An einer sogenannten «Flyline» soll man künftig durch die Wälder am Pilatus gleiten können. (Bild: zVg)
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An einer sogenannten «Flyline» soll man künftig durch die Wälder am Pilatus gleiten können. (Bild: zVg)

Bald wie ein Drache durch die Pilatus-Wälder fliegen

4min Lesezeit

Der Seilpark auf der Fräkmüntegg oberhalb Kriens ist erfolgreich unterwegs. Deshalb soll er über den Winter ausgebaut und um einige Attraktionen ergänzt werden. Damit nehmen die Pilatusbahnen neue Kunden ins Visier. Denn vor allem bei Touristen von der anderen Seite der Erdkugel sind Seilparks derzeit sehr beliebt.

Der Seilpark im Wald auf der Fräkmüntegg am Pilatus ist beliebt. Knapp 20’000 Personen aus aller Welt besuchten die Attraktion, die genau auf der Grenze zwischen den Kantonen Luzern und Nidwalden liegt, im vergangenen Jahr. Aufgrund der grossen Nachfrage wollen die Pilatusbahnen das Angebot nun um drei weitere Attraktionen erweitern.

Rund 2,5 Millionen Franken sollen bis im nächsten Sommer investiert werden. «Den Ausbau können wir vollumfänglich aus der eigenen Tasche finanzieren», sagt Tobias Thut, Leiter Marketing und Verkauf bei den Pilatusbahnen, nicht ohne Stolz.

Mit 12 km/h durch den Wald

Eines der neuen Highlights soll eine sogenannte «Flyline» werden. Passend zum Gesamtkonzept der Pilatusbahnen wird sie den Namen «Dragon-Glider» tragen. An einer Führungsschiene hängend, wird man mit 12 Kilometern pro Stunde von den Baumkronen hinunter zur Talstation des Stehliftes auf der Fräkmüntalp gleiten. «Die ‹Flyline› soll ein Gefühl des Fliegens vermitteln», so Thut. «Wir haben eine Flyline letztes Jahr mit der gesamten Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat im Südtirol getestet und waren total begeistert», schwärmt er.  

Ideal sei ausserdem, dass die Flyline wie die anderen Attraktionen des Seilparks nicht fix installiert werden muss und somit jederzeit und mit überschaubarem Aufwand wieder entfernt werden kann, erklärt Thut.

Lernen in den Baumkronen

Ein weiteres neues Angebot wird ein Pfad in den Baumkronen sein. «Neben dem Erlebnis, durch das Dach des Waldes zu spazieren, wird man auf dem sogenannten Wipfelpfad auch viel Interessantes über den Forst und dessen Bewohner lernen können», sagt Thut. Die Attraktion soll sich folglich an Kinder und Erwachsene gleichermassen richten.

Neben den Seilparkfans sollen durch den Ausbau auch neue Kunden gewonnen werden. «Die Flyline und der Wipfelpfad richten sich insbesondere an Leute, die nicht so viel Zeit haben», sagt Thut. Denn in der Regel würde ein Besuch im Seilpark zwei bis drei Stunden beanspruchen und sei teilweise ziemlich anspruchsvoll.

Zudem sei vor allem der neue Weg durch die Baumkronen gut für Leute geeignet, die nicht oder nicht mehr so sportlich unterwegs sind. «Für unseren Seilpark bedarf es nämlich schon etwas an Kraft und Ausdauer», sagt Thut schmunzelnd.

Neue Kunden im Visier

«Bis jetzt war es so, dass die (Gross-)Eltern oft gewartet haben, während die Kinder die Parcours absolvierten. Künftig soll man das Angebot noch vermehrt zusammen erleben können», beschreibt Thut die Idee für den Ausbau. «Unser Seilpark soll noch stärker generationenübergreifend sein.» Der Wipfelpfad wird für alle gratis zur Verfügung stehen.  

Aber auch auf Leute, die sich nicht für die Parcours motivieren können, wartet bald ein neues Angebot. «Bei der Bahnstation Fräkmüntegg gibt es heute eine hässliche sogenannte Brandruine. Diese werden wir nutzen, um ein offenes Holzhaus mit Bänken und Grillstellen einzurichten», so Thut. Auf der neu gestalteten «Drachenalp» kann man künftig die selber mitgebrachten Würste bräteln oder einfach sein Picknick geniessen. Eröffnet werden sollen die neuen Attraktionen im nächsten Frühling oder Sommer.

Der Renner in Amerika und Asien

Mit der bisherigen Auslastung des Seilparks sei man sehr zufrieden, sagt Thut. Den Erfolg erklärt er sich durch die Kombination mehrerer Aspekte. «Der Pilatus ist sowohl ein Naherholungsgebiet für Leute aus der Region als auch ein beliebtes Reiseziel für ausländische Touristen.»

Insbesondere Amerikaner, Südkoreaner und Inder seien sehr affin für Seilparks, erklärt Thut. «Durch den immer stärker aufkommenden Individualtourismus aus diesen Ländern erfahren auch wir einen stetig wachsenden Zulauf.»

Noch bis Ende Monat liegt das Baugesuch bei der Stadt Kriens öffentlich auf. Die Bauarbeiten sollen nach Ende dieser Saison beginnen.

Wie hier soll sich die Flyline durch den Wald schlängeln (Symbolbild).
Wie hier soll sich die Flyline durch den Wald schlängeln (Symbolbild). (Bild: zVg)

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