Der Schweizer Filmemacher Michael Steiner erhielt den diesjährigen Genuss-Award in Zug verliehen. (Bild: mbe.)
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Der Schweizer Filmemacher Michael Steiner erhielt den diesjährigen Genuss-Award in Zug verliehen. (Bild: mbe.)

«Sennentuntschi»-Regisseur erhält Genuss-Award 2017

7min Lesezeit

Michael Steiner ist der Tarantino der Schweiz. Am Donnerstag nahm der kultige Filmemacher in Zug den Genuss-Award 2017 in Empfang. Und er machte, wie es sich für exzentrische Regisseure gehört, launige Bemerkungen über ein Zuger Kunstwerk.

Ihm verdanken wir Filme wie «Mein Name ist Eugen», «Grounding» über das Swissair-Debakel und den umstrittenen Film «Sennentuntschi», bei dem ihm zwischenzeitlich das Geld ausging.

Michael Steiner (48) war der Star des Openings am diesjährigen Genuss-Film-Festival Zug. An der Filmvorführung im Kino Seehof nahm er den Genuss-Award mit Freude in Empfang, bevor er sich mit seiner Gattin zum Genusszelt am See begab.

Eine Toilette?

Dort konnte sich der Filmemacher eine launige Bemerkung nicht verkneifen: «Ist das der Eingang zu einer Toilette?», fragte Steiner, als er das Kunstwerk «Seesicht» von Roman Signer am Ufer des Zugersees erblickte. zentralplus klärte ihn auf, dass dies ein begehbares Kunstwerk sei, und er besichtigte es. Fische tauchten zwar gerade keine auf. «Es wäre aber witzig, einmal die Enten von unten zu sehen», meinte Steiner.

Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller mit Gattin Ursula.
Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller mit Gattin Ursula. (Bild: mbe.)

Mentor der Nachwuchsfilmer

Michael Steiner hat also den Genuss-Award gewonnen. Damit ist er auch verantwortlich für den «Treatment Award» und wird ein Jahr lang der Mentor des diesjährigen Gewinners sein, der im Oktober an den Zuger Filmtagen bekannt gegeben wird.

Den Preis für Nachwuchsfilmer, mit dem ein Filmprojekt zum Thema Genuss gefördert wird, richten Genuss-Film-Festival und die jungen Organisatoren der Filmtage gemeinsam aus.

«Ein burnoutgefährdeter Mann findet durch gutes Essen wieder Freude am Leben.»
Leo Wittwer über seinen Kurzfilm

Den ersten «Treatment Award» 2016 gewann der Zuger Jungfilmer Leo Wittwer, der am Opening ebenfalls präsent war (siehe Fotogalerie). Er realisiert momentan seinen 20-minütigen Film «Too Fast Food». «Es geht darin um einen einen burnoutgefährdeten Mann, der nur noch Fast Food in sich reindrückt. Nach einer abrupten Kehrtwende kann man ihn wieder zum Genuss, also dem guten Essen, zurück bringen», sagt er zentralplus. Die Premiere von Wittwers Films findet an den Filmtagen vom 13. bis 15. Oktober statt.

Festival-Mitbegründer Matthias Luchsinger mit China-Korrespondentin Barbara Lüthi.
Festival-Mitbegründer Matthias Luchsinger mit China-Korrespondentin Barbara Lüthi. (Bild: mbe.)

Ausgebuchtes Opening

Und was lief sonst? «Tout Zug» traf sich am Opening des Festivals. Rund 250 Zuger und Zugerinnen, darunter Promis aus Wirtschaft, Politik und Kultur, gaben sich mit Sponsoren und Co-Sponsoren die Ehre.

Zur Einstimmung hatten sie sich den Film «Der Koch» von Ralf Huettner nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter zu Gemüte geführt. Darin geht es um ein binationales Ehepaar – er Inder, sie Schweizerin, die ein Catering mit aphrodisierenden Speisen aufziehen – mit entsprechenden Turbulenzen und viel Schalk.

«Der Film ‹Der Koch› weckt ja wahnsinnige Erwartungen! Fallen Sie übereinander her!»
Spitzenkoch Daniel Kühne

Küchenchef aus Oberägeri kochte zum Opening

«Der Film ‹Der Koch› weckt ja wahnsinnige Erwartungen!», sagte der Küchenchef des Tages Daniel Kühne vom «Hirschen» in Oberägeri am Event im Genusszelt am See. «Fallen Sie übereinander her!», fügte er hinzu, grosses Lachen im Saal. Wer weiss, was später am Abend noch passierte, aber die Gäste fielen vorerst bloss über das Vier-Gang-Menü her, das Kühne mit Köchen anrichtete. Flinke Damen brachten es gangweise an die Stehtische.

Daniel Kühne (im Hintergrund) und seine Kochbrigade richten das Menü an.
Daniel Kühne (im Hintergrund) und seine Kochbrigade richten das Menü an.

Das aphrodisierende Menü

Den Start bildete ein caramelisierter Steinerberger Frischkäse mit Spargel, Sattler Lachsforellenfilet, Speckbrösel und Kräutersalat. Es folgte eine Bärlauchsuppe mit Ybriger Gitzi-Hacktätschli. Gefolgt vom Hauptgang mit geschmorter Ägeritaler Rindsbrust, einer Bramata-Polenta mit Pilzen, Kräutern und Selleriestroh. Den krönenden Abschluss bildete das Erdbeer-Rhabarber-Trifle. Das Menü wurde von passenden Tropfen begleitet; ein Wein aus der Schweiz oder der Region hätte gutgetan, fehlte jedoch.

Am Freitag geht es am Genuss-Film-Festival weiter mit dem französisch-spanischen Film «Comme un chef» mit Jean Reno. Kochen wird im Genusszelt Martin Dalsass aus St. Moritz. Zu jedem Film gibt’s einen Filmtalk, bei dem man mehr erfährt über die Werke.

Johannes Stöckli, Präsident der Theater- und Musikgesellschaft Zug (rechts), links von ihm die ehemalige Obergerichtspräsidentin Iris Studer mit weiteren Besuchern.
Johannes Stöckli, Präsident der Theater- und Musikgesellschaft Zug (rechts), links von ihm die ehemalige Obergerichtspräsidentin Iris Studer mit weiteren Besuchern. (Bild: mbe.)

Festival dauert noch bis zum 11. Mai

Das Genuss-Film-Festival vom 4. Mai bis 11. Mai bietet Filmfreunden und Gourmets eine erlesene Auswahl genussreicher Filme und viele gastronomische Highlights: Wechselnde Spitzenköche aus der ganzen Schweiz sind im «Genuss-Zelt» am Seeufer am Werk. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm sowie der anschliessende Streetfood-Markt «Gluscht’17» vom 12. bis 14. Mai bieten weitere kulinarische Erlebnisse.

Der Zuger Regierungsrat Martin Pfister mit Tochter Gabriela (l.) und Gattin Cacilda.
Der Zuger Regierungsrat Martin Pfister mit Tochter Gabriela (l.) und Gattin Cacilda. (Bild: mbe.)

Im Rathauskeller Zug kann man sich ausserdem eine Fotoausstellung rund ums Thema Essen und Lebensmittel zu Gemüte führen. Fünf renommierte Zuger Fotografen, die an der «photo17» ausstellten, haben eine Ausstellung zum Thema Essen, Trinken und Genuss realisiert.

zentralplus ist Medienpartner des dritten Genuss-Film-Festivals Zug.

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