Ab 2040 sollen nur noch elektrisch betriebene Busse unterwegs sein. Doch die Stadt möchte noch weiter gehen. (Bild: bic)
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Ab 2040 sollen nur noch elektrisch betriebene Busse unterwegs sein. Doch die Stadt möchte noch weiter gehen. (Bild: bic)

Luzerner Busse und Güselautos werden elektrisch

5min Lesezeit

Die Verantwortlichen der lokalen Transportunternehmen haben grosse Pläne. 2040 soll kein Bus mehr mit Benzin oder Diesel unterwegs sein. Auch die Stadt Luzern setzt bei der eigenen Mobilität auf neuste Technologien.

Grün scheint hip und trendig zu sein und ist aktuell in aller Munde. Deshalb solle auch die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Mobilität ihrer Angestellten und den verschiedensten Dienstfahrzeugen auf ökologische, strombetriebene Motoren setzen. Dies fordern die beiden SP-Grossstadträte Nico van der Heiden und Cyrill Studer Korevaar in einem Vorstoss.

Zudem möchten sie vom Stadtrat wissen, inwiefern sich die Stadt für die Anschaffung von elektrisch betriebenen Bussen anstelle von Dieselfahrzeugen einsetzt. Die nun vorliegenden Antworten der Regierung zeigen, dass die genannten Bestrebungen schon seit längerem vorangetrieben werden. 

Aktionsplan gibt Richtung vor

Die Stadt scheint bei der umweltfreundlichen Mobilität auf Kurs zu sein, wie aus der Antwort des Stadtrates hervorgeht. Im Rahmen seines «Aktionsplans Luft, Energie, Klima 2015» hatte er vor vier Jahren beschlossen, bei der Beschaffung von Material ökologische und soziale Aspekte stärker zu gewichten.

Auch sei er bereit, bei den ausgelagerten Betrieben wie den VBL, EWL, dem Altersheimbetreiber Viva Luzern oder der Hallenbad Luzern AG im Rahmen seiner Möglichkeiten auf diese Punkte hinzuweisen. Diese Unternehmen sind alle im Besitz der Stadt.

Linie 3 mit ganz neuem Antriebskonzept

Umstellen möchte man folglich auch bei den VBL. «Es ist vorgesehen, einzelne Linien im Sinne von Pilotbetrieben mit Elektrobussen auszustatten», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Anfrage von Studer und van der Heiden. Dabei könnten Dieselbusse, die heute im Einsatz stehen, dahingehend umgebaut werden, dass sie auf Abschnitten, wo es eine Oberleitung gibt, von dort Strom beziehen. Ausserhalb dieser Strecken würden sie von einer Batterie betrieben.

«Die Beschaffung und das Betreiben von Fahrzeugen mit neuester Technologie haben in der Stadt Tradition.»

Luzerner Stadtrat

Als erste könnte die heutige Linie 12 nach Littau auf diese Weise unterwegs sein. Es ist vorgesehen, sie mit der Linie 8 zum Würzenbach zu verknüpfen. Für diese neue Linie 3 würde auf einer Teilstrecke zwischen Kreuzstutz und Littau eine Oberleitung installiert. Diese würde auf dem steilen Abschnitt von Kreuzstutz bis Grenzhof realisiert. Auf dem flachen Stück sollten die Busse auf Batterie umstellen. Eine Machbarkeitsstudie soll noch in diesem Frühjahr vorliegen.

Ob es später noch weitere solche Projekte gibt, werde sich im Rahmen der sogenannten E-Bus-Strategie zeigen, so der Stadtrat. Die Strategie soll aufzeigen, ob sich die Vision des Verkehrsverbundes Luzern (VVL), ab 2040 nur noch mit elektrischen Antrieben unterwegs zu sein, wie geplant umsetzen lässt.

Stadt setzt seit 40 Jahren auf neueste Technologie

Und auch die städtischen Dienstfahrzeuge sollen so rasch wie möglich ökologischer unterwegs sein. Viele Studien würden zeigen, dass auf Stadtgebiet der Elektroantrieb die beste Umweltbilanz aufweist, schreibt der Stadrat. Zudem sei die Lärmbelastung tiefer und die Schadstoffemissionen von Benzin- und Dieselmotoren würden ganz wegfallen. «Allerdings haben Elektrofahrzeuge eine geringere Reichweite als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor», so die Exekutive. Ausserdem seien die Anschaffungskosten für solche Fahrzeuge recht hoch, der Betrieb hingegen relativ günstig.

Die Stadt hat für die Erfüllung ihrer Aufgaben verschiedenste Fahrzeuge im Einsatz. «Die Palette reicht von Personenwagen über Reinigungsmaschinen, Lastwagen, Saug- und Spülfahrzeuge bis hin zu Einsatzfahrzeugen für die Feuerwehr oder die Kehrichtentsorgung», zählt der Stadtrat auf. Das Angebot an elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen und Personenwagen wachse  laufend.

«Die Beschaffung und das Betreiben von Fahrzeugen mit neuester Technologie und alternativen Antriebsarten haben in der Stadt Tradition», heisst es weiter. Schon in den 1980er-Jahren habe die Stadt Luzern nicht nur für das Entleeren der Abfallkörbe einige rein elektrisch betriebene Kleinfahrzeuge eingesetzt, sondern bereits damals auch einen Lastwagen mit Elektroantrieb.

Nicht überall kann umgestellt werden

Dass es der Stadtrat ernst meint mit der Umrüstung auf Elektrobetrieb, zeige sich weiter daran, dass er einen elektrischen Kehrichtwagen bestellt hat, der im Herbst geliefert werden soll. «Werden die Anforderungen erfüllt, kann die Umstellung mehrerer Kehrichtwagen auf Elektrobetrieb weiterverfolgt werden», so der Stadtrat.

Die komplette Umstellung auf Öko-Mobilität sei in absehbarer Zeit aber nicht überall möglich, muss die Regierung einräumen. Da die Einsatzbereitschaft aufgrund der Ladezeit eingeschränkt würde, könnten mittelfristig keine elektrisch betriebenen Feuerwehrautos oder andere Pikettfahrzeuge, zum Beispiel für die Schneeräumung, beschafft werden. Denn diese Vehikel müssen rund um die Uhr jederzeit zur Verfügung stehen.

Jedoch könnten auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr oder weniger nachhaltig genutzt werden, schreibt der Stadtrat. «Der Fuhrpark wird in periodischen Abständen geprüft und optimiert. Die Stadt Luzern ist bestrebt, neue umweltschonende Technologieentwicklungen bei der Fahrzeugbeschaffung massgeblich einfliessen zu lassen.» So würde der Zeitpunkt des Einkaufs von Fahrzeugen allenfalls verschoben, sollte Gewissheit herrschen, dass bald eine modernere Version mit ökologischerem Antrieb auf den Markt kommt, führt der Stadtrat aus.

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