Michael Grüter und Janine Krummenacher mit selbstgebrautem Bier aus der eigenen Küche. (Bild: giw)
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Michael Grüter und Janine Krummenacher mit selbstgebrautem Bier aus der eigenen Küche. (Bild: giw)

Kriens erhält mit «Mons» ein eigenes Bier

4min Lesezeit

Lokale Kleinbrauereien sind derzeit voll im Trend – nun erhalten auch die Krienser ein eigenes Bier. Der ortsansässige Michael Grüter lanciert im Wohnwerk Teiggi zusammen mit seiner Ehefrau das Bier Mons. Er setzt dabei ganz auf den Stolz der Krienser. Damit im Herbst das Gebräu fliesst, müssen jedoch noch Drittgelder her.

Im August ist Zügeltermin im Wohnwerk Teiggi in Kriens: Bewohner und Gewerbebetriebe beziehen das erneuerte, genossenschaftlich organisierte Gewerbequartier. Dabei kommen auch Freunde von Hopfen und Malz auf ihre Kosten: Denn mittendrin entsteht eine Kleinbrauerei. Hinter dem Projekt steht der gebürtige Krienser Michael Grüter.

Auf 100 Quadratmetern, in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pizzeria Marcello, plant der 33-Jährige seine Kleinbrauerei. «Kriens hat dank dem Weingut Sonnenberg bereits einen feinen Tropfen – warum machen wir nicht auch ein Bier?», so Grüter. Bisher hat er als Hobby produziert, nun macht sich der Personalberater schrittweise selbständig.

Bier erinnert an alten Pilatus-Namen

Er ist überzeugt vom Erfolg, auch wenn viel Konkurrenz bei Klein- und Kleinstbrauereien vorhanden ist: «Die hiesigen Produzenten wie das ‹Luzerner Bier› sind alle im Wachstum begriffen.» Doch das Interesse sei sehr gross in der Gemeinde, bereits haben einzelne hiesige Abnehmer wie Vereine und Beizen Interesse am Ausschank signalisiert.

Grüter will sehr gezielt mit der kommunalen Identität punkten. «Mons Gold» heisst das erste Produkt, das im Spätsommer oder Herbst auf den Markt gelangen wird. Es wird ein helles, ungefiltertes Lagerbier, das einen möglichst breiten Geschmack treffen soll.

Der Name Mons schafft den Bezug zum Pilatus, der laut Grüter bis im 14. Jahrhundert «Mons Fractus» genannt wurde, was in Latein so viel wie «gebrochener Berg» bedeutet. Das Wasser für das Bier wird jedoch nur zu einem Teil vom Berg kommen, wie üblich in Kriens fliesst das blaue Lebenselixier aus verschiedenen Quellen. Auf den Logos soll dereinst ein Drache prangen – man möchte sich jedoch dezidiert von der Bildsprache der Pilatus Bahnen unterscheiden. Damit knüpft die Brauwerkstatt an die Sagenwelt auf dem Pilatus an.

Noch mitten in der Bauphase: das Wohnwerk in Kriens.
Noch mitten in der Bauphase: das Wohnwerk in Kriens. (Bild: giw)

Standort passt zum Businessplan

Vorgesehen ist zu einem späteren Zeitpunkt die Entwicklung von Saisonbieren, welche den Erstling ergänzen werden. In der Anfangsphase wird Grüter von einem renommierten Braumeister aus dem deutschen Freiburg unterstützt, der bereits Erfahrungen hat mit der Produktion in Kleinbrauereien.

Der Standort im Wohnwerk sei optimal, auch aufgrund des nachbarschaftlichen Klimas, das hier entstehen soll. Am Businessplan tüftelt Grüter bereits seit über zwei Jahren. Kräftig unterstützt wird er dabei von seiner Ehefrau Janine Krummenacher. In den kommenden Monaten werden die Räume saniert, ab Mitte Juni werden die Tanks und die Brauanlage eingebaut und danach wird erstmals gebraut.

Grüter setzt auf Crowdfunding

Klar ist: Obwohl der Ausschank auch in Beizen vorgesehen ist, wolle man nicht ausschliesslich für die Gastronomie produzieren. Grüter setzt vor allem auf den Flaschenverkauf, im Internet und ab Rampe. Deshalb gehört auch zum Gesamtkonzept, dass die Brauwerkstatt eine Erlebnisbrauerei sein wird. «Vorgesehen ist, dass wir jeweils an einem Abend die Woche eine Degustationsbar öffnen», so Grüter. Die Krienser sollen zum Feierabend ins zentral gelegene Wohnwerk einkehren und sich die hiesige Braukunst munden lassen. Wenn es gut laufe, seien weitere Tage vorgesehen, wie der Krienser erklärt.

Michael Grüter steht in den Räumlichkeiten der zukünftigen Brauwerkstatt Kriens.
Michael Grüter steht in den Räumlichkeiten der zukünftigen Brauwerkstatt Kriens. (Bild: giw)

Um die nicht unerheblichen Kosten für Umbau und Brauereiinfrastruktur zu finanzieren, wird Mitte Mai ein Crowdfunding auf «Funders» lanciert. Das Finanzierungsziel liegt bei 70'000 Franken, die Finanzierungsschwelle bei 50'000 Franken. «Klar ist unser Projekt auch mit Risiken verbunden, aber ich bin überzeugt, dass wir auf genügend Nachfrage stossen werden», sagt Grüter.

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