Animierten zum Mitsingen und Mitklatschen: Henrik Belden performte zusammen mit den Vikingern. (Bild: jal)
Regionales Leben Fasnacht

Animierten zum Mitsingen und Mitklatschen: Henrik Belden performte zusammen mit den Vikingern. (Bild: jal)

Showtime: Wenn das Luxushotel zur Partyhochburg wird

4min Lesezeit

Während Puristen die Strassen- und Beizenfasnacht hochhalten, füllte die Vikinger Power Night am Samstag das Hotel Schweizerhof. Mit an Bord: Henrik Belden. Auch dank dem Luzerner Musiker wähnte man sich zuweilen eher an einem Popkonzert denn an der Fasnacht.

Das Luzerner Luxushotel Schweizerhof ist am Samstag zum Partypalast mutiert. Der Grund: Die Vikinger luden traditionell zu ihrer Power Night, der mittlerweile wohl grössten regelmässigen Fasnachtsparty der Stadt.

So manches unterscheidet den Anlass vom anderen städtischen Treiben in der fünften Jahreszeit. Angefangen beim Sound: Während auf der Strasse geschränzt und geguuggt wird, erklingen im Fritschihof Gitarrensoli, Rap und Samba-Rhythmen. Das Repertoire der Vikinger, die am Samstagabend drei Sets zum Besten gaben, reicht von Fettes Brot über Prince bis hin zu David Bowie. Die Combo ist zugleich Brass Band, Rockshow und Popstar – und gilt als Pionierin (zentralplus berichtete).

Doch nicht nur sie sorgen im Schweizerhof für beschwingte Töne. Während vor dem Hotel eine Guuggenmusig der Warteschlange die Zeit vertreibt, wird das Publikum in der Bar von einer der rund zehn Kleinformationen unterhalten. Und da es überall etwas zu hören und sehen gibt, streifen bald schon Einhörner, Päpste und Undefinierbares durch die Gänge, durch die sonst gut betuchte Hotelgäste und Geschäftsmänner schlendern.

Prinzessinnen auf dem Laufsteg

Bereits um 21 Uhr, als die Vikinger zum ersten Mal die Bühne betreten, füllt sich der Saal. Mit Jan Delays «Klar» wird dem Publikum kräftig eingeheizt. Und doch kann sich angenehm einen Weg durch die Masse bahnen, wer in der vordersten Reihe feiern will.

Was bald schon auffällt: Die überdurchschnittlich hohe Dichte an Prinzessinen. Oder anders gesagt: Die vielen schicken Kostüme – offenbar getreu dem ehrwürdigen Ort. Der rote Teppich des Hotels verkommt so zuweilen zum Laufsteg. Auf dem es gegen 23 Uhr immer enger wird. Nun nimmt die Party richtig Fahrt auf.

Päpstlicher Segen für die Partygänger.
Päpstlicher Segen für die Partygänger. (Bild: jal)

Denn jetzt betritt der diesjährige Gast der Vikinger die Bühne, der Luzerner Henrik Belden (zentralplus berichtete). Gemeinsam mit der Riesenband performte er zwei seiner Songs, «Hometown» und «Paradise». Man wähnte sich zuweilen an einem Popkonzert: Henrik Belden animierte das Publikum zum Mitsingen, Mitklatschen, Mittanzen.

Obwohl die Vikinger mit ihrem Elektro-Sound besonders auch bei Jungen beliebt sind, ist das Publikum im Schweizerhof bunt gemischt. Und manch ein Lokalpromi wagt sich – mehr oder weniger inkognito – unter die feiernde Menge (siehe Box).

Höhepunkt zur Halbzeit

Es ist bereits Halbzeit in der Luzerner Fasnacht. Doch bei der partybereiten Meute ist keine Spur von Ermüdung zu spüren. Im Gegenteil: Der «Rüüdig Samschtig» hat sich über die Jahre zu einem der beliebtesten Fasnachtstage gemausert – seit letztem Jahr bekanntlich auch offiziell.

Henrik Belden und die Vikinger mit Aloe Blaccs Hit «I need a Dollar»:

 

Die Power Night, das ist auch der perfekte Ort für Schönwetterfasnächtler. Kein Regen oder Schnee, sollte solcher fallen, kein beissender Wind und keine schlotternden Glieder. Im Gegenteil: So manch eine Äffin oder ein Bernhardiner dürfte im Schweizerhof mächtig ins Schwitzen gekommen sein. Bei gefühlten 40 Grad verkam der Zeugheersaal zur Tanzsauna.

Gegen 1000 Gäste

Die Power Night diesen Samstag zählte rund 1’000 Besucher, schätzen die Vikinger. «Das Publikum war grossartig», sagt Präsident Manuel Stadelmann. «Der Schweizerhof war nicht überfüllt, sodass es im hinteren Bereich noch etwas Luft gab. Ich denke, das wurde geschätzt.» Der Abend sei rundum gelungen und ohne Zwischenfälle verlaufen. Für die Vikinger geht es am Güdismontag weiter – womöglich erneut mit prominenter Unterstützung. «Vielleicht taucht ja Belden zwischendurch wieder auf», so Stadelmann vielsagend.

Für Puristen mag das wenig verlockend klingen. Für die gehört die Fasnacht auf die Strasse, in die Gassen und Hinterhöfe, wie beispielsweise einer sagt, der zum ersten Mal im Schweizerhof ist. Doch für die meisten der gegen 1’000 Gäste im Fünf-Sterne-Haus gilt die Power Night inzwischen als alljährlicher Fixpunkt in der Agenda.

Selbstverständlich dazu gehört der Faithless-Hit «Insomnia». Als die Vikinger ihn gegen 2.30 Uhr anstimmen, gibt sich der Saal vollends dem Fasnachtstaumel hin. «I can't get no sleep» – mit diesen Worten werden die Partyfasnächtler von den Vikingern in die Nacht entlassen. 

zentralplus ist Medienpartner der «Vikinger».

Mehr Eindrücke von der Power Night finden Sie in der Bildergalerie:

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