Das Feuerwerk am Seefest 2017. Dieses Jahr soll es grösser ausfallen. (Bild: Christian H. Hildebrand)
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Das Feuerwerk am Seefest 2017. Dieses Jahr soll es grösser ausfallen. (Bild: Christian H. Hildebrand)

Was sich dieses Jahr am Zuger Seefest alles ändert

5min Lesezeit

Erstmals seit 1972 wird das Zuger Seefest nicht von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug durchgeführt. Der Volksanlass erlebt durch die neuen Organisationen um Daniel Schärer weniger eine Revolution denn eher eine Evolution. Doch eine Änderung fällt besonders markant aus.

Die neuen Organisatoren um OK-Präsident Daniel Schärer haben Grosses vor für das Zuger Seefest am Samstag und Sonntag. Sonntag? Ja, richtig gelesen. Und damit wären wir auch schon bei Punkt 1 der Dinge, welche sich dieses Jahr am Zuger Traditionsevent ändern.

1. Am Sonntag wird weitergefeiert

Während sich das Seefest in der Vergangenheit jeweils auf den Samstag beschränkt hat, ist dieses Jahr der Sonntag nicht mehr bloss Ausnüchterungs- und Aufräumtag. Denn von 10.30 bis 14 Uhr organisieren die Zuger Bäuerinnen beim Gärbiplatz einen (Kater-)Brunch. Dabei setzen sie auf regionale Produkte wie Bauernzopf, Rösti oder Birnenweggen.

Wer beim Brunch-Buffet à discretion zulangen will, für den kostet das Schlemmen als Erwachsener 59 Franken. Der Preis für Kinder ist abhängig vom Alter. Musikalisch begleitet wird das grosse Fressen von der Gruppe Ländler-Wurlitzer.

Erst wenn es am Ufer keinen Sitzplatz mehr gibt, hat das Seefest richtig angefangen.
Wird dieses Jahr am Zuger Seefest die 25’000er-Marke geknackt? (Bild: liv)

2. Die 70er und 80er sind zurück

Im Rigiblick-Zelt ist am Samstag Retro-Disco angesagt. Die DJs Jüge, Yuma und Nicki werden ab 16 Uhr bis 2 Uhr morgens Hits aus den vergangenen Jahrzehnten auflegen. Unterbrochen wird die auditive Nostalgie-Sause einzig vom Feuerwerk.

Die Platzwahl Rigiblick erfolgte dabei nicht zufällig. Denn: In den 70ern gab es an diesem Ort die ersten Open-Air-Discos in Zug. Das «Peacehorse» wurde aus dem Keller des Pfarreiheims St. Johannes an die Ufer des Zugersees gezügelt. Selbst gebastelte Boxen, Lichtorgeln und Spiegelkugeln prägten dabei das Bild.

«Wir sind im Hinblick auf das voraussichtlich gute Wetter auf 25’000 oder mehr Besucher vorbereitet.»

Daniel Schärer, OK-Präsident Zuger Seefest

Die drei DJs, die diese Zeit bestens kennen, sollen die Erinnerungen daran nun wieder aufleben lassen. Allerdings warnen die Veranstalter bereits vor, Szenekenner dürften nicht allzu kritisch sein, da die Songs durchaus in die 80er und 90er schwappen könnten.

3. Das professionelle Gastrokonzept

Nachdem es unter der Ägide der Feuerwehr jeweils rund 20 «Chilbi-Essensstände» gab, wie sie Daniel Schärer nennt, professionalisiert er das Gastrokonzept, um dem Anlass gerecht zu werden.

Er hat den Rothenburger Catering-Anbieter «Starfood» damit beauftragt, die Tausenden durstigen Kehlen und hungrigen Mäuler zu versorgen. Schärer weiss: «Starfood ist ein sehr professioneller Partner, der den Andrang abfedern kann, egal, wie viele Leute kommen.»

Daniel Schärer. Mit Zug Sports will er zurück zu den Ursprüngen des Events.
Daniel Schärer verpasst dem Zuger Seefest einen neuen Anstrich. (Bild: slam)

«Ursprünglich rechneten wir mit 20’000 Besuchern», erzählt Daniel Schärer, der als Präsident von «Zug Sports» auch das «Aegeri on Ice» organisiert. «Doch wir sind im Hinblick auf das voraussichtlich gute Wetter auf 25’000 oder mehr Besucher vorbereitet.»

4. «Same same but different»

Auf die Neuerungen angesprochen, benutzt Schärer immer wieder dieses Sprichwort aus dem Thailändischen. Es gehe darum, den Anlass zu professionalisieren und zeitgemässer zu gestalten. «Wir wollen Gutes beibehalten und Details verbessern, wo es aus unserer Sicht nötig ist», erklärt er.

Dazu gehöre, die Logistik und Prozesse zu optimieren und die Infrastruktur auszubauen. «Dies hat bereits bei der Projektleitung begonnen, die wir der Zuger Agentur Atworx übergeben haben. Dazu haben wir beim Personal die Kompetenzen klar geregelt, wenn es um den Auf- und Abbau oder den Sicherheitsdienst geht», so Schärer. Zusätzlich würden neue Zelte zur Verfügung stehen.

«Wenn der Event vorbei ist, müssen wir bereits an die Ausgabe 2019 denken und uns bei den Leuten umhören.»

Daniel Schärer

Das Motto «same same but different» gilt auch für Schärers persönliches Highlight am Samstagabend: das Feuerwerk. «Dieses wird auf jeden Fall grösser ausfallen als bisher», verrät er.

«Ich bin bereits aufgeregt und gespannt, wie unsere Premiere verlaufen wird», kann Schärer seine Aufregung wenige Tage vor dem grossen Wochenende nicht verbergen. Doch auch er ist sich bewusst: «Wenn der Event vorbei ist, müssen wir bereits an die Ausgabe 2019 denken und uns bei den Leuten umhören, ob unser Konzept gepasst hat und wo es Verbesserungspotenzial gibt.»

Ein Blick auf das Wetter-App verrät: Petrus scheint zumindest schon einmal nichts gegen ein erfolgreiches Zuger Seefest 2018 zu haben.

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