In der Vergangenheit haben die Flugblätter oft der Regierung gegolten, nun geht es der CVP an den Kragen. (Bild: fam/ Montage: ewy)
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In der Vergangenheit haben die Flugblätter oft der Regierung gegolten, nun geht es der CVP an den Kragen. (Bild: fam/ Montage: ewy)

Der Zuger Flugblatt-Aktivist hat wieder zugeschlagen

4min Lesezeit

Nicht zum ersten Mal kursieren im Kanton Zug Flugblätter, die unter anderem gegen die CVP schiessen. Obwohl die Blätter keinen Absender tragen, kennt man den Mann dahinter im Kanton. Die CVP nimmt die Sache gelassen.

Elias Wyrsch

Einmal mehr kursieren in Zug Flugblätter. «CVP Skandal» sind diese gross betitelt, unten steht unübersehbar «www.behoerdenwillkuer.ch». Genauere Hinweise erhält der Leser über die Herkunft der Flugblätter nicht.

Der Absender und Betreiber der erwähnten Website ist in Zug aber durchaus bekannt. Er führte lange den Kiosk in der «Männerbadi». Roland Witschi kennt man aber auch aufgrund seiner Fehden mit der Zuger Regierung. Schon seit Jahren setzt er dabei Flugblätter als persönliches Kampfmittel ein.

Er will der CVP an den Kragen

Auf seiner Website geht es in erster Linie ums Zuger Attentat und die, aus seiner Sicht, korrupte Regierung. Im aktuell verbreiteten Flugblatt kommt nicht die Regierung, sondern die CVP unter die Räder. Aufgrund der Geschichte um Regierungsrat Beat Villiger (zentralplus berichtete) sei die CVP zu einer «lächerlichen Karikatur» verkommen, heisst es darin beispielsweise.

Das Schreiben kommt wirr daher. Neben einer Reihe von Anschuldigungen und Beleidigungen gegen die CVP, richtet der Autor in zwei Absätzen Vorwürfe an die  regionale Zeitung.

Eingeschriebene Briefe, anonymer Absender

Seitens der CVP reagiert man relativ gelassen auf Witschis Gebaren, man ärgert sich kaum noch. «Es ist bekannt, dass der Herr dahinter bereits seit Langem solche Flugblätter verteilt hat. Mit der Zeit geht das schlicht an einem vorbei», sagt der Parteisekretär Peter R. Hofmann.

«Ich muss nicht die Probleme von Herrn Witschi lösen.»

Peter R. Hofmann, Parteisekretär CVP

Die CVP habe im letzten halben Jahr zwei solche Flugblätter als eingeschriebene Briefe erhalten. «Aber auf einen anonymen Absender reagieren wir nicht», so Hofmann. Man nehme seitens der CVP auch zum Inhalt keine Stellung.

Kein Kontaktbedürfnis

«Ich muss nicht die Probleme von Herrn Witschi lösen», sagt der Parteisekretär. Er habe folglich auch weder die Absicht noch das Bedürfnis, Witschi für ein Gespräch zu kontaktieren. «Ich glaube, die Bürger sind rational genug, um solche Flugblätter richtig einzuordnen», so Hofmann.

Das aktuelle Flugblatt nimmt die CVP in die Mangel.
Das aktuelle Flugblatt nimmt die CVP in die Mangel. (Bild: ewy)

Das richtige Vorgehen

Politexperte Olivier Dolder hält das Vorgehen der CVP für das einzig Sinnvolle. Wenn man so etwas nicht beachte, biete man damit keine grössere öffentliche Plattform. «Es wurde in der Vergangenheit sehr viel und immer wieder darüber berichtet. Ich möchte keine neue Plattform dazu bieten», sagt entsprechend auch die Parteipräsidentin Laura Ditli.

Ausserdem würden diese Flugblätter wohl aus einem konzentrierten Umfeld stammen, sagt der Politexperte. Die Empörung, die darin zum Ausdruck gebracht werde, repräsentiere also kaum das Gros der Bürger, so Dolder.

«Das Flugblatt landet bei den meisten relativ schnell im Altpapier.»

Olivier Dolder, Politexperte

Bei den meisten Leuten, die mit dem Flugblatt konfrontiert werden, löse es vermutlich auch nicht viel aus. «Das Flugblatt alleine hat kaum Potenzial», sagt Dolder. Er begründet dies damit, dass man das Schreiben nicht wirklich verstehe und keine Forderung ersichtlich sei. «Das Ganze ist wirr und ich denke, bei den meisten landet das Flugblatt relativ schnell im Altpapier», sagt der Politexperte.

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