinktem Stahlblech, die als «spekulative Lüftungsgarnitur» als Fremdkörper wahrgenommen werden sollen, um dadurch die Grösse eines Baums zu erkennen. Es geht aber auch mit natürlichen Materialien – wie etwa jene zwei Bänke aus massivem Eichenholz, auf die man sich rücklings legen und den Blick nach oben durch die Bäume geniessen kann. Auch ein Wasserspiel ist vorgesehen.

«Ich will mit diesem Projekt etwas für alle anbieten – für Familien, Alt und Jung, Gross und Klein.»

Daniel Schärer, Zugsports

Nach gut drei Jahren Vorbereitung steht nun sein Projekt für den Wald- und Erlebnisparcours in Oberwil. Zusammen mit der Korporation Zug soll das von der Nachbarschaft Oberwil-Gimenen initiierte und in Zusammenarbeit mit der Corporate-Social-Responsability-Abteilung der Mobiliar entwickelte Projekt realisiert werden. Die geplanten Kosten belaufen sich auf 200 000 Franken.

Daniel Schärer: Der Macher von Zugsports hat eine neue Idee – einen Erlebnis- und Vitaparcours im Wald von Oberwil zu installieren.
Daniel Schärer: Der Macher von Zugsports hat eine neue Idee – einen Erlebnis- und Vitaparcours im Wald von Oberwil zu installieren. (Bild: Boardstock)

Zugsports ist per eigener Definition ein Verein zur Förderung von Bewegung und Lebensfreude für Menschen von 2 bis 100 aus der Region Zug. Macher Daniel Schärer hat bekanntlich die Zuger Eventkultur in der letzten Zeit erheblich aufgewirbelt – indem er das Zuger Seefest vor dem Aus gerettet hat. Und das Zugsports-Festival wieder auf frühere Boardstock-Werte fokussiert hat.

Projekt liegt bei Stadtzuger Baubehörde auf

«Ich will mit diesem Projekt etwas für alle anbieten – für Familien, Alt und Jung, Gross und Klein», sagt Schärer. Es solle auf diesem Parcours auch Menschen die Möglichkeit gegeben werden, innezuhalten und aktiv zu entschleunigen. «Die wichtigen Stakeholder, wie die Korporation Zug und Kantonsförster, wurden laufend in die Projektentwicklung integriert und unterstützen die Idee», sagt Daniel Schärer.

Nun liegt das Projekt, dessen Realisierung fürs Frühjahr 2019 in einem Waldstück hinter der Klinik Zugersee geplant ist, erstmal als Baugesuch bei der stadtzugerischen Baubehörde auf.

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