Im Gebiet Forren soll ein zweiter Kreisel entstehen. Damit will die Gemeinde eine Verkehrsentlastung erzielen.
Politik Steuern Bauen

Im Gebiet Forren soll ein zweiter Kreisel entstehen. Damit will die Gemeinde eine Verkehrsentlastung erzielen.

Günstige Wohngemeinde gesucht? Ab nach Rotkreuz!

4min Lesezeit

An der Gemeindeversammlung in Rotkreuz entschieden sich die Stimmberechtigten, künftig weniger Steuern zu zahlen. Dennoch scheuten sie sich vor zu grossem Optimismus. Bei weiteren Geschäften bot die Bevölkerung ihrer Regierung jedoch die Stirn.

Es lohnt sich bald finanziell, in Risch zu wohnen. Das jedenfalls suggeriert der vorliegende Budgetvorschlag fürs Jahr 2019. Um zwei Prozent möchte der Gemeinderat von Risch-Rotkreuz die Steuern nämlich senken.

Selbst mit der Steuersenkung nämlich plant die Gemeinde für das kommende Jahr einen Überschuss von 144'500 Franken ein, entnimmt man den Unterlagen.

Finanzchef Francesco Zoppi spricht an der Gemeindeversammlung davon, beim Entscheid, eine Steuersenkung vorzunehmen, bewusst vorgegangen zu sein. «Eine solche Massnahme sollte nachhaltig sein, und nicht so, dass wir den Steuerfuss nach ein, zwei Jahren wieder korrigieren müssen.»

Nicht zuletzt mit der Planung der neuen Schulhäuser auf dem Areal Waldegg sowie der Personenüberführung Ost, die nächstes Jahr umgesetzt werden sollen, stünden grosse Investitionen bevor.

Die FDP will 4 Prozent mit den Steuern runter – ohne Chance

Doch nicht nur über den Vorschlag des Gemeinderats müssen die Stimmberechtigten am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung abstimmen. Denn es sind zwei weitere Anträge eingegangen. Die lokale FDP will gleich Nägel mit Köpfen machen und den Steuerfuss um vier Prozent auf 58 Prozent senken. Demgegenüber steht die Haltung der Grünen, welche lieber vorsichtig kalkulieren und es lieber bei den aktuellen 62 Prozent belassen möchte. Dies, um auch innovative Projekte finanzieren zu können. 

Die beiden Anträge finden jedoch kaum Gehör bei den Stimmberechtigten. Sie folgen dem Vorschlag des Gemeinderats. Nur eine Hand erhebt sich, als es um die Gegenstimmen geht. Die Steuern in Risch werden nächstes Jahr um 2 Prozent gesenkt.

Die Waldetenstrasse soll kinderfreundlicher werden

Nicht bei allen Anliegen ist die Bevölkerung an diesem Abend einverstanden mit dem Gemeinderat. So etwa bei der ersten Etappe des Gesamtverkehrskonzepts, welches neben der Steuersenkung am Dienstag diskutiert wird. Konkret geht es um 55 Massnahmen, mit denen das Rotkreuzer Verkehrsproblem – insbesondere in Richtung Autobahn – gelöst werden soll.

Um das Projekt warmlaufen zu lassen, brauchts jedoch erst einmal Geld. 3'500'000 Franken sollen von den Stimmberechtigten gesprochen werden.

Zu wenig, befindet der Rischer Christian Wattenhofer. Er will, dass dieser Kredit um eine ganze Million erhöht wird. Der Grund? So könne man dem Langsamverkehr besser gerecht werden. Richard Smith, ein weiterer Anwohner, kritisiert seinerseits die Situation auf der Waldetenstrasse, auf der viele Schulkinder unterwegs seien.

Dort nämlich gebe es bis dato kein richtiges Trottoir, weshalb es immer wieder zu brenzligen Situationen käme. Der Gemeinderat soll den Fussverkehr auf besagter Strasse beim vorliegenden Projekt ebenfalls priorisieren.

Die Waldetenstrasse soll sicherer werden.
Die Waldetenstrasse soll sicherer werden. (Bild: Google Street View)

Planung des Freibad-Renovation? Das geht auch zum halben Preis

Während die Anwesenden dem ersten Vorschlag wenig abgewinnen können, scheint die Sicherheit von Schulkindern bei vielen eine Saite anklingen zu lassen. Eine Mehrheit der Anwesenden ist dafür und der Rahmenkredit von 3'500'000 Franken kommt durch. – Inklusive Priorisierung der Waldetenstrasse.

Beim nächsten Traktandum, dem Planungskredit zur Renovation des Freibads, bekommt der Gemeinderat gar grossen Widerstand zu spüren. Kurzerhand halbieren die anwesenden Stimmberechtigten den von der Exekutive angedachten Kredit. Aus 870'000 Franken werden – schnipp schnapp – 435'000 Franken. 

Vielleicht ist nun, nach dem Beschluss einer Steuersenkung, eben doch eine leise Angst vorhanden, dass die Gemeindekasse bald nicht mehr ganz so rosig aussehen könnte.

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