Gloria Quesada in ihrem frisch renovierten Sitzungszimmer. (Bild: mbe.)
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Gloria Quesada in ihrem frisch renovierten Sitzungszimmer. (Bild: mbe.)

Naturkosmetik soll Zugern bald nicht mehr spanisch vorkommen

5min Lesezeit

In der Zuger Altstadt tut sich was: An der Ägeristrasse beim Kolinplatz geht am 2. September der neue Laden «Gloria Q» auf. Die Inhaberin möchte die Zuger für Naturkosmetik sensibilisieren.

Noch sind die Schaufenster des Ladenlokals im Haus gegenüber dem Zuger Hotel Ochsen mit Plastik abgedeckt. Doch dahinter wurde die letzten Wochen emsig gearbeitet. Das früher düstere Lokal erstrahlt nun in blütenreinem Weiss. «Wir haben alles renoviert», sagt die neue Mieterin Gloria Quesada stolz. Die Inneneinrichtung folge noch, zum Beispiel die Regale. Zentrum des Ladens werde ein langer Holztisch sein, an dem man sich bei einem Kaffee oder Tee unterhalten und Produkte testen kann.

«Wissen Sie, Lärm stört mich nicht. Ich bin Spanierin.»
Gloria Quesada, frischgebackene Geschäftsfrau

Gloria Quesada hat das Ladenlokal im Eckhaus Ägeristrasse 5/Zeughausgasse gemietet, wo sich bis Ende 2016 das Fotogeschäft Ars Imago befand (zentralplus berichtete).

Dass ihr neues Geschäft an der viel befahrenen Ägeristrasse liegt, stört Quesada nicht im Geringsten. «Wissen Sie, Lärm stört mich nicht. Ich bin Spanierin», sagt sie. Sie verstehe nicht, warum es denn ruhig sein soll im Zentrum einer Stadt. «Die Leute schwärmen von Madrid, New York oder Paris. Erwähnen sie je den Lärm dabei?»

Ein schmiedeisernes Gitter markiert den Eingang des Ladens, der am 2. September eröffnet wird. Gegenüber das Hotel Ochsen.
Ein schmiedeisernes Gitter markiert den Eingang des Ladens, der am 2. September eröffnet wird. Gegenüber das Hotel Ochsen.

Biopflegeprodukte ohne Giftstoffe

Quesada beschäftigt sich seit Jahren mit Naturkosmetik. Bisher vertrieb sie gewisse Biopflegeprodukte im kleinen Rahmen, um die Akzeptanz zu testen. Jetzt möchte sie in ihrem ersten eigenen Laden in der Zuger Altstadt Kundinnen und Kunden beraten können. Längst würden sich nicht nur mehr Frauen für das Thema interessieren.

Viele Seifen, Crèmen und Kosmetika, die wir unserer Haut jeden Tag «zumuten», würden Giftstoffe enthalten, erklärt Queseda ernst. Sodium Lauryl Sulfat zum Beispiel. Es ist in vielen Duschmitteln drin und sei ein scharfes Reinigungsmittel, mit dem auch Maschinen geputzt würden. «Kürzlich habe ich entdeckt, dass sogar Feuchttüchlein für Babys den Stoff enthalten.» Viele von toxischen Inhaltsstoffen verursachte Hautirritationen würden verschwinden, wenn man seiner Haut etwas Gutes gönne. «Bei der eigenen Gesundheit sollte man nicht sparen», fügt sie hinzu.

«Ich finde, die kleinen Geschäfte bringen Leben in die Altstadt.»
Gloria Quesada über die Zuger Altstadt

Vielen Zugern Spanisch beigebracht

Gloria Queseda ist hauptberuflich in einem ganz anderen Bereich tätig. Vor 23 Jahren gründete die Andalusierin, die mit ihrem Gatten Adrian Hodel in Walchwil lebt, die Sprachschule «Mi Escuela» in Zug. «Damals sprachen nur wenige Leute in Zug Spanisch. Das hat sich geändert», sagt sie. Die Schule betreibt sie immer noch, sie hat ihren Sitz neu ebenfalls an der Ägeristrasse 5. Im frisch renovierten Sitzungszimmer und Büro wird künftig ebenfalls Spanisch gebüffelt.

Im früheren Keller der Liegenschaft wird über Naturkosmetik gefachsimpelt und Spanisch gebüffelt. Der Laden auf der Seite der Ägeristrasse steht noch leer und wird nun eingerichtet.
Im früheren Keller der Liegenschaft wird über Naturkosmetik gefachsimpelt und Spanisch gebüffelt. Der Laden auf der Seite der Ägeristrasse steht noch leer und wird nun eingerichtet.

Quesedas Sprachschule befand sich lange an der Baarerstrasse nahe des Metalli. Ihr fällt der starke Unterschied zwischen der quirligen Neustadt und der ruhigeren Altstadt auf. Doch es gefällt ihr sehr im historischen Zentrum: «Ich bin jetzt seit einem Monat in der Altstadt. Am Morgen ist es ruhig wie in einem Dorf, was nicht heisst, dass es nicht lebendig ist. Man sagt sich Hallo, und die Leute sind so sympathisch», schwärmt die frischgebackene Geschäftsfrau.

Sie erwähnt den Schuhmacher, die Schneiderin, den Coiffeursalon an der Zeughausgasse. «Ich finde, die kleinen Geschäfte bringen Leben in die Altstadt. Wir müssen unbedingt dafür sorgen, dass die Leute hier bleiben.»

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