Alles so schön bunt und aufgeräumt hier: Bei Irène Nager herrscht Ordnung - auch im Leben. (Bild: hae)
Regionales Leben

Alles so schön bunt und aufgeräumt hier: Bei Irène Nager herrscht Ordnung - auch im Leben. (Bild: hae)

Mein Kühlschrank: «Ordnung ist das halbe Leben, oder?»

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Diese Frau hat Gold in der Stimme und Benzin im Blut: Einst fuhr Irène Nager Stars in ihrem Porsche rum, seit 13 Jahren ist ihre Stimme in allen VBL-Bussen zu hören. DJ BoBo wollte sie gar als Sängerin haben. Facettenreich präsentiert sich auch der Kühlschrank der Luzerner PR-Frau. Gesund, bunt und reichlich exotisch.

Mathias Haehl

«Wenn ich ein Gericht wäre? Klare Sache, oder: Ich wär exotisch und vor allem hot and spicy (lacht). Nein nein, just kidding – ich wäre wohl etwas Unbekanntes, voller Überraschungen, wieso nicht Balinesisch? Immerhin eines weiss ich: Keine Innereien wären bei diesem Gericht dabei, damit habe ich Mühe. Und auf Leinsamen bin ich allergisch, leider.

«Bei Helene Fischer musste es immer kalorienarm und vitaminreich sein – weil die Gute ja sehr auf die Figur achtet und fit sein muss.»

Ansonsten: Ich liebe alles, was gesund und bunt ist – und das Leben sowieso. Das habe ich in meinen vielen Jahren in der Musikbranche gelernt. Nur wer Positives ausstrahlt, kann schliesslich auch gute Gefühle bei seinem Gegenüber bewirken.

Rockstars auf PR-Tourneen begleitet

Diese positive Lebenseinstellung hat mir schon immer Eindruck gemacht, ob ich nun mit meiner kleinen Tochter zu Xavier Naidoo backstage eingeladen wurde, für Queen-Gitarrist Brian May oder Rolling-Stones-Bassist Bill Wyman in Montreux Medienevents organsiert und danach mit den Herren diniert habe. Essen war aber oft Nebensache, des Öfteren gab es leider nur Fastfood, aus Zeitgründen.

 

Zwei Sängerinnen in einem Porsche: Irène Nager mit Helene Fischer.
Zwei Sängerinnen in einem Porsche: Irène Nager mit Helene Fischer. (Bild: zvg)

Nicht so bei Helene Fischer, die ich für zwei Plattenproduktionen und ein Konzert in meinem Porsche durch die Schweiz chauffierte: Da musste es immer kalorienarm und vitaminreich sein – weil die Gute ja sehr auf die Figur achtet und fit sein muss.

Mops Romeo ist ein fast schmutzfreier Hund

Ich selber esse fürs Leben gern, denn Essen macht gute Laune. Zumal, wenn ich danach kein Völlegefühl habe. Einzig bei Thaifood, japanischen Leckereien und Fondue kann ich mich kaum zügeln. Und fresse dann über den Hunger ... Immer abends geht ein Gläschen Prosecco. Oder auch zwei. Und Tee sowieso, am liebsten aus frischen Kräutern. Lecker und gesund!

Sauberkeit ist mir in der Wohnung wie im Kühlschrank wichtig, es gibt einfach Ecken in der Wohnung, die rein gehalten werden sollten. Deshalb hab ich mit Mops Romeo auch einen fast schmutzfreien Hund. (lacht)

Gesund geht vor: in der Gemüseabteilung darf es gerne bio sein.
Gesund geht vor: in der Gemüseabteilung darf es gerne bio sein. (Bild: hae)

Ich mag es auch gar nicht, wenn mir Früchtchen oder Gemüseteile im Kühlschrank schlapp machen – deshalb bin ich meist gut organisiert mit meinem Shopping: Das Schwere wie Getränke oder Waschmittel lasse ich mir bequem von Le Shop nach Hause liefern. 

«Den Spar finde ich gar nicht spar, sondern zu teuer.»

Alle drei bis vier Tage mache ich mir einen ungefähren Essensplan und einen Postizettel, so dass ich stets frische Ware im Kühlschrank habe. Und ab geht’s in die Würzenbach-Migros, meinen Stammladen gar nicht weit weg von der Seeburg, wo ich noch nicht so lange wohne. Den Spar im Quartier finde ich gar nicht spar, sondern zu teuer. Manchmal fahre ich bei Aldi und Lidl in Küssnacht vorbei – weil die günstig sind und obwohl man da einfach sowieso immer zu viel einkauft.

Ich bin schon oft gezügelt, von Luzern nach Genf, dann nach Meggen, danach lebte ich auch ein gutes Weilchen auf dem Bürgenstock bei meinem damaligen Partner, der mir heute immer noch ein guter Freund ist. Seit der Eröffnung des Resorts haben wir die Restaurants dort oben mehrfach ausprobiert.

Bürgenstock-Tipps: Sharq, Spice und Trogen

Drei Tipps vom Bürgenstock-Resort wollen Sie? – Gerne doch: Der Libanese Sharq bietet vorab eine Hammeraussicht, dort gibt es leckere Mezze. Ehrensache, dass wir uns beim ersten Mal durch die ganze Speisekarte gegessen haben. Trotz Preisen wie in Zürich. Herrlich!

Die Kosten sind auch im Spice nicht ohne, aber für asiatische Delikatessen mit Showküche gebe ich gerne einiges aus – und dann bezahle ich ja auch dort die gigantische View!

Coiffeuse goes Popstar

Irène Nager, 1964 in Luzern geboren und wieder hier wohnend, begann als Coiffeuse in Genf, arbeitete dann lange Jahre in der Musikbranche, wo sie viele Stars in der Schweiz begleitete. Seit 21 Jahren ist sie als PR-Frau unterwegs, früher oft in Porsches, da sie für Frauen Rennkurse veranstaltete. Ihre Stimme ist seit 13 Jahren in den VBL-Bussen und S-Bahnen zu hören, wenn die Stationen angesagt werden.

Doch das wahre Gourmet-Lokal auf dem Bürgenstock ist meiner Meinung nach das Restaurant Trogen. Madeleine und Joe Müller führen das seit sieben Jahren. Wunderbar delikates Essen, aber alles sehr casual, so dass Normalbürger wie ich keine Hemmschwelle zu fürchten brauchen und selbst Wanderer dort einkehren.

Mit welchem Erlebnis werden diese Neugierigen im Trogen auf dem Bürgenstock belohnt? Ausgefeilte Geschmacksexplosionen und schön angerichtete Speisen. Ein lukullischer Traum! Was die im Trogen in einer munzigen Küche zaubern – sie hatten im letzten Restaurant 16 Gault-Millau-Punkte – ist bewundernswert. Die Müllers hängen es gar nicht an die grosse Glocke, einfach sympathisch. Diese Kochkunst nehme ich mir manchmal zum Vorbild. Wie geht doch ein Spruch: The sky is the limit! Himmel nochmal.

Zauberei geht anders: Bei Irène Nager sind diese Ingredienzien für ihren asisatischen Touch zuständig.
Zauberei geht anders: Bei Irène Nager sind diese Ingredienzien für ihren asisatischen Touch zuständig. (Bild: hae)

Ich will mich ja nicht rühmen, aber meinem Besuch klappt dann schon auch mal der Kiefer runter, wenn ich mein marrokanisches Zitronenhuhn mit Couscous und Minze serviere, das stundenlang im Ofen schmorte. Für solche Herrlichkeiten bin ich dann auch bereit, Gewürzmittel einzufrieren. So habe ich für meine Asian Kitchen immer kleine Wunderdinge wie Ingwer, Zitronenblätter und Chili parat. Die kleinen Helferchen, welche asiatische Speisen veredeln.

Offen für Neues, wie im Job auch

Ich experimentiere auch gerne in der Küche, deshalb habe ich es nicht so mit Kochbüchern. Ich bin offen für Neues, wie im Job auch. Von Berufes wegen habe ich auch schon vieles durchgemacht: Als Sängerin tourte ich mit diversen Rockbands, heizte beispielsweise für Mother’s Finest an. Vor 23 Jahren wollte mich DJ BoBo als Tänzerin und Sängerin für seine Deutschland-Tour, doch ich war hochschwanger. Und nur zwei Wochen später kam Tochter Nina zur Welt.

Gerne mache ich Radio- und TV-Spots, am besten gefiel mir die Rolle als schrill keifende Coop-Klientin. Ein Brüller war das!

Bester Freund Romeo: der Mops von Irène Nager ist schmutztfrei - fast ...
Bester Freund Romeo: der Mops von Irène Nager ist schmutztfrei - fast ... (Bild: hae)

Hingegen eher schwierig war das monotone Sprechen der 900 VBL-Stationen für die Busse: Da musste ich in drei Stunden von jeder Haltestelle ein halbes Dutzend verschiedene Phrasierungen aufsagen – Mann, war mein Mund fusselig danach. 

Autogramme als VBL-Stimme

Aber die ganze Sache machte Furore, plötzlich bekam ich Autogramm-Anfragen! Und als mich der Tele-1-Chef Rudolf Wyss im Interview fragte, welches denn meine Lieblings-Haltestelle sei, konnte ich ja nicht Verkehrshaus nennen (lacht verschmitzt). Ich entschied mich dann für den unverfänglichen Schwanenplatz! Der ist doch eh einmalig.

So wie diese imposanten Tiere im Namen der Haltestelle. Ob die wohl schmecken? Wobei, so ein schöner Schwan käme mir nie in die Pfanne! Bei Fleisch schaue ich sehr genau auf Qualität, ich kaufe lieber weniger, und dafür Ware aus nachhaltiger Zucht.

Weil, wie gesagt: Wenigstens will ich gesund essen, wenn ich schon so viel rauche ...»

Die Kühlschrank-Reihe von zentralplus
Du bist, was du isst: In diesem Sinne steckt zentralplus seine neugierige Nase in die Kühlschränke von Zuger und Luzerner Persönlichkeiten. In einer losen Reihe fragen wir nach kulinarischen Vorlieben und Abgründen. Dabei ist Authentizität Ehrensache: Vor unserem Besuch ist Aufräumen tabu.
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