Musiker Henrik Belden lässt uns in seinen Kühlschrank blicken. (Bild: pze)
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Musiker Henrik Belden lässt uns in seinen Kühlschrank blicken. (Bild: pze)

Mein Kühlschrank: Früchte, Cervelats, Überraschungseier – und eine Leiche

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Trauben, Gemüse, Käse und Wurst: ein typischer Familienkühlschrank bei Musiker Henrik Belden. Dennoch finden sich spannende Details: Trotz Rock’n’Roll im Blut findet sich kaum Bier, das hat der Luzerner ausgelagert. Wenn man genau hinsieht, gräbt man dafür eine Leiche aus.

Pascal Zeder

«Mein Kühlschrank ist mehr der eines Papis als eines tourenden Musikers. Früchte und Gemüse – und natürlich das eine oder andere Schoggi-Überraschungsei, wenn’s mal brenzlig wird. Wenn der Zuckerhaushalt meiner Kinder in den Keller fällt, muss man schnell reagieren. Da sind die Kleinen wie ich: Sie werden ungemütlich, wenn sie Hunger haben.

In meinen Kühlschrank kommen keine Fertigmenüs. Ich finde einfach, es schmeckt nicht halb so gut, wie wenn man selber kocht. Auch ist es schlicht zu teuer. Für die ganze Familie müsste ich pro Mahlzeit drei Packungen kaufen, das sprengt den Rahmen.

Dafür findet man bei uns stets etwas, das man ohne grossen Aufwand zubereiten kann. Der Grund dafür ist einfach: Als Musiker probt man oft abends. Kommt man dann spät nach Hause und möchte noch etwas essen, fehlt oft die Lust, ein ganzes Menü zu kochen. Da reicht oft ein Stück Brot mit Käse oder einer Cervelat.

Der Kühlschrank der Familie Linder.
Der Kühlschrank der Familie Linder. (Bild: pze)

Persönlich bin ich am ehesten ein Zmittag-Typ. Ich frühstücke kaum, deshalb brauche ich ein richtiges Mittagessen. Dabei übernehme ich meist die Rolle des Küchenchefs, vor allem wenn ein ganzes Menü mit Fleisch, Beilage und allem Drum und Dran auf dem Plan steht. Meine Frau hat früher eher weniger gekocht, doch sie ist an den Aufgaben des Familienlebens gewachsen (lacht laut). Inzwischen ist sie eine richtig gute Köchin geworden und ihre selbstgemachten Pizzen sind der Knaller.

Die Kühlschrank-Reihe von zentralplus

Du bist, was du isst: In diesem Sinne steckt zentralplus seine neugierige Nase in die Kühlschränke von Zuger und Luzerner Persönlichkeiten. In einer losen Reihe fragen wir nach kulinarischen Vorlieben und Abgründen. Dabei ist Authentizität Ehrensache: Vor unserem Besuch ist Aufräumen tabu.

Nagellack und vergrabene Currysauce

Mein Kühlschrank zu Hause ist ein typischer Familienkühlschrank. Ich habe kaum einmal Bier zu Hause, ausser wir haben ein Grillfest oder sonst Freunde zu Besuch. Eine Flasche Wein findet sich ab und zu, um am Abend, wenn die Kinder im Bett sind, noch etwas zu entspannen.

Dafür funktioniert der Kühlschrank in meinem Bandraum in Malters als Gegenstück zu dem hier. Oder man könnte sagen: als Ergänzung. Da hat es definitiv mehr Bier drin und auch ab und an – ich gebe es zu – ein Fertigmenü. Wir haben leider nur eine Mikrowelle im Raum, Kochen liegt also nicht drin. Da wir die letzten paar Wochen in den Ferien verbrachten, war ich schon länger nicht mehr da. Jetzt, wo ich dran denke, ich glaube, ich habe noch einen Fertigsalat dort gelassen …

In seinen Ferien traf Henrik Belden auf prominente Lebensretter:

Am meisten schäme ich mich für die Currysauce in der Tube. Ganz ehrlich: keine Ahnung, wann und aus welchem Anlass ich die gekauft habe. Das ist eine absolute Leiche. Die liegt hier schon ewig vergraben, praktisch unberührt. Ich weiss nicht einmal, wofür ich die je verwenden soll. (Legt sie zurück in den Kühlschrank)

Auch was der Nagellack im Kühlschrank macht, kann ich nicht sagen. Das geht mich auch nichts an. Ich habe eher das Gefühl, dass er nur Platz wegnimmt und nur selten gebraucht wird. Aber das würde meine Frau wohl anders sehen (schmunzelt).»

Zur Person

Henrik Belden, mit bürgerlichem Namen Lukas Linder, ist Musiker. Sein letztes Album «Black and White» erschien im Herbst 2016. Gemeinsam mit Dada ante portas wird der 35-Jährige diesen Sommer am Pilatus on the Rocks auftreten. Er wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Stadt Luzern.
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