Will mit viel Geld das Zusammenleben von Mensch und Natur fördern: Stadtrat Adrian Borgula im neuen Naherholungsgebiet auf der Allmend. (Bild: bic)
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Will mit viel Geld das Zusammenleben von Mensch und Natur fördern: Stadtrat Adrian Borgula im neuen Naherholungsgebiet auf der Allmend. (Bild: bic)

Borgulas Herzensprojekt: 2,5 Millionen für die Artenvielfalt

4min Lesezeit

2,5 Millionen Franken. So viel möchte Stadtrat Adrian Borgula in den nächsten sechs Jahren für die Förderung der Tiere und Pflanzen in der Stadt Luzern ausgeben. Gerade der urbane Raum biete zahlreiche Möglichkeiten für entsprechende Projekte. Das Geld dafür liegt jedenfalls schon bereit.

Die Natur und ihre Bewohner stehen weltweit unter Druck. Gerade in städtischen Räumen wird es für viele Tier- und Pflanzenarten immer schwerer zu überleben. Vor allem die gewünschte und vorangetriebene bauliche Verdichtung entreisst der Natur auch in der Stadt Luzern immer mehr Fläche. 

Doch eine gesunde und grosse Artenvielfalt ist eine unerlässliche Grundlage für das Leben auf der Erde. Deshalb will die Stadt Luzern zwischen 2019 und 2024 rund 2,5 Millionen Franken für den Erhalt und die Förderung der sogenannten Biodiversität ausgeben. Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) beantragt beim Parlament dafür einen Projektkredit.

Vögel, Unken und Schlangen statt Parkplätze

Ein erstes grösseres Projekt kann sich bereits sehen lassen. Auf dem Gelände des ehemaligen Schiessstandes auf der Allmend wurde in den letzten neun Monaten ein neues Naherholungsgebiet geschaffen. Künstliche Teiche sind entstanden. Hier soll sich die Natur ungestört ausbreiten können. «Die 100’000 Menschen, die im Raum Luzern leben, sollen hier die Natur hautnah erleben können», sagte Borgula am Dienstag vor Ort.

«Die Idee ist, dass für einmal nicht der Mensch, sondern die tausenden von Arten im Fokus stehen.»

Adrian Borgula, Stadtrat (Grüne)

Wo es einst mehrere Hundert Parkplätze gab, sagen sich heute Fuchs und Hase Gute Nacht. Die Parkplätze wurden im Zuge des Baus des Fussballstadions und der Wohntürme verlagert. «Unser Ziel war es, die dadurch entstehenden Möglichkeiten für die Förderung der Artenvielfalt zu nutzen», sagt Borgula. 

«Mittlerweile haben sich verschiedene Amphibien-, Reptilien- und Vogelarten wie zum Beispiel die Ringelnatter auf der Allmend ausgebreitet», zeigt sich der studierte Biologe Borgula erfreut. Künftig sollen daher auch schulische Aktivitäten und Exkursionen auf der Allmend stattfinden.

1,5 Millionen zur Seite gelegt

«Ausgangspunkt für das Projekt zur Förderung der Artenvielfalt war der gute Rechnungsabschluss der Stadt im Jahr 2016», erklärt Borgula die Beweggründe. Nach den finanziell eher schwierigen Jahren 2013/14 sei man zur Ansicht gekommen, dass man mit dem neu vorhandenen Geld einzelne Schwerpunkte setzen möchte.

Das Parlament hatte folglich entschieden, 1,5 Millionen für die Förderung der sogenannten Biodiversität zur Seite zu legen. «Die Idee ist, dass für einmal nicht der Mensch, sondern die tausenden von Arten im Fokus stehen, die man unter anderem auf der Allmend erleben kann», so Borgula.

Zwischenzeitlich wird der Stadtrat vom Gesang eines Vogels unterbrochen. Sofort greift er zu seinem Feldstecher. «Das war eine Rohrammer. Sie kommt in unserer Gegend nicht oft vor. Hier scheint sie sich nun aber wieder angesiedelt zu haben», sagt Borgula mit einem Strahlen im Gesicht.

Friedliches Nebeneinander von Mensch und Natur auf der Allmend.
Friedliches Nebeneinander von Mensch und Natur auf der Allmend. In der Stadt soll es bald noch weitere solcher Erholungszonen geben. (Bild: bic)

Weitere Erholungsgebiete geplant

Um alle geplanten Projekte umzusetzen, sind jedoch rund 2,5 Millionen nötig. «Die Stadt wird aber nicht mehr als die bereits vorhandenen 1,5 Millionen ausgeben», sagt Borgula. Rund eine Million sollen der Bund und Private beisteuern. Neben den baulichen Massnahmen ist auch eine neu zu schaffende 100-Prozent-Stelle im Projektkredit enthalten.

Neben der Allmend laufen aktuell ähnliche Projekte im Gebiet Udelboden und Zimmeregg in Littau sowie beim Rotsee und im Friedental. Insbesondere in den städtischen Siedlungsgebieten sollen künftig weitere Vorhaben umgesetzt werden.

Urbaner Raum hat viel Potenzial

«Gerade solche Räume haben grosses Potenzial zur Förderung der Artenvielfalt», sagt Borgula. Hier möchte er denn auch einen Schwerpunkt setzen. So soll bei künftigen Bauvorhaben immer auch der Spielraum für die Förderung der Artenvielfalt ausgelotet werden.

«Die 2,5 Millionen Franken sollen dafür den Rahmen bilden. Wann und wo wie viel Geld ausgegeben wird, können wir momentan aber noch nicht sagen», erklärt Borgula. Über den Projektkredit wird der Grosse Stadtrat am 20. Dezember entscheiden. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Parlament dürfte das Geld wohl gesprochen werden.

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