Arno Böni kocht an seinem kleinen Foodtruck derzeit regelmässig auf der «KuBra» beim Luzerner Eichwald. (Bild: bic)
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Arno Böni kocht an seinem kleinen Foodtruck derzeit regelmässig auf der «KuBra» beim Luzerner Eichwald. (Bild: bic)

Stadt Luzern spuckt Lamafleisch-Foodtruck in die Suppe

6min Lesezeit

Der Reussbühler Arno Böni hat seinen eigenen kleinen Foodtruck gebaut. Sein Lamafleisch aus der Region brät er seit Februar auf den Strassen in der Luzerner Agglo. Gerne würde er dies auch in der Stadt Luzern tun – doch das gestaltet sich schwierig. Und bringt Böni auf die Palme.  

«Ich will die Leute vor allem über den Mittag zu einem Umdenken bewegen. Man sollte sich auch in hektischen Zeiten wieder mehr Raum für gutes und gesundes Essen gönnen», sagt Arno Böni aus Reussbühl.

Diese Message hat er sich auf die Fahne geschrieben. Seit Februar ist er deshalb mit seinem kleinen Foodtruck im Raum Luzern unterwegs. Anlässlich der Zwischennutzung «KuBra» beim Eichwald und dem dazugehörigen Public Viewing aktuell auch regelmässig in der Stadt Luzern. Dies gestaltet sich normalerweise schwierig, doch dazu später.

Hamburg als Vorbild

Seine Sporen abverdient hat sich der 26-Jährige unter anderem in einer Altersheimküche. Dort hat er seine Lehre als Koch absolviert. Danach arbeitete er einige Zeit in einer Klinik. Nach einem Sprachaufenthalt hat er kürzlich noch das Handelsdiplom erlangt und sich dann selbstständig gemacht.

Die Idee, sein Geld mit Streetfood zu verdienen, kam ihm in Hamburg. Dort arbeitete Böni ein halbes Jahr lang in einem Restaurant. «Die Hansestadt hat eine grosse und etablierte Streetfood-Szene», sagt er mit einem Strahlen im Gesicht.

«Rindfleisch verkaufen alle. Ich wollte etwas Exotischeres.»

Arno Böni

«Als ich zurück in Luzern war, habe ich gemerkt, dass dies in der Schweiz noch fehlt.» Es gebe hier zwar mittlerweile viele Streetfood-Festivals, die meist an den Wochenenden stattfinden, im Alltag sei Streetfood aber noch nicht wirklich angekommen, erklärt Böni.

Alles selber gebaut

In sein Projekt hat Böni einiges an Geld gesteckt. Einen Teil des Geldes hat er über ein Crowdfunding zusammengetragen. Für 5’000 Franken kaufte er einen Piaggio. Diese dreirädrigen Vehikel kennen die meisten wohl aus den Ferien in Italien. Weitere 5’000 Franken investierte er in dessen Umbau.

Seitlich musste er das Auto aufschneiden, um die Küchengeräte und eine Klappe für die Theke zu installieren. Hinzu kommt ein kleiner Kühlschrank für das Fleisch. Seinem kleinen Foodtruck hat er den schlichten Namen «Böni’s Bistro» gegeben. «Ich habe alles zusammen mit meinem Stiefbruder in dessen kleiner Garage in Eigenregie gebaut», sagt Böni stolz.

Zurzeit ist Böni's Bistro regelmässig zu Gast auf der «KuBra» beim Luzerner Eichwäldli. Unter der Woche trifft man den Piaggo in Malters und Emmenbrücke an.
Zurzeit ist Böni’s Bistro regelmässig zu Gast auf der «KuBra» beim Luzerner Eichwäldli. Unter der Woche trifft man den Piaggo in Malters und Emmenbrücke an. (Bild: bic)

Lamafleisch aus der Region

Die Kunden möchte Böni mit einem ganz speziellen Angebot anlocken. «Rindfleisch verkaufen alle. Ich wollte etwas Exotischeres», sagt Böni. Bei Google sei er dann auf eine Lamazucht aus der Region gestossen. Seither bezieht er das Fleisch vom Bauernhof in Lieli im Luzerner Seetal.

Hier findet man Böni’s Bistro

Arno Böni hat bislang zwei fixe Standplätze. Am Dienstag und Donnerstag ist das Bistro am Seetalplatz in Emmenbrücke (neben LUKB) anzutreffen. Jeweils am Mittwoch und Freitag findet man es an der Industriestrasse 24 in Malters.

Die gebratenen Lamasticks verkauft er zusammen mit Süsskartoffel-Pommes-Frites. «Dies ist mein aktuelles Sommermenü», so Böni. Wer nicht so hungrig ist, kann sich auch einfach nur die Fritten gönnen. Dazu gibt es eine süss-saure Mangosauce. Die Sticks formt er aus Lamahackfleisch gleich vor Ort. «Zurzeit kläre ich ab, ob ich irgendwo in der Schweiz Süsskartoffeln bekomme», sagt Böni. Denn aktuell erhalte er diese nur aus Südamerika.

Schon bald mit Ökostrom?

Die nachhaltige Herstellung seiner Produkte ist Böni also wichtig. «Das Einzige, das bei mir noch nicht wirklich grün ist, ist der Piaggio selber», sagt er. Sollte sein Bistro aber gut laufen, werde er sich überlegen, das Auto mit einem elektrischen Motor zu bestücken.

Auch die Küchengeräte würde er gerne mit Ökostrom betreiben. «Wenn es irgendwie geht, möchte ich Solarpanels auf dem Auto installieren und so mein fahrendes Bistro mit Energie versorgen.» Ob die gewonnene Energie indes tatsächlich ausreichen würde, wisse er nicht. «Die Friteusen fressen jedenfalls enorm viel Strom», gibt er sich realistisch.

Die Lama-Sticks kommen zusammen mit den Süsskartoffeln in einen kompostierbaren Becher. Dazu gibt's einen Mango-Dip.
Die Lamasticks kommen zusammen mit den Süsskartoffeln in einen kompostierbaren Becher. Dazu gibt’s einen Mangodip. (Bild: bic)

«Die Stadt ist noch etwas zu konservativ»

Ebenfalls noch unklar ist, ob Böni das Lamafleisch dereinst auch in der Stadt Luzern verkaufen kann. Dies würde er gerne möglichst rasch tun. Doch das Unterfangen gestalte sich schwieriger, als er sich erhofft habe. Denn für das Betreiben des Foodtrucks auf öffentlichem Grund braucht es eine Bewilligung.

Er sei nun schon einige Monate mit der Stadt in Kontakt. «Es hiess bislang immer, dass es schon vier Kioske im Sommer sowie den einen oder anderen Marronistand im Winter gibt.» Im Moment gehe daher leider kaum etwas, moniert der Jungunternehmer.

«Ich habe das Gefühl, dass bei der Stadt noch eine etwas konservative Vorstellung herrscht.» Das sei schade, denn er spüre in der Bevölkerung ein Bedürfnis nach solchen Angeboten. Deshalb seien wohl auch die Streetfood-Festivals so im Trend.

«Gerade darum ist es wichtig, dass es Projekte wie die ‹KuBra› gibt, die offen sind für Neues und Jungunternehmern wie mir eine Plattform bieten», sagt er. Neben öffentlichen Plätzen bietet Böni seine Speisen auch für kleinere Privatanlässe an. 30 Personen könnte er so verpflegen, was bisher indes noch nicht so richtig klappen wollte. Aber Arno Böni wäre nicht er selber, wenn er nicht auch hier trotzdem voller Zuversicht wäre.

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