In der Innerschweiz kommen alle auf ihre Kosten: Ein Junge brettert den Hang hinunter. 
  (Bild: Emanuel Ammon/AURA)
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In der Innerschweiz kommen alle auf ihre Kosten: Ein Junge brettert den Hang hinunter.   (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Schlitteln in der Zentralschweiz: die besten Pisten – und Geheimtipps

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Die Innerschweiz ist ein wahres Schlittelparadies. Vom Adrenalinjunkie über die Rampensau bis zum Kleinkind. Für alle ist etwas dabei. zentralplus sagt, wo Sie das passende Angebot finden.

Viele Skigebiete mischen mittlerweile im Geschäft mit dem Schlittelspass mit. Das Angebot ist nur schon in der Innerschweiz ziemlich gross. Längst wird nicht nur das Skifahren und Snowboarden, sondern auch das Schlitteln aktiv beworben. Dies zeigt ein Überblick über die Zentralschweizer Wintersportorte.

Die Angebote sind ebenso unterschiedlich wie die Skigebiete selber. Scrollen Sie sich durch den Artikel und finden Sie Ihr passendes Angebot.

Für Ausdauernde und Nimmermüde – lange Pisten

Wer Ausdauer und guten Durchhaltewillen hat, der wird in den Kantonen Ob- und Nidwalden fündig. Hier liegen zwei der längsten Schlittelpisten der Schweiz.

Klewenalp-Stockhütte: Mit neun Kilometern ist die Schlittelbahn von der Klewenalp bis zur Stockhütte die längste Schlittelpiste der Innerschweiz. Die eher flache Piste schlängelt sich hauptsächlich durch den verschneiten Winterwald.

Es gibt allerdings einige flache Stellen, an denen der Schlitten gezogen werden muss. Zudem ist bei schlechten Schneeverhätnissen nicht die ganze Strecke befahrbar. Wenn sie aber komplett geöffnet ist, dauert die Fahrt zwischen zwei und zweieinhalb Stunden. Da die Strecke nicht sehr steil ist, ist sie auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet.

Die Schlitteltageskarte kostet für Erwachsene 42 Franken. Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren sind für 31 Franken dabei. Für Kinder zwischen sechs und 15 Jahren werden 21 Franken fällig. Im Preis inbegriffen ist auch die Benutzung der Schlittelpisten am Chälen und am Klewenstock.

Etwas länger sollte man schon durchhalten können:

Melchsee-Frutt: Die zweitlängste Schlittelpiste führt über acht Kilometer und 1’000 Höhenmeter von der Melchsee-Frutt zur Stöckalp. Da die Piste nicht sonderlich steil ist, ist sie gut für Familien geeignet. Auch Schneevelos sind hier erlaubt.

Auf der gesamten Strecke muss der Schlitten kaum einmal gezogen werden. Das bedeutet zirka 40 Minuten Non-Stop-Schlittelspass. Neben der langen Abfahrt bietet die Melchsee-Frutt allerdings keine weitere Strecke an. Je nach Schneeverhältnissen ist auch hier nicht die ganze Strecke befahrbar.

Die Kosten betragen für Erwachsene 37 Franken, für Jugendliche bis 20 Jahre 28 Franken und für Kinder zwischen sechs und 16 Jahren 19 Franken. Ab 13 Uhr kann eine Halbtageskarte zum reduzierten Tarif gelöst werden.

Für Hartgesottene und Actionjunkies – pures Adrenalin

Natürlich kommen in der Innerschweiz auch Schlittler auf ihre Kosten, die es gerne etwas schneller und actionreich mögen. Die folgenden zwei Pisten sind für echte Kerle genau das Richtige.

Brunni-Ristis: Die Schlittelpisten oberhalb Engelberg sind mit 2,5 Kilometern zwar relativ kurz, dafür haben sie es in sich. Die Piste ist teilweise sehr steil und deshalb ziemlich schnell. Dies macht sie ziemlich anspruchsvoll und ist insbesondere für geübte Schlittler geeignet. Mit kleinen Kindern sollte man diese Piste eher nicht befahren. Sie ist  nur bei guten Schneeverhältnissen geöffnet.

Neben der sehr steilen Piste bietet das Brunni noch eine etwas einfachere Abfahrt. Da es aber auch hier teilweise sehr steile Stellen gibt, ist auch sie für Kleinkinder nur bedingt geeignet. Dafür kann man sie auch bei etwas weniger Schnee benutzen.

Eine einfache Fahrt von Engelberg zur Brunnihütte, wo sich der Start der Schlittelpiste befindet, kostet für Erwachsene 27 Franken, für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren 13.50 Franken.

Fräkmüntegg-Krienseregg (Pilatus): Wer auf Action steht, ist auch am Luzerner Hausberg gut aufgehoben. Am Pilatus gibt es zwei Pisten, die die Schlittler von der Fräkmüntegg auf die Krienseregg bringen. Eine davon ist gut drei Kilometer lang, sehr steil und schnell. Daneben gibt es eine etwas gemütlichere Strecke. Mit fünf Kilometern ist sie etwas länger.

Wenn es bis in die Niederungen schneit, kann man mit dem Schlitten bis zur Talstation der Pilatusbahn in Kriens fahren. Die Gesamtlänge beträgt dann gut sieben Kilometer. Auch das Stück zwischen der Krienseregg und der Talstation ist aber eher anspruchsvoll zu befahren und teilweise ziemlich steil.

Erwachsene können für 35 Franken den ganzen Tag die Gondelbahn benutzen. Für Kinder zwischen sechs und 16 Jahren werden 17.50 Franken fällig. Ab 12.30 Uhr gibt es eine Halbtageskarte zum reduzierten Preis.

Rigi: Auch auf der Rigi geht es teilweise rasant den Berg hinunter. Auf der vier Kilometer langen Piste von Rigi Kulm über die Schwändi zum Rigi Klösterli sind hohes Tempo und Nervenkitzel garantiert. Kinder sollten hier keinesfalls unbegleitet schlitteln!

Wem es dann doch etwas zu rassig ist, der kann auf eine der anderen vier Pisten am Berg ausweichen. Aber aufgepasst: Auch hier kann es mitunter etwas steiler werden. Familien und Hartgesottene kommen hier gleichermassen auf ihre Kosten.

Tageskarten für die Seil- und die Zahnradbahn gibt es ab 36 Franken. Ein Kind kostet 18 Franken.

Für Naturfreunde – abseits der Masse

Die Innerschweiz ist auch für kleine Ski- und Wintersportgebiete bekannt, die abseits des grossen Rummels liegen. Das Erleben der Natur wird hier ebenso grossgeschrieben wie der Wintersport.

Heiligkreuz: Wer dem Schlittelspass etwas abseits der Massen nachgehen möchte, der kommt in Heiligkreuz im Entlebuch auf seine Kosten. Im Gebiet oberhalb von Hasle gibt es nur zwei Skilifte. Das Angebot im Winter ist hauptsächlich auf (Schneeschuh-)Wanderer und -Schlittler ausgelegt.

Schlitteln in der unberührten Natur kann man im Entlebuch.
Schlitteln in der unberührten Natur kann man im Entlebuch. (Bild: Flaviu Ruth Huber/AURA)

Die eher kurze aber doch schnelle Schlittelpiste führt von der Reistegg durch Wildschutzzonen der Biosphäre Entlebuch zur Talstation des Skilifts. Den Schlittelweg erreicht man nach einem gut einstündigen Marsch durch das Naturschutzgebiet. Es fallen folglich keine Kosten an.

Für Airboarder – mit dem Kopf voran

Stoos: Der Stoos zeichnet sich durch zwei eher schnelle und schwere Pisten aus. Die beiden gut zwei Kilometer langen Strecken vom Fronalpstock bis zur Mittelstation der Sesselbahn sind mittelschwer und für Kleinkinder deshalb nicht wirklich geeignet.

Speziell ist auf dem Stoos aber die separate Airboard-Piste. Airboarder rasen hier also ungestört und brettern auf der steilen und anspruchsvollen Piste kopfvoran den Hang hinunter. Der Adrenalinkick ist garantiert. Das Gebiet Stoos war eines der ersten in der Schweiz, das spezielle Pisten für Airboarder eröffnet hatte. Airboarder sind übrigens auch am Pilatus willkommen.

Gut gibt es spezielle Pisten für Airboarder:

Erwachsene kostet die Tageskarte 50 Franken. Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren bezahlen 36 Franken und Kinder 25 Franken. Wer nicht den ganzen Tag durchhalten will, kauft sich am besten eine Vier-Stunden-Karte zu einem reduzierten Preis.

Für Familien und Angsthasen – flache Pisten

Auch wer es eher gemütlich will, etwas Schiss hat und auch die Kinder mal alleine schlitteln lassen will, findet in der Zentralschweiz passende Angebote.

Hoch-Ybrig: Im Gebiet Hoch-Ybrig sind vor allem Familien mit kleinen Kindern und Angsthasen gut aufgehoben. Hier gibt es verschiedene Pisten, die eher flach und kurz sind.

Eine der Schlittelpartien findet auf dem gut präparierten Winterwanderweg statt. Folglich ist die 2,5 Kilometer lange Strecke in Laucheren eher flach und für alle Alterskategorien geeignet.

Unsichere können sich das Ganze während dem gut einstündigen Fussmarsch zum Start des Schittelweges Weglosen-Druesberghütte nochmals durch den Kopf gehen lassen. Auf dem eher flachen Weg kann man den Schlitten im Notfall auch ziehen und zu Fuss gehen, wenn die Angst Überhand nimmt. Falls man es dann wagt, dauert das ganze relativ kurz. Nach 1,5 Kilometern ist bereits wieder Schluss.

Da alle Schlittelwege zu Fuss erreichbar sind, fallen hier keine Kosten an.

Fürenalp/Engelberg: Der Schlittelweg auf der Fürenalp ist einfach und ungefährlich. Perfekt also für kleine Kinder und Angsthasen. Der Schlittelweg hat kaum Neigung und keine Kurven. Mit nur einem Kilometer ist die Strecke auch sehr kurz. Zudem kann man sich hier umsonst einen Schlitten ausleihen.

Auch die Preise sind sehr moderat. Ein Erwachsener bezahlt für eine einfache Fahrt mit der Seilbahn 13.50 Franken. Für Kinder bis 16 Jahren werden sieben Franken fällig.

Es geht durchaus auch gemütlich:

Zugerberg: Wer ein Angsthase ist, sich aber trotzdem getraut, mal etwas rassiger den Hang runterzusausen, geht am besten auf den Zugerberg. Die 2,5 Kilometer lange Strecke vom Zugerberg bis zur Talstation Schönegg ist besonders für Familien gut geeignet.

Die Strecke wird regelmässig präpariert und ist mit Netzen und Schutzpolstern ausgestattet. Perfekt für Leute, die etwas Bammel haben.

Die Tageskarte für die Zugerbergbahn kostet für Erwachsene elf Franken sechzig. Für Kinder sieben Franken. Eine Einzelfahrt gibt's für fünf Franken achtzig beziehungsweise drei Franken fünfzig.

Für Rampensäue und Partymäuse – die Sause nach dem Runtersausen

Einige wollen vielleicht nicht nur den Hang runtersausen, sondern vor- oder nachher – oder gleich beides – noch eine richtige Sause. Auch diese Leute kommen in der Innerschweiz auf ihre Kosten.

Sattel-Hochstuckli: Sie wollen gleich unmittelbar nach der Schlittelpartie nochmals Vollgas geben? Dann sind sie in der «Knopfloch Bar» gleich bei der Talstation in Sattel am richtigen Ort.

Sind Sie zudem am Samstag auf der Piste, können Sie nach dem Fondueplausch in einem der zahlreichen Berghäusern auf der beleuchteten Piste 3,5 Kilometer ins Tal brettern. Aber nicht ohne Zwischenhalt bei «Mostlers Q-Hof», wo Sie vor der Talfahrt noch zu Live-Musik die Hüften schwingen können.

Mit 16 Franken für die Bergfahrt mit der Drehgondelbahn sind Sie dabei. Falls Sie Kinder dabei haben, werden nochmals je acht Franken fällig.

Auch in der Nacht ist Schlitteln ein Riesen-Gaudi.
Auch in der Nacht ist Schlitteln ein Riesen-Gaudi. (Bild: Emanuel Amon AURA)

Schlittelstübli Bogenfang (Alpthal SZ): Hier können Sie nach dem Nachtschlitteln täglich direkt zum Fondue-Plausch übergehen. Bevor es losgeht auf der zwei Kilometer langen Piste, sollte man sich aber noch bei einem Apéro startklar machen. Im gemütlichen Tipi gibt's Glüwein und andere Leckereien.

Mit dem Schlitten fährt man direkt vor das Fonduestübli. Nach der Käsesuppe und ein paar «Kaffees mit» kann man dann gemütlich noch zum Parkplatz schlitteln – oder spazieren.

Ab 33 Franken inklusive Fondue sind Sie dabei.

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