Die Badi Hünenberg wird schon bald wieder bevölkert werden: Am 22. April ist offizieller Saisonstart. (Bild: zvg)
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Die Badi Hünenberg wird schon bald wieder bevölkert werden: Am 22. April ist offizieller Saisonstart. (Bild: zvg)

Viele Zuger Badis bleiben trotz Sommerwetter geschlossen. Warum?

5min Lesezeit

Über 25 Grad soll es diese Woche werden. Da überlegt sich der eine oder andere bereits, ins kühle Nass zu steigen – oder sich zumindest ein Sonnenbad zu gönnen. Doch noch rennt man bei verschiedenen Zuger Badis gegen verschlossene Türen. zentralplus verrät, wo eine Abkühlung trotzdem schon möglich ist.

Nach dem schier endlosen Winter die wohlverdiente Erlösung: Schaut man sich das Wetter bis Ende Woche an, dürfen wir uns über Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke und Sonne satt freuen. Grund, ein erstes Mal diese Saison in die Badi zu gehen.

Doch schönes Wetter bedeutet nicht automatisch auch offene Badis. Viele öffnen ihre Tore erst im Mai. So zum Beispiel das Strandbad Lido in Unterägeri. Betriebsleiter Erwin Blattmann erklärt, weshalb der Saisonstart erst am 12. Mai erfolgt.

«Wir haben gar nicht die Möglichkeit, auf das derzeitig schöne Wetter zu reagieren und die Eröffnung vorzuverlegen.»

Erwin Blattmann, Betriebsleiter Strandbad Lido Unterägeri

Saisonstart kann nicht vorverschoben werden

«Wir haben gar nicht die Möglichkeit, auf das derzeitig schöne Wetter zu reagieren und die Eröffnung vorzuverlegen, da alles auf das im Vorfeld festgelegte Datum ausgerichtet ist.» Dazu gehörten Lieferungen oder eine Raiffeisen-Aktion für Kinder, die bereits fixiert ist.

«Es ist nicht das erste Mal, dass wir damit leben müssen», antwortet Blattmann auf die Tatsache angesprochen, dass man (noch) nicht vom Wetter profitieren kann.

Es klinge zwar blöd, doch eigentlich wäre es aus ihrer Sicht besser, wenn die Apriltemperaturen nicht so obenaus schlagen würden. «Wir können nicht mehr als hoffen, dass die Schönwetterperiode auch im Mai noch anhält», sagt Blattmann.

Frische Temperaturen im Zugersee

Nicht nur in Unterägeri erfolgt der Startschuss am 12. Mai, sondern auch im Chamer Strandbad am Seeweg. Bademeister Michael Freisager gibt zu bedenken, dass auch ihnen die Hände gebunden seien, wenn es um eine frühzeitige Eröffnung geht.

«Wir haben ein klares Aufbauprogramm, was beispielsweise die Technik oder Reinigungsmassnahmen betrifft.» Dies würde ein flexibles Eröffnungsdatum erheblich erschweren. Ein blutendes Badiherz verspürt Freisager deswegen jedoch nicht.

«Wir hatten einen Wasserschaden wegen der anhaltenden Minustemperaturen.»

Michael Freisager, Bademeister Strandbad Cham

«Wir haben abgesehen von einem Kinderbassin ja nur den See, welcher im Moment noch sehr kalt ist.» Ein Blick auf die Anzeige verrät: Rund elf Grad werden momentan für den Zugersee gemessen. «Die Gäste könnten also nur auf der Wiese liegen», folgert Freisager.

Wasserschaden wegen Minusgrade

Entsprechend halte er Mitte Mai für einen guten Startzeitpunkt. Er bedenkt auch, wie lange sich der Winter dieses Jahr noch hingezogen hat. «Wir konnten erst Ende März das Wasser wieder anlassen und hatten sogar einen Wasserschaden wegen der anhaltenden Minustemperaturen.» Es habe Leitungen gesprengt.

Der 12. Mai, übrigens ein Samstag, scheint für viele Zuger Badis die Wahl für den Saisonstart zu sein. So starten auch das Schwimmbad Rotkreuz oder das Strandbad in Zug in knapp einem Monat. Bei Letzterem ist bei schönem Wetter das Restaurant jedoch bereits geöffnet.

Das Zuger Seebad Seeliken ist zwar das ganze Jahr über geöffnet. Die Badezone wird jedoch ebenfalls ab 12. Mai von einem Bademeisterteam überwacht. Bis dann kann man es sich in der Gartenbeiz gut gehen lassen.

Nicht auf Öffnungszeiten angewiesen

Für all diejenigen, die nicht so lange warten möchten, gibt es jedoch Alternativen. Die Beiz des Strandbads Hünenberg ist bereits seit Anfang Monat geöffnet. Am Sonntag findet jedoch der offizielle Saisonstart statt. Auch in Walchwil müssen die Badigäste nicht mehr lange warten: Am 1. Mai öffnet das Seebad seine Tore.

Auch Sonnenhungrige ist die «Männerbadi» ideal.
Die Männerbadi in Zug empfängt das ganze Jahr über Sonnenhungrige. (Bild: woz)

Daneben gibt es im Kanton zahlreiche Bademöglichkeiten, bei denen man auf keine Öffnungszeiten angewiesen ist. Dazu zählen die ehemalige Männerbadi, heute Siehbach, in Zug, das Seebad Brüggli oder die Badestelle Tellenörtli in Oberwil. Nicht zu vergessen ist das Seebad Hirsgarten in Cham.

Und wem es bereits so heiss ist, dass er sich gleich sämtliche Kleider vom Leib reissen möchte, dem sei das Naturbad Choller am Ausfluss der alten Lorze empfohlen. Dort trafen sich die ersten Anhänger der Freikörperkultur schon am letzten Wochenende.

Lesen Sie dazu auch die Reportage unseres Selbstversuchs vom Zuger Nacktbadestrand.

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