Der Schwan war zwischen Autobahn und Gitterzaun eingesperrt. (Bild: cwe)
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Der Schwan war zwischen Autobahn und Gitterzaun eingesperrt. (Bild: cwe)

Bruchlandung – Luzerner Schwan strandet bei Autobahn

4min Lesezeit

Glück im Unglück hatte am Dienstagmorgen ein Schwan beim Luzerner Sentihof. Zwischen Autobahnauffahrt, Veloweg und Reuss legte der Vogel vermutlich eine Bruchlandung hin. Wie das unter Schutz stehende Tier dennoch mit seinem Leben davonkam.

Pascal Zeder

Am Dienstagmorgen geriet beim Sentihof zwischen der Autobahn und dem Veloweg an der Reuss ein Schwan in Bedrängnis. Er hatte sich in den abgesperrten Bereich verirrt und kam nicht mehr ins Wasser zurück. Die Lage war ernst, vor allem auch wegen der Nähe zur Autobahn.

Vogelwarte rät zu Abstand

Zu einem in die Enge getriebenen Schwan soll man am besten Abstand halten, sagt Christian Rogenmoser, Mitarbeiter in der Abteilung «Überwachung der Vogelwelt» der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. «Wenn sich Vögel eingeengt fühlen, so führt das bei den Tieren zu Stress.» Schwäne, die sich in die Enge getrieben fühlen, können dann durchaus auch angreifen.

Hier war der Schwan eingesperrt: Einfahrt des Autobahnzubringers der Stadt in die Autobahn A2.
Hier war der Schwan eingesperrt: Einfahrt des Autobahnzubringers der Stadt in die Autobahn A2. (Bild: Google Maps)

Dass der Schwan dort ein Nest eingerichtet hat, erachtet Rogenmoser als eher unwahrscheinlich. «Schwanennester befinden sich meist in unmittelbarer Ufernähe», so der Vogelexperte, «viel wahrscheinlicher ist es, dass der Schwan durch eine Bruchlandung oder ein Loch im Zaun in den eigentlich abgesperrten Bereich geraten ist.»

Davonfliegen war für den Vogel laut Rogenmoser keine Option: «Schwäne sind sehr träge Tiere, sie können nicht senkrecht starten. Sie brauchen im Gegenteil eine sehr lange Anlaufbahn.» 

Schwäne können zu Verkehrsproblemen führen:

Bis zur Vogelwarte kam der Vorfall in Luzern nicht. «Aufgrund der Nähe zur Autobahn muss sich die Polizei mit dem Schwan beschäftigen. In unsere Pflegestation kommt der Vogel nur, wenn er Verletzungen aufweist», so Rogenmoser.

Kurzer Prozess mit Tieren auf der Autobahn

Die Nähe zur Autobahn hat auch für die Tiere oft weitreichende Folgen. Tiere auf der Autobahn dürfen, wenn ein Gefahrenpotenzial besteht, von der Polizei abgeschossen werden (zentralplus berichtete). Dies zeigte ein Fall in Luzern, wo ein entlaufener Hund von der Polizei sicherheitshalber erschossen wurde. Dies geschieht laut Mediensprecher Urs Wigger vier bis sechs Mal im Jahr. Meist handelt es sich dabei um Wildtiere. Haustiere wie im Fall des Luzerner Hundes seien dagegen eher selten.

Strasseninspektorat befreit den Vogel

So weit kam es für den Luzerner Schwan am Dienstagmorgen aber nicht. Die Polizei bestätigt, dass der Vorfall am Morgen gemeldet wurde. Der Schwan konnte vom Strasseninspektorat unverletzt geborgen und zurück an den Fluss gebracht werden. «Der Vogel hätte auf die Autobahn geraten können», so Anton Huber vom Strasseninspektorat. Dabei hätte ein Passant den Schwan auf Abstand zur Autobahnabsperrung gehalten.

Dies bestätigt auch Albert Kreienbühl, beim Strasseninspektorat verantwortlich für den Einsatz. Die Passanten hätten sich sehr gut verhalten und die Polizei umgehend informiert. «Es war ein sehr gutes Zusammenspiel von Strasseninspektorat, Polizei und den Passanten», so Kreienbühl.

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