Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette. (Bild: Natalie Ehrenzweig)
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Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette. (Bild: Natalie Ehrenzweig)

Luzerner mischt Quartett-Szene auf

6min Lesezeit

Seit sieben Jahren entwickelt Marcel Michel Quartettspiele und hat damit grossen Erfolg. Eben erschien das Neueste zum Thema Motorsport – mit Illustrationen, die nicht allen gefallen. Nun schielt Michel auch auf den englischsprachigen Markt.

Ayrton Senna hat 41-mal gewonnen, war 25 Jahre beim ersten Sieg, und er fuhr 161 Rennen. Das steht auf der Karte 2c des Legendenquartetts Formel-1, das soeben erschienen ist. Die Idee dafür stammt von Marcel Michel. «Angefangen habe ich mit den Alpinquartetten vor sieben Jahren. Ich war mit Freunden auf einer Bergtour, und wir haben uns gefragt, warum es noch kein Hüttenquartett gibt. So begann alles», erinnert sich der gelernte Hochbauzeichner.

Der 46-Jährige war schon als Kind ein SAC-Hütten-Fan. «Kartenspiel-affin bin ich natürlich auch», erzählt er lachend. Marcel Michel, der auf dem zweiten Bildungsweg ein Jus-Studium absolvierte, kniete sich in die Idee hinein, verhandelte mit Hobby-Fotografen und sammelte Bilder der entsprechenden Hütten.

Support vom SAC

Seit dem ersten Hüttenquartett hat Marcel Michel verschiedene Quartette herausgebracht. In der Alpin-Serie sind drei Hütten-, zwei Gipfel- und ein Bergseenquartett erschienen. «Durch das Thema haben sich viele Vertriebswege ergeben, zum Beispiel die Hütten oder der SAC, der mich unterstützte», erklärt der in Luzern lebende Berner.

«Mein Sohn ist jetzt zehn Jahre alt. Langsam will er andere Spiele spielen als Quartett ...»

Marcel Michel über die etwas anderen Vorlieben seiner Kinder

Bei der Auswahl der Sujets hat Marcel Michel darauf geachtet, dass Überraschendes, Unbekanntes ebenso vertreten ist wie Bekanntes. Die Quartette sind seine Hauptaufgabe, er bestreitet alles selber: Konzept, Recherche, Texte, Vertrieb. Quartette gibt es schon lange, das Kartenspiel ist natürlich keine Neuerfindung von Marcel Michel. «Im Zentrum steht bei mir weniger das Spiel, sondern das Thema und die Umsetzung», betont er. So sind die Themen ganz einfach ein Spiegelbild der Interessen des 46-Jährigen.

Auch den Vater freut’s

«Nach den Alpinquartetten habe ich mit den Legendenquartetten angefangen. Auch dabei hab ich mich von meinen Interessen leiten lassen, zum Beispiel Fussball und Radsport», sagt Marcel Michel. Das Motorsportquartett sei hart an der Grenze gewesen, thematisch Sinn zu machen: «So etwas Ähnliches gab es schon. Doch meins ist mit der Kombination der Illustration und der Auswahl der statistischen Zahlen einzigartig.» Seinem Vater, der ein grosser Formel-1-Fan ist, machte er mit diesem Quartett eine Freude.

Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette.
Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette. (Bild: Natalie Ehrenzweig)

Die Legenden-Serie hat er nicht mit Fotos gestaltet, sondern hat mit Illustratoren zusammengearbeitet.  «Das war nicht aller Leute Geschmack. Einer hat das Quartett zurückgeschickt, weil ihm die Illustrationen, statt der erwarteten Fotos, nicht gefallen haben», verrät Marcel Michel lachend.

Ziel: Die Speziellsten

Anders als bei den Alpinquartetten muss sich der Initiant bei den Legendenquartetten mit Diskussionen darüber abgeben, welche Radsport-, Fussball- oder Motorsportlegende im Spiel fehlt. «Auch bei diesen Quartetten war es mir wichtig, nicht einfach nur die Berühmtesten auszuwählen, sondern die Interessantesten, Speziellsten. Wie Nicolas Frantz, der in den 20er Jahren die Tour de France gewann», sagt er.

Insgesamt hat Marcel Michel rund 22’000 Quartette à 15 Franken verkauft, auch ins Ausland. In einer luxemburgischen Zeitung erschien ein Artikel über das Radsportquartett. «Darauf meldete sich eine Enkelin von Nicolas Frantz, der die Illustration so gut gefiel, dass sie das Original dem Zeichner abkaufte», erzählt er nicht ohne Stolz.

Schon das Nächste in der Pipeline

Ungewöhnlicherweise wird Marcel Michel dieses Jahr noch ein zweites Legendenquartett herausgeben. Beim im Herbst erscheinenden Quartett ist das Thema wiederum eine Sportart, die Marcel Michel interessiert, aber nicht ein klassisches Quartett-Thema. Mehr möchte er aber noch nicht verraten. Ausserdem überlegt er sich, bestimmte Quartette auf Englisch zu übersetzen, da das Spiel im englischen Sprachraum auch sehr beliebt sei. Auch Quartette zu kulturellen Themen könne er sich vorstellen: «Das würde dann aber auch wieder anders aussehen, als ein Alpin- oder Legendenquartett».

Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette.
Marcel Michel zeigt eine Auswahl seiner Quartette. (Bild: Natalie Ehrenzweig)

Noch spielen die Kinder mit ihm

Von Bekannten werden Marcel Michel natürlich auch oft Themen nahegelegt, die er unbedingt als Quartett herausgeben solle, wie Skifahrer, Schwingen oder zum Beispiel mittelalterliche Waffen. «Einerseits kläre ich natürlich ab, ob es ein entsprechendes Thema schon gibt; andererseits ist es viel einfacher für mich, ein Quartett zu einem Thema zu konzipieren, für das ich mich begeistere. Je nach Thema verschiebt sich auch das Publikum, bis auf diejenigen, die Quartette grundsätzlich sammeln. Es gibt ja tatsächlich auch eine Quartett-Weltmeisterschaft», erzählt er.

Weltmeister ist Marcel Michel zwar nicht, aber er spielt immer noch gern Quartett. «Zum Beispiel mit meinen beiden Kindern. Mein Sohn ist jetzt allerdings 10 Jahre alt. Langsam will er aber andere Spiele spielen», meint er lächelnd.

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